Reise

Camping an der Ostsee Gute Laune trotz Regenwetter

Regen, immer wieder: So richtig schön ist der Sommer bislang nicht. Der Urlaub auf einem deutschen Campingplatz kann da schon mal ins Wasser fallen. Den Betreibern fehlen die Spontan-Urlauber.

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Urlaub zu Ende: Silke Theisz und Rolf Gernhardt bereiten ihre Abreise vor.

(Foto: dpa)

Silke Theisz und Rolf Gernhardt packen ihre Sachen. Für die Erfurter ist der Urlaub an der Ostsee vorbei. Schuld daran ist aber nicht das schlechte Wetter, sondern die Arbeit, die daheim in Thüringen wartet. Von Wolken und Regen haben sich die Camper ihren Urlaub nicht verderben lassen. "Uns stört das Wetter überhaupt nicht, wir haben uns darauf eingestellt", sagt Silke Theisz, während sie mit ihrem Mann die Zeltplane zusammenlegt.

So wie die beiden Erfurter üben sich die meisten Urlauber auf dem Campingplatz "Fördeblick" an der Ostsee in Laboe in positivem Denken. "Es kommt darauf an, was man aus dem Wetter macht", so das Motto. Kommt mal die Sonne raus, wird umso intensiver gebadet und Sonne getankt. Silke Theisz genießt den Meerblick. "Dicke Jacke an und Decke um die Beine - dann könnte ich hier stundenlang sitzen und Schiffe gucken."

"Urlaub ist Urlaub"

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Ausharren und hoffen: Familie Wessolleck vor ihrem Wohnwagen auf dem Campingplatz bei Laboe.

(Foto: dpa)

Jeanette und Michael Rein sitzen mit Tageszeitung und Kreuzworträtsel in ihrem Wohnwagen-Vorzelt, während ihr Sohn mit einem Freund am Strand ist. Ihr Lager wegen des schlechten Wetters abzubrechen, kommt für sie nicht infrage. "Urlaub ist Urlaub", sagt das Ehepaar aus dem Kreis Pinneberg.

Und den will das Paar trotz des schlechten Wetters genießen. Der Start in die Ferien allerdings misslang: Zuerst hatte die Familie ihren Wohnwagen auf einem anderen Platz wenige Kilometer entfernt abgestellt - der wurde vom Dauerregen überflutet. "Unser Wohnwagen musste mit dem Trecker herausgezogen werden", berichten die Reins. Die Familie wich auf den "Fördeblick" aus.

Im Norden muss man damit rechnen

Bei den Pächtern des Campingplatzes, Georgia und Ulrich Boenigk, kommt am Telefon die eine oder andere besorgte Frage nach dem Wetter. Stornierungen gebe es aber keine. "Wer bei uns im Norden Urlaub macht, der weiß, dass er mit schlechtem Wetter rechnen muss. Regen gehört dazu", sagt Georgia Boenigk. Einbußen gebe es jedoch bei den Spontan-Urlaubern, die ihr Zelt bei schlechtem Wetter eher im Keller stehen ließen.

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Ordnung muss sein: Dauercamper Dieter Frey mäht vor seinem Wohnwagen auf dem Campingplatz "Fördeblick" den Rasen.

(Foto: dpa)

Das bestätigt der Vorsitzende des Verbandes der Campingunternehmer Schleswig-Holsteins, Gert Petzold. "Das Problem ist, die Gäste können momentan nicht erkennen, ab nächster Woche kommt ein Hoch. Wir kommen ja von einem Regengebiet ins nächste, das lässt die Gäste zögerlich werden", sagt er.

Gebremster Optimismus

Zu Beginn der Saison waren die Betreiber zuversichtlich, das schlechte Wetter in der Hauptsaison hat ihren Optimismus gebremst. Es gebe schon ein kleines Minus verglichen mit dem Vorjahr, sagte Petzold. Die Camper, die dem Wetter trotzen, seien aber guter Stimmung. "Diejenigen, die da sind, sind sehr wetterresistent", sagt Petzold.

Urlauberin Maike Schicharin betont die vielen Alternativen zum Strand. Mit ihrer Familie ist sie auf dem Weg zum Minigolf - auch ein Schwimmbad, die Kieler Innenstadt und Museen wurden schon als Schlechtwetter-Alternative genutzt. "Wenn der Regen aufs Wohnwagendach prasselt, ist das sogar sehr gemütlich", findet sie.

Quelle: ntv.de, Miriam Schmidt, dpa