Thüringen"Grenze überschritten" – Reaktion auf Fadenkreuz-Banner

Nach dem Skandal-Banner im Stadion meldet sich nun die Stadtspitze in Jena zu Wort. Wie der Oberbürgermeister und andere Dezernenten auf die Bedrohung ihres Kollegen reagieren.
Jena (dpa/th) - Jenas Oberbürgermeister und Stadtdezernenten haben ein Banner mit dem Konterfei von Bürgermeister Benjamin Koppe (CDU) in einem Fadenkreuz scharf verurteilt. "Die Darstellung des Bürgermeisters in einem Fadenkreuz stellt eine nicht hinnehmbare Grenzüberschreitung dar", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung laut Pressestelle der Stadt.
Respekt und Achtung vor den handelnden Menschen müssten die Grundlage aller Gespräche sein. "Wir erwarten, dass dieses Grundverständnis von allen Beteiligten auch aus der Fanszene und dem Verein geteilt wird."
Banner war bei Fußballspiel zu sehen
Das Banner soll laut Polizei am Samstag zeitweise in der Zone der Jenaer Ultras beim Thüringenderby in der Fußball-Regionalliga zwischen Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt über die Bande gehängt worden sein. Ermittelt wird laut Polizei nun wegen Beleidigung und Bedrohung Koppes.
Der CDU-Politiker ist als Bürgermeister in Jena der zuständige Dezernent unter anderem für Sicherheit. Für die Ultras, Hardcore-Fans des Fußballregionalligisten, ist er seit Monaten Zielscheibe von Kritik und auch Beleidigungen. Im Vorfeld des Duells der Traditionsvereine aus Jena und Erfurt, das als Hochrisikospiel eingestuft wurde, hatte die Begrenzung der Zahl der Gästetickets für Ärger bei den Ultras beider Vereine gesorgt.