Nordrhein-WestfalenDritter Castor-Transport: Gegner planen erneut Proteste

Am Dienstagabend könnte erneut ein Transport mit Atommüll durch NRW rollen. Atomkraftgegner bereiten Proteste und Mahnwachen an mehreren Orten vor.
Jülich/Ahaus (dpa/lnw) - Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten am Abend den dritten Transport von hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus. Eine offizielle Bestätigung für den geplanten Transport durch Nordrhein-Westfalen gibt es nicht.
Atomkraftgegner planen für Dienstagabend dennoch an mehreren Stellen Proteste gegen den Castor-Transport. Am Forschungszentrum in Jülich bei Aachen planen Initiativen ab 18.00 Uhr eine Mahnwache. Am Ziel des Transports in Ahaus ist ab 18.30 Uhr eine Fahrrad-Demo durch die Innenstadt geplant. Die Demo soll mit einer Mahnwache auf einer Kreuzung enden, über die der Castor-Transport nach Angaben der Initiativen fahren muss.
Zuletzt hatten sich wenige hundert Menschen an den Protesten gegen die Atommüll-Transporte beteiligt.
Castor-Transporte bislang ohne Zwischenfälle
Der erste beiden Transporte von Atommüll-Behältern aus Jülich nach Ahaus waren in den vergangenen Wochen ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei begleitet die stark gesicherten Transporte jeweils mit einem Großaufgebot.
In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb.
152 Castor-Behälter müssen nach Ahaus
Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Castor-Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.
Insgesamt ist geplant, 152 Castor-Behälter nach Ahaus zu bringen. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil eine Erdbebensicherheit dort nicht nachgewiesen werden konnte.