ThüringenWeniger Bierdurst - Landeshaushalt spürt Auswirkungen

Von 28 Millionen Euro auf 15,4 Millionen Euro - binnen 15 Jahren sind die Einnahmen des Landes aus der Biersteuer massiv gesunken. Ein Langzeittrend schlägt hier durch.
Erfurt (dpa/th) - Der nachlassende Bierdurst in Thüringen hat Folgen für den Landeshaushalt: Die Einnahmen des Landes aus der Biersteuer sind 2025 auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Insgesamt flossen rund 15,4 Millionen Euro aus der Biersteuer in den Landeshaushalt, wie aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervorgeht. 2010 waren es noch rund 28 Millionen Euro. Bei einer mit jährlichen Schwankungen etwa gleich gebliebenen Zahl der Braustätten – wozu nicht nur industrielle Brauereien, sondern auch Gaststättenbrauereien gehören – ist in diesem Zeitraum der Bierabsatz von 3,7 auf 2 Millionen Hektoliter zurückgegangen.
Biersteuer wird auf Biere aus Malz und bierhaltige Mischgetränke wie Radler erhoben. Die Höhe der Steuer richtet sich nach dem Stammwürzegehalt, der wiederum etwas über die Stärke des Bieres aussagt. Je Hektoliter versteuertem Bier nahm der Freistaat 2025 im Durchschnitt 8,39 Euro ein, was etwa 4,20 Cent je Halbliterflasche entspricht.
Mehr als 40 Braustätten in Thüringen
Brauereien berichten seit Jahren über einen Abwärtstrend beim Verkauf alkoholhaltiger Biere. Deutschlandweit ging die Menge nach früheren Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr um den Rekordwert von 6,0 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Liter zurück. Viele Brauereien produzieren verstärkt alkoholfreies Bier. In Thüringen gab es im vergangenen Jahr 46 Braustätten.