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Tourismusbranche ist zuversichtlich Ägypten wird Reiseziel bleiben

Seit Jahren gehört Ägypten zu den Boomländern im Tourismus. Über eine Million Deutsche reisen jedes Jahr ins Land der Pharaonen. Sie suchen Sonne, Strand und Kultur. Und sie haben sich bisher auch von schweren Anschlägen nicht abhalten lassen.

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Tourismus gehört zu de wichtigsten Standbeinen der Wirtschaft in Ägypten. (Touristen vor dem Eingang des Grabes Nummer 62 von Pharao Tut-Ench-Amun im Tal der Könige)

(Foto: dpa)

Tausende Urlauber fliehen jedes Jahr im Winter vor der Kälte in Europa an die ägyptischen Urlaubsorte am Roten Meer. Eine Nilkreuzfahrt und der Besuch der berühmten archäologischen Ausgrabungen gehören für Kulturinteressierte in aller Welt zum Pflichtprogramm. Vor dem Ägyptischen Museum in der Hauptstadt Kairo aber, das zu den wichtigsten Besuchermagneten der Stadt gehört, gab es zuletzt gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

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Unruhen: Polizisten halten an einer Straße in Suez Wache.

(Foto: dpa)

Die Tourismusbranche ist dennoch zuversichtlich, dass das Land als Reiseziel Bestand haben wird. "Ägypten ist von der touristischen Landkarte nicht wegzudenken", sagt Tui-Sprecherin Anja Braun. Nach Tunesien ist Ägypten das zweite beliebte Urlaubsland in der arabischen Welt, das Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen der Opposition mit den Sicherheitskräften wurde. Auch in Ägypten fordern die Demonstranten Demokratie und die Absetzung des Staatschefs.

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) fahren rund 1,2 Millionen Deutsche im Jahr nach Ägypten in die Ferien. Um die 90 Prozent verbringen ihre Ferien in den Badeorten rund um Hurghada, Marsa Alam und Scharm-el-Scheich. Auch der amtierende Außenminister Guido Westerwelle und sein Partner Michael Mronz haben dort soeben wieder Weihnachten und Silvester verbracht.

Wieviele deutsche Urlauber derzeit in dem Land unterwegs sind, konnten die Veranstalter nicht sagen. Neben den Deutschen gehören auch die Russen zu den großen Fans des Reiselandes Ägypten. Sie gelten als besonders zahlungskräftige Urlauber. Der Tourismus ist für Ägypten als Wirtschaftsfaktor nicht zu unterschätzen.

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Die Pyramiden von Gizeh auf einer Hochfläche, einem Ausläufer der Westlichen Wüste, acht Kilometer südwestlich der Stadt Gizeh.

(Foto: dpa)

Für die europäische Tourismusbranche sind Ägypten und Tunesien die mit weitem Abstand wichtigsten Länder in Nordafrika. Während Tunesien vor allem als Billigziel für reine Sonnenanbeter gilt, lockt Ägypten zusätzlich mit jahrtausendealter, einzigartiger Kultur. Dazu kommt eine relativ neue und gut ausgebaute Hotellerie in den Ferienorten am Roten Meer. Dort sind nicht nur die großen Ketten für Pauschalurlaube präsent, sondern auch die internationalen Hotelkonzerne. Längst ist Ägypten im Wintergeschäft zur wichtigsten Konkurrenz der Kanarischen Inseln geworden.

Dass es durch die Unruhen einen dauerhaften Einbruch bei Reisen in die arabische Welt geben wird, daran glauben die meisten Branchenexperten aber nicht. Spätestens seit dem 11. September 2001 wüssten die Menschen, dass es hundertprozentige Sicherheit nirgendwo auf der Welt geben kann, sagen sie. Erfahrungsgemäß gebe es nach Unruhen, bei denen auch Touristen betroffen sind, einen kleinen Knick in der Nachfrage. Langfristig ließen sich die Urlauber aber nicht abhalten, wieder zurückzukehren.

Das zeige sich auch in Ägypten. Trotz mehrerer Anschläge auf touristische Einrichtungen seit 2006 sei die Zahl allein der deutschen Urlauber von 967.000 beharrlich auf mehr als eine Million gestiegen, sagt der DRV.

Anders als bei früheren Anschlägen seien die Feriengäste derzeit so gut wie überhaupt nicht betroffen, betonen die Reiseveranstalter. Ausflüge nach Kairo seien zwar aus Sicherheitsgründen vorübergehend gestrichen worden. Thomas Cook mit der Hauptmarke Neckermann bietet ungeachtet der Unruhen aber jetzt auch wieder Ausflüge in die Hauptstadt an. "Wir entscheiden das jetzt Tag für Tag", sagt Sprecher Mathias Brandes. Wegen der langen Anreise aus den Touristenzentren am Roten Meer würden die Ausflüge ohnehin nur von einer kleinen Gruppe nachgefragt. Für Tui ist das derzeit kein Thema, weil keine Kairo-Trips auf dem Programm stünden. Die Veranstalter berufen sich auf die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Und danach gebe es keine Neubewertung der Sicherheitslage, sagt DRV-Sprecherin Zeuch.

Quelle: n-tv.de, Eva Tasche und Christian Ebner, dpa

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