Regionalnachrichten

Sachsen-AnhaltPhotovoltaik überholt Windkraft in Sachsen-Anhalt

14.07.2026, 14:07 Uhr
Neben-dem-Ausbau-erneuerbarer-Energien-setzt-Minister-Armin-Willingmann-SPD-auf-einen-Hochlauf-der-Wasserstoffwirtschaft

Freiflächen, Dächer, Balkone: Bei der Photovoltaik geht es voran in Sachsen-Anhalt. Den Wasserstoff-Hochlauf bremsen jedoch bürokratische Hürden. Was Energieminister Willingmann jetzt fordert.

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt wird immer mehr Strom aus Photovoltaikanlagen erzeugt. Die Zahl der Anlagen stieg im ersten Halbjahr 2026 landesweit auf mehr als 140.000, die installierte Leistung auf 6,2 Gigawatt, wie Energieminister Armin Willingmann (SPD) nach der Kabinettssitzung in Magdeburg bekanntgab. Insgesamt sind in den ersten sechs Monaten rund 10.000 Solaranlagen dazugekommen.

Damit hat die Photovoltaik die Windkraft mit Blick auf die installierte Leistung als dominierende erneuerbare Stromerzeugungsart in Sachsen-Anhalt abgelöst. Die Zahl der Windkraftanlagen ging leicht auf 2.661 zurück, die installierte Leistung stagnierte bei 5,7 Gigawatt.

Woher kommt der Sonnenstrom?

Bei Windkraftanlagen stünde derzeit vor allem das Repowering oben auf der Agenda, betonte Willingmann. Viele ausgediente Anlagen würden durch neue, leistungsfähigere ersetzt. Insgesamt bleibe Sachsen-Anhalt Vorreiterland im Bereich erneuerbarer Energien.

Beim Sonnenstrom kamen rund 56 Prozent, etwa 3,4 Gigawatt, den Angaben zufolge aus Freiflächenanlagen. 43 Prozent (2,7 Gigawatt) kamen aus PV-Anlagen auf Hausdächern und Fassaden. Die rund 40.000 Balkonkraftwerke hatten mit 44 Megawatt einen kleinen Anteil von 0,7 Prozent an der Solarstromerzeugung.

Hohe Auflagen beim Wasserstoff

Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien setzt Willingmann weiterhin auf einen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Sachsen-Anhalt drängt auf einen Abbau bürokratischer Hürden, damit grüner Wasserstoff günstiger wird. Unternehmen würden sich bei Investitionen in klimaneutrale Zukunftstechnologien wie grünem Wasserstoff derzeit zurückhalten, so der Energieminister. Die EU müsse hier die Bremsklötze lösen.

Den Angaben zufolge dürfen Unternehmen ihren erzeugten Wasserstoff nur dann als "grün" verkaufen, wenn sie nachweisen können, dass ihre Anlage genau in der Stunde Ökostrom verbraucht hat, in der auch der Wasserstoff erzeugt wurde. Zudem müsse der Ökostrom aus extra für die Wasserstoffproduktion errichteten Windkraft- oder Solaranlagen kommen, hieß es. "Das ist in der Praxis kaum machbar und macht Wasserstoff unnötig teuer", betonte Willingmann.

Quelle: dpa

Regionales