ThüringenWartburg zeigt kuriose Funde und Schätze aus Baugeschichte

Mit Loren, Seilbahn und viel Erfindungsgeist: Wer auf der Wartburg baute, hinterließ Spuren und sorgte für manch skurrilen Fund. Einblicke gibt eine Sonderschau.
Eisenach (dpa/th) - Was verbindet alte Konservendosen, eine leere Colaflasche und Drachenköpfe mit der Wartburg in Eisenach? Eine Antwort darauf gibt eine neue Sonderausstellung, die "Schätze, Schutt, Skurrilitäten. Geschichten von der Baustelle" präsentiert. "Der Titel der Ausstellung ist dabei Programm", sagt Kuratorin Grit Jacobs. Die ab kommenden Samstag zu besichtigende Schau lenkt den Blick auf Kuriositäten und Wissenswertes rund um die zahlreichen Bauarbeiten, die sich von der Erneuerung der Wartburg unter Großherzog Carl Alexander bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ereignet haben.
"Auf der Wartburg wurde immer und zu jeder Zeit gebaut", berichtet Jacobs. Dabei wurden so manche kostbaren Schätze und auch skurrile Stücke gehoben und hinterlassen. Einige dieser Fundobjekte sowie Zierelemente wie die Drachenköpfe und Wasserspeier - die im Depot verschwanden - können Besucher in der Ausstellung bestaunen.
Kurioses auf dem Dachstuhl
Dazu gehören etwa Konservendosen für Edelpflaumen und Schildkrötenfleisch, die im Dachraum des Palas gefunden worden und von der großherzoglichen Tafel stammten, wie Speisekarten aus jener Zeit belegten. Eine der Dosen sei dann später für Dekorationsmalerei verwendet worden, erzählt Jacobs.
Aber auch ein Hundehalsband aus dem 18. Jahrhundert, ein altes Schaufelblatt, Spießeisen sowie seltene und gut erhaltene Brillen um 1520 wurden schon auf der "Baustelle Wartburg" zutage gefördert und werden in der Sonderschau mit Licht und Schatten in Szene gesetzt. Daneben werden historische Fotografien, Dokumente und Anekdoten präsentiert.
Von Loren und kleinen Geheimnissen
Außerdem werden Gewerke und Handwerker vorgestellt, die mit unterschiedlichsten Transportmitteln wie Loren und einer Seilbahn für Baumaterialien und Schutt den Berg bezwangen. "Manch einer von ihnen verewigte sich stolz an der Bausubstanz oder schmuggelte eine leere Flasche Vita Cola neben die Kassette in das goldene Kreuz", so Jacobs. Die Ausstellung beleuchtet mit dem Bergfried und der Wasserleitung zur Burg - die als historisches Denkmal gilt - zudem zwei besondere Bauprojekte über die Zeiten.
Und auch im kommenden Jahr stehen wieder große Bauvorhaben auf der zum Unesco-Welterbe gehörenden Wartburg an. Mit Kosten von knapp zehn Millionen Euro werden dann die Sanierung von Festsaalgeschoss und Dach des Palas und des Gadem in Angriff genommen. Die Wartburg bleibe während der Bauarbeiten geöffnet, hieß es.