Sachsen-AnhaltWärmeliebende Gottesanbeterin nun auch im Norden

Halle (dpa/sa) - Die Gottesanbeterin breitet sich in Sachsen-Anhalt aus. Insgesamt seien im vergangenen Jahr etwa 400 Sichtungen der Fangschrecke an das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) übermittelt worden, teilte die Behörde am Dienstag mit. "Dabei wurden auch bisher unentdeckte Vorkommen bei Magdeburg, Dessau und im Landkreis Stendal nachgewiesen." Belege für die Existenz des Insektes in Sachsen-Anhalt habe es bislang eher im Süden des Landes gegeben. Das Stadtgebiet von Halle und Teile des Saalekreises sowie des Burgenlandkreises seien regelrechte "Hotspots".
"Am Beispiel der Gottesanbeterin sehen wir eindrucksvoll die klimatisch bedingten Ausbreitungsmuster wärmeliebender Arten", sagte Marcel Seyring, Biologe am LAU. Bis in den Spätherbst rechnet er erneut mit vermehrten Beobachtungen der auffälligen Tierart.
Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) faltet ihre Fangarme, als ob sie beten wollte - so kam die Fangschrecke zu ihrem Namen. Sie ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnen. Ursprünglich in Afrika zu Hause, ist sie seit einigen Jahren auch in Sachsen-Anhalt zu finden.
Bekannt ist die Art auch für ihr außergewöhnliches Paarungsverhalten. Gelegentlich kostet die Fortpflanzung das Männchen im wahrsten Sinne den Kopf: Das Weibchen verspeist diesen während oder nach der Paarung und häufig auch noch den Rest. Wenn das Weibchen gut genährt ist, gebe es beste Startmöglichkeiten für den Nachwuchs, erklärten Nabu-Experten.