ThüringenMehr als Likör – Curaçao winziger Exportmarkt für Thüringen

"Grüne Wiese" kennen Ältere in Thüringen noch als beliebten 1980er-Jahre-Cocktail. Wichtigste Zutat: Blue Curaçao. Das Herkunftsland Curaçao ist erster Gegner Deutschlands bei der Fußball-WM.
Erfurt (dpa/th) - Die Karibikinsel Curaçao dürfte den meisten Thüringern durch den gleichnamigen Orangenlikör bekannt sein. Und möglicherweise steht der Cocktail "Grüne Wiese" aus Blue Curaçao, Orangensaft und Sekt am Sonntag beim ersten WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei einigen Fans auf dem Tisch. Doch das ist nicht die einzige Beziehung zwischen Thüringen und dem kleinen autonomen Land mit gerade einmal 160.000 Einwohnern, das zum Königreich Niederlande gehört. Curaçao ist auch ein winziger Absatzmarkt für die Thüringer Wirtschaft.
Bekleidung aus Thüringen exportiert
Im vergangenen Jahr wurden aus Thüringen Waren im Umfang von 77.000 Euro auf die Karibikinsel exportiert, wie das Wirtschaftsministerium in Erfurt auf Anfrage mitteilte. Wichtigste ausgeführte Warengruppe seien Bekleidungsartikel gewesen. Zur Einordnung: Das Gesamtvolumen der Thüringer Auslandsexporte umfasste laut amtlicher Statistik 18,2 Milliarden Euro, wobei auf den gesamten EU-Raum 9,3 Milliarden Euro und die USA als wichtigsten Exportmarkt außerhalb der EU rund 2 Milliarden Euro entfielen.
Keine Angaben machte das Ministerium zu Einfuhren aus Curaçao nach Thüringen. Ob der blaue Likör dabei eine Rolle spielt, ist ebenfalls unklar. Als Herkunftsland werden auf den im Einzelhandel erhältlichen Flaschen häufig die Niederlande angegeben. Laut Ministerium ist Curaçaos Wirtschaft eine der stärksten und am weitesten entwickelten in der Karibik und stützt sich hauptsächlich auf fünf Säulen: Tourismus, Erdölraffination, internationale Finanzdienstleistungen, Hafenlogistik und Online-Glücksspiel.