Nordrhein-WestfalenAbschiebungen über NRW-Flughäfen steigen

Mehr als 3.200 Menschen wurden 2025 über NRW-Flughäfen abgeschoben. Beobachter warnen: Das Wohl von Kindern und Kranken gerät dabei unter Druck.
Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Abschiebungen über die NRW-Flughäfen sind im vergangenen Jahr um knapp sieben Prozent gestiegen. Der weitaus größte Teil der 3.216 Menschen, die Deutschland von NRW aus verlassen mussten, startete vom Flughafen Düsseldorf, wie aus dem Bericht der unabhängigen Abschiebungsbeobachtung hervorgeht. Die Zahl der bundesweiten Flugabschiebungen habe das Vor-Corona-Niveau erreicht, hieß es.
Düsseldorf war mit 2.934 Personen der zweitwichtigste Standort für Abschiebungen in Deutschland nach dem Flughafen Frankfurt. Über den Flughafen Köln-Bonn wurden laut den Angaben 265 und über den Flughafen Dortmund 17 Personen abgeschoben.
NRW veranlasste insgesamt 4.784 Abschiebungen und Zurückschiebungen im vergangenen Jahr und damit 7,8 Prozent mehr als 2024. "Damit stieg die Zahl der Abschiebungen gegenüber dem Vorjahr auch in NRW weiter an, weniger jedoch als im Bundesvergleich", heißt es im jüngsten Jahresbericht dazu.
"Unter dem zunehmenden Druck, Abschiebungen konsequent umzusetzen, drohen humanitäre und menschenrechtliche Belange in den Hintergrund zu treten", kritisierte Abschiebungsbeobachter Mert Sayim. So sähen die Beobachter in vielen Situationen das Kindeswohl als potenziell gefährdet an. Als ein Beispiel nannte Sayim Fälle, bei den Familien getrennt worden seien.
Auf Landesebene sehen die Abschiebungsbeobachter weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Der Schutz von Kindern und Kranken müsse von Anfang an in allen Abläufen mitgedacht und verpflichtend umgesetzt werden. Sayim wies darauf hin, dass es im Abschiebevollzug in den vergangenen Jahren verschiedene deutliche Verschärfungen gegeben habe.