Mecklenburg-VorpommernWegfall von Minijobs? IHK-Präsident fordert Alternativen

Rostocks IHK-Präsident Strupp warnt: Ein Wegfall von Minijobs würde besonders Gastronomie und Handel belasten. Gegebenenfalls müsse es Alternativen geben, sagt er vor einem großen Wirtschaftstreffen.
Stralsund (dpa/mv) - Für den Fall, dass Minijobs in ihrer bisherigen Form wegfallen, hat der Präsident der IHK zu Rostock, Jürgen Strupp, Alternativen gefordert. Die von einer Kommission vorgeschlagene Abschaffung sei nur sinnvoll, wenn es andere Möglichkeiten für flexible Beschäftigung gebe, sagte Strupp vor dem heutigen IHK-Jahresempfang in Stralsund. Gerade die Gastronomie und der Handel seien darauf angewiesen. Sollte künftig eine vollständige Sozialversicherungspflicht gelten, wäre dies eine zusätzliche Belastung dieser Branchen.
Eine Abschaffung von Minijobs mit einem Verdienst von bis zu 603 Euro im Monat gehört zu den Vorschlägen für eine Rentenreform der schwarz-roten Koalition, die eine Regierungskommission vorgelegt hatte. Die Kommission empfiehlt, Minijobs in die Rentenversicherung einzubeziehen und ihren steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus abzuschaffen. Ausnahmen sollten demnach nur noch für Schülerinnen und Schüler möglich sein.
Strupp fordert Tempo von Verwaltung
Strupp forderte zudem mehr Tempo in der Verwaltung. Planungs- und Genehmigungsverfahren dauerten weiterhin zu lange. Außerdem müsse die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in MV gestärkt und Bedingungen für Gründungen und Unternehmensnachfolgen verbessert werden.
Zu dem Empfang am Nachmittag auf dem Volkswerftgelände in Stralsund werden unter anderem auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erwartet. Mehr als 500 Gäste aus Unternehmen haben sich laut IHK angemeldet. Unter anderem soll es auch um künstliche Intelligenz und die anstehenden Landtagswahlen gehen.