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Sachsen Plädoyer für Jüdisches Museum in Sachsen

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Dresden (dpa/sn) - Der Beauftragte für das Jüdische Leben der sächsischen Staatsregierung, Thomas Feist, unterstützt die Initiative der Zivilgesellschaft für ein jüdisches Museum. "Sachsen braucht einen Leuchtturm, ein Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur", sagte er bei einem Online-Forum der Dresdner Kulturverwaltung am Montagabend. Es gehe nicht um das Präsentieren von Artefakten des Holocausts, sondern einen lebendigen Ort der Begegnung, wo auch museale Gegenstände vom jüdischen Leben zeugten und klar machten, "was uns verbindet", in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und zeigten, "was es für ein integraler und starker Bestandteil der Gesellschaft war".

Angesichts der sich verstärkenden Störungen in der Bevölkerung sei Bildung das einzige Mittel, etwas zu verändern, sagte der Vorsitzende der Dresdner Jüdischen Gemeinde, Michael Hurshell. Sachsen sei ein weißer Fleck auf der Landkarte der Jüdischen Museen. Entsprechend wenig verbreitet sei das Wissen über jüdisches Leben jenseits des Holocausts. Es gelte daher, die Einflüsse etwa im 19. Jahrhundert in Industrie, Wissenschaft und Kultur in einem Museum bekannter zu machen und neben die oft negative Reflexion an Gedenktagen zu stellen. "Entscheidend ist nicht der Ort, sondern sind die Inhalte."

Über das Thema wird seit Jahren diskutiert, Dresden und Leipzig prüfen die Einrichtung eines solchen Museums. Mit einer Reihe virtueller Foren soll nun eine öffentliche Debatte in der Bevölkerung angestoßen werden zu Relevanz, Konzept und Standort, sagte Kulturbürgermeisterin Annekathrin Klepsch (Linke). "Sachsen ist eines der Bundesländer, das über keine Institution dieser Art verfügt." Die Lücke sei gerade 2021, im 1700. Jahr jüdischen Lebens in Deutschland, aufgefallen. "Wir wollen ein neues Kapitel aufschlagen und die Erinnerungskultur stärker platzieren."

Quelle: dpa

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