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Rheinland-Pfalz & Saarland Sechs von zehn Neuntklässlern in Mathe unterm Regelstandard

Schüler während des Unterrichts. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild

(Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild)

Vor sechs Jahren schnitten die rheinland-pfälzischen Schüler gut ab im IQB-Bildungstrend für die Sekundarstufe I. Diesmal gibt es mehr Schatten, was der bundesweiten Entwicklung entspricht. Die Ministerin kündigt eine Analyse an - auch dazu, "wie wir nachsteuern müssen".

Mainz/Berlin (dpa/lrs) - Sechs von zehn Neuntklässlern in Rheinland-Pfalz erreichen im Fach Mathematik nicht den Regelstandard. Dies geht aus einer Erhebung des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Berliner Humboldt-Universität zu Lernerfolgen in der 9. Klasse hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Der Anteil von 40,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler, die im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz den Regelstandard in Mathematik erreichten, liegt um 4,3 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt. 2012 hatten diesen Standard noch 46,3 Prozent erfüllt. Messlatte sind von der Kultusministerkonferenz (KMK) definierte Bildungsstandards für unterschiedliche Schulabschlüsse.

Rheinland-Pfalz gehört nach Angaben des Instituts zu fünf Bundesländern, in denen sich die Ergebnisse für das Fach Mathematik seit der letzten vergleichbaren Erhebung 2012 ungünstig entwickelt haben. Allerdings habe kein Bundesland eine eindeutige Verbesserung in Mathematik erreicht, erklären die Autoren der Studie. Die besten Ergebnisse in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern ermittelte der "IQB-Bildungstrend 2018" für Bayern und Sachsen.

Zu der Verschlechterung bei den Ergebnissen der Mathe-Aufgaben erklärte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD): "Damit sind wir überhaupt nicht zufrieden und deshalb werden wir sehr genau analysieren, wie diese Ergebnisse zustande kommen und wie wir nachsteuern müssen." Die Ergebnisse bestärkten das Ministerium, mit der 2017 gestarteten MINT-Strategie für den Unterricht in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. "Welche weiteren Maßnahmen folgen müssen, werden wir jetzt - im Dialog - zügig analysieren und diese ergreifen", sagte die Bildungsministerin.

Besser schnitten die rheinland-pfälzischen Schüler in Biologie, Chemie und Physik ab, auch wenn sie teilweise nicht mehr den Leistungsstand von vor sechs Jahren erreichten. Die Ergebnisse für Rheinland-Pfalz in diesen Fächern entsprächen "insgesamt den bundesweiten Standards, teilweise liegen sie auch darüber", erklärte das Bildungsministerium in Mainz. "Wir sehen aber auch, dass die Schülerinnen und Schüler weniger Punkte in Biologie und Chemie erreicht haben als noch 2012." Für die Erhebung wurden in Rheinland-Pfalz rund 2600 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse getestet, über alle Schularten hinweg.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Anke Beilstein, sprach von einem "Armutszeugnis für die rheinland-pfälzische Bildungspolitik". Die Ergebnisse der IQB-Studie seien "alarmierend und erschreckend".

IQB-Studie 2018

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