Nordrhein-Westfalen15-Jähriger sticht Mitschüler nieder: Fünf Jahre Jugendhaft

Im Streit um ein Mädchen sticht ein 15-Jähriger einen gleichaltrigen Mitschüler nieder. Jetzt ist er wegen Mordversuchs verurteilt worden.
ESSEN (dpa/lnw) - Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke vor einer Moschee in Hattingen im Ennepe-Ruhr-Kreis ist ein 15-Jähriger am Freitag zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Der deutsch-türkische Angeklagte hatte einem gleichaltrigen Mitschüler am 5. Oktober vergangenen Jahres dreimal in den Rücken gestochen. Ein Stich traf die Lunge. Hintergrund der Tat war ein Streit um ein Mädchen, das die beiden Jugendlichen laut Urteil des Essener Landgerichts für sich beanspruchten. Dazu sagte Richter Lukas Hempel: "Das Mädchen gehört niemandem – nur sich selbst."
Der ebenfalls angeklagte Vater des 15-Jährigen ist wegen Beihilfe zum Mordversuch zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte seinem Sohn laut Urteil ein Zeichen gegeben, als das spätere Opfer die Moschee verließ. Bei der Urteilsverkündung war der 41-Jährige allerdings nicht anwesend. Er war im Laufe des Prozesses abgetaucht und wird seitdem mit internationalem Haftbefehl gesucht.
Gegen einen mitangeklagten Onkel des Jugendlichen haben die Richter anderthalb Jahre Haft auf Bewährung verhängt – wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung. Er hatte im Fluchtwagen gewartet. Dem 44-Jährigen konnte laut Urteil nicht nachgewiesen werden, dass er von dem geplanten Messereinsatz wusste. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.