Reise
Montag, 08. Dezember 2008

Weihnachtsdorf Waldbreitbach: Nachtwurzelkrippe ist Sensation

Eine Burg für Bösewicht Herodes und ein Stall für das Jesuskind: Das sind nur zwei Szenen, die die große und detailreiche Naturwurzelkrippe in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Waldbreitbach in Rheinland-Pfalz zeigt. Vor einigen Jahren schaffte die Krippe es bereits in das Guinnessbuch der Rekorde. Zur Adventszeit sind nun wieder an die 800 Wurzeln auf einer Fläche von 80 Quadratmetern ineinander verkeilt. Sie bilden die Kulisse für Szenen aus der Weihnachtsgesichte. Die Naturwurzelkrippe ist eine Attraktion, mit der das "Weihnachtsdorf Waldbreitbach" Gäste anlockt. Nach Angaben des Touristikverbandes Wiedtal besuchen in der Weihnachtszeit viele Zehntausend Menschen den Ort mit 2000 Einwohnern.

Krippen sind in Waldbreitbach auf Schritt und Tritt zu sehen. Ein Elektrofachgeschäft steckte sie in ein altes Fernsehgehäuse, eine Schuhhändlerin präsentiert sie in einem Karton. Im Schaufenster der Töpferei von Wilhelm Schmitz leuchtet eine Unterwasserkrippe. In einem einen Meter langen und etwa je einem halben Meter breiten und tiefen Aquarium suchen Maria und Josef mit Jesus Schutz unter einem Halbgefäß aus Ton. Dabei werden sie von kleinen Buntbarschen beäugt. "Das Wasser, die Pflanzen, die Fische und das formbare Material "Ton" oder "Erde" haben Symbolcharakter und erinnern an die Schöpfungsgeschichte, die Anfänge des Lebens", erklärt Schmitz.

1300 Krippen aus der ganzen Welt

Noch mehr Krippen gibt es auf dem großen Krippenweg zu sehen, der von Weihnachten an kilometerweit über Waldbreitbach und die umliegenden Orte führt. Mehr als 1300 Krippen aus der ganzen Welt gehören zur Ausstellung des Hoteliers und Krippenbauers Gustel Hertling. Sie kommen unter anderem aus Indien, Japan, China oder Bolivien. Hertling war es auch, der mit einigen Mitstreitern 1999 an einem Berghang oberhalb des Ortes einen riesigen Weihnachtsstern installierte. Seitdem werden dort jedes Jahr Lichterketten mit rund 1400 Glühbirnen angebracht. Sie ergeben von weitem gesehen die Form an der Fassade eines alten Fachwerkhauses, eine acht Meter hohe Weihnachtspyramide und mannshohe Weihnachtsfiguren.

"Es kam eines zum anderen", erklärt Verkehrsamtsleiterin Irmgard Jungblut. Die Weihnachtsattraktionen belebten Waldbreitbach in der ansonsten eher ruhigeren Winterzeit. Damit zur Adventszeit alles steht, packen viele in ihrer Freizeit mit an. Für die große Krippe in der Kirche mussten beispielsweise Unmengen Moos und zentnerschwere Wurzeln herangeschleppt werden. Seit Anfang November waren acht Männer mit dem Aufbau der Krippe beschäftigt, darunter auch der 79 Jahre alte Julius Dietz. "Wir freuen uns, wenn nachher alles fertig ist", erklärt er. Das Jesuskind suchen Besucher allerdings zunächst vergeblich. Es wird erst an Heiligabend in die Krippe gelegt.

Bettina Grachtrup, dpa

Quelle: n-tv.de