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Nordrhein-WestfalenRaser gesteht Unfall unter Drogen - Mutter stirbt neben Sohn

05.03.2026, 16:06 Uhr
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(Foto: Martin Höke/dpa)

Mit Tempo 76, Alkohol und weiteren Drogen am Steuer: Ein 26-Jähriger rast durch Neuss – das fatale Ende für eine Radfahrerin im Beisein ihres geschockten Sohnes erschüttert.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Unter dem Einfluss von Alkohol, Cannabis und Kokain soll ein Raser im vorigen Sommer in Neuss eine Radfahrerin totgefahren haben - nun muss er sich vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten.

Dem 26-jährigen Neusser werden Mord und Verkehrsgefährdung vorgeworfen. Zum Prozessauftakt legte der Angeklagte über seine Verteidiger ein Geständnis ab: "Ich weiß, dass ich schuld bin."

Im vergangenen August soll der Mann nach Augenzeugenberichten schon vor dem Unfall rücksichtslos mit seinem Auto durch die Stadt gerast sein. Autofahrer mussten demnach ausweichen oder sogar eine Vollbremsung hinlegen, wie der Richter berichtete.

In der Verhandlung gab der Neusser zu, viel zu schnell gefahren zu sein. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, er habe mit seiner Fahrweise billigend in Kauf genommen, "sich, seine drei Beifahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer und Passanten in tödliche Gefahr zu bringen".

"Ich hätte nicht fahren dürfen"

Die Ermittlungen ergaben, dass der 26-Jährige zum Tatzeitpunkt mit 1,3 Promille erheblich alkoholisiert war und unter Einfluss von Cannabis und Kokain stand. "Wir hatten kein Kokain mehr und wollten welches kaufen", gab er in seiner Erklärung an. Er wisse: "Ich hätte nicht fahren dürfen."

Am späteren Abend hatte er in einer Rechtskurve die Kontrolle über sein Auto verloren und mit einer Geschwindigkeit von mindestens 76 Kilometern pro Stunde die 66-jährige Radlerin erfasst. Anschließend prallte sein Fahrzeug gegen einen Lieferwagen und einen Pkw und beschädigte beide schwer.

Mutter stirbt im Beisein ihres Sohnes am Unfallort

Die zweifache Mutter, die an dem Abend mit einem ihrer beiden Söhne unterwegs war, starb noch am Unfallort. Der Sohn erlitt einen Schock. Die drei Beifahrer des Angeklagten wurden leicht verletzt.

Am Unfallort habe der 26-Jährige angegeben, er habe überholen wollen und sei auf die linke Spur gewechselt, sagte eine Polizistin aus. "Dann hat es geknallt", habe er gesagt und auf ihre Nachfrage den Konsum von Alkohol und Drogen bestritten.

Der Staatsanwalt wertet die Tat als Mord aus Heimtücke mit dem Auto als gemeingefährlichem Mittel. Die Radlerin sei zur Tatzeit völlig arg- und schutzlos gewesen. Für den Prozess sind bis Ende Mai noch sechs weitere Verhandlungstage angesetzt. Dem 26-Jährigen droht eine mehrjährige Haftstrafe, vielleicht sogar lebenslang.

Quelle: dpa

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