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Niedersachsen & Bremen Landtag schmiedet Zukunftskonzept für Gesundheitsversorgung

Eine Intensivpflegekraft versorgt einen Patienten auf der Intensivstation. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild

(Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild)

Um die Gesundheitsversorgung fit für die Zukunft zu machen, sollen Kliniken und Arztpraxen besser verzahnt werden. Einige Kliniken sollen sich spezialisieren und Gesundheitszentren Versorgungslücken schließen. Über ein solches Konzept hat nun der Landtag beraten.

Hannover (dpa/lni) - Zur Zukunft der niedersächsischen Krankenhauslandschaft und Gesundheitsversorgung haben SPD und CDU dem Landtag ein Konzept vorgelegt, über das am Donnerstag erstmals beraten wurde. Die beiden Anträge der Regierungsfraktionen greifen die Ergebnisse der Enquetekommission des Landtags zum Gesundheitswesen auf, die nach zweijähriger Arbeit im Februar Empfehlungen vorgelegt hat. Die Fraktionen wollen einerseits die flächendeckende Krankenhauslandschaft mit ihrer gut erreichbaren Grundversorgung erhalten, andererseits aber anspruchsvolle Behandlungen in besonders ausgestatteten und leistungsfähigen Kliniken konzentrieren.

Der Vorschlag ist, die derzeit rund 170 Krankenhäuser in drei Stufen zu unterteilen: als Grund-, Schwerpunkt- und Maximalversorger. Abseits der Ballungsräume sollen regionale Gesundheitszentren mit Haus- und Fachärzten, aber auch stationären Bereichen die Versorgung ergänzen und teils an die Stelle von Kliniken treten, die in ihrer bisherigen Form nicht mehr zukunftsfähig sind. In regionalen Versorgungsverbünden sollen Krankenhäuser aber auch bei der ambulanten Versorgung helfen, etwa dort, wo es nicht mehr genügend Arztpraxen gibt.

"Es macht gerade im ländlichen Raum bei immer knapper werdendem Personalangebot und steigenden Qualitätsanforderungen keinen Sinn, entweder gar keine Angebote oder doppelt vorgehaltene Angebote im Krankenhaus und im ambulanten Bereich zu haben", sagte der SPD-Abgeordnete Uwe Schwarz bei der Einbringung der Anträge.

"Die Aufhebung starrer Versorgungsstrukturen, streng getrennt nach ambulanter und stationärer Versorgung, ist nach übereinstimmender Auffassung aller Fachleute das Schlüsselinstrument für die Sicherung einer flächendeckenden Versorgung, vor allem in den ländlichen Gebieten", so Schwarz. "Wir wollen daher mit der Schaffung von regionalen Gesundheitszentren neue Wege beschreiten und orientieren uns deutlich an der Empfehlung des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen auf der Bundesebene."

Aufgebaut werden soll auch eine bundesländerübergreifende Krankenhausplanung, die vor allem mit Nordrhein-Westfalen, Bremen und Hamburg insbesondere für hoch spezialisierte Versorgungsbereiche erfolgen soll. Verbessert werden soll außerdem die Fähigkeit der Kliniken, kurzfristig auf Krisen wie die Corona-Pandemie zu reagieren, etwa mit dem Rückgriff auf Reha-Kliniken oder stillgelegte Kliniken. Das Aufrechterhalten planbarer Operationen während einer Pandemie soll erleichtert werden.

In den Anträgen der Regierungsfraktionen nicht aufgegriffen ist der Vorschlag der Kommission zur Einführung einer Landarztquote. Das heißt, ein Teil der Medizin-Studienplätze soll an Bewerber gehen, die sich verpflichten, später in einem unterversorgten Gebiet zu arbeiten. Die Regierung hatte eine Landarztquote allerdings schon vor einem Jahr in Aussicht gestellt.

© dpa-infocom, dpa:210609-99-927033/4

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