Beast Mighty Plus ausprobiertDieser Standmixer geht viral – wir haben ihn getestet
Von Sebastian Priggemeier
Standmixer müssen nicht groß und klobig sein, das beweist der Beast Mighty 850 Plus. Wir haben den Smoothie-Shootingstar getestet.
Kleine Maße, große Mixleistung – so beschreibt Hersteller Beast seinen Smoothie Maker. Und ja, schon beim Auspacken des Pakets wird klar: Dieser Standmixer ist anders. Kompakt. Leicht. Handlich. Außerdem hat der Beast Mighty 850 Plus einen speziellen Look. Der Standmixer-typische XL-Glaskrug fehlt, stattdessen liegen unterschiedlich große Becher aus Kunststoff mit Riffel-Optik im Paket.
Ein Beast im Baby-Format
Vorab muss ich zugeben: Mir kommt es auf die Größe an – und auf das Äußere. Ich habe nämlich nicht viel Platz in der Küche und klassische Standmixer sind meist ziemlich klobig. Deshalb wurden solche Geräte bei uns bisher unter der Spüle verstaut (oder besser: versteckt). Der Beast-Mixer ist allerdings – je nach Aufsatz – maximal 38 Zentimeter hoch und zehn Zentimeter breit, also deutlich kompakter als traditionelle Standmixer. Mit 2,2 Kilogramm Gewicht ist er außerdem so leicht, dass er sich ganz simpel bewegen lässt. Kleine Maße? Haken dran.
Aber wie steht es um die "große Mixleistung", die der Hersteller verspricht? Ist der Preis von 169 Euro für das 850-Watt-Modell gerechtfertigt?
Standmixer mit drei Mixbechern aus Tritan (415 ml, 640 ml und 785 ml)
850-Watt-Motor
Messereinheit aus Edelstahl
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Wie viel Power hat der Beast-Mixer wirklich?
Um die Leistung des Geräts zu testen, stelle ich das Beast vor ein paar Alltags-Aufgaben:
Einen Proteinpulver-Smoothie mixen
Eiswürfel in Crushed Ice verwandeln
Mandeln zu Nussmus zerkleinern
Ich checke zudem mit Hilfe einer App, wie laut der Mixer im Einsatz wird und wie leicht er sich reinigen lässt.
Alltags-Aufgabe 1: Einen Proteinpulver-Smoothie mixen
Wenn es in meinem Alltag ein Ritual gibt, dann dieses: Nach dem Fitnessstudio gönne ich mir einen Eiweiß-Shake mit Haferflocken und tiefgekühlten Beeren. Der Shake darf gerne cremig sein, Stückchen mag ich nicht. Ob der Beast-Standmixer das hinbekommt?
Ich schnappe mir den größten Mixbehälter im Set (knapp 800 ml Fassungsvermögen) und fülle ihn zur Hälfte mit Mandelmilch. Eine Handvoll TK-Beeren kommt hinzu, kernige Haferflocken und zwei Messlöffel Eiweißpulver. Laut Bedienungsanleitung ist es wichtig, erst die Flüssigkeit in den Becher zu gießen, dann feste Bestandteile und zum Abschluss das Pulver. Den Klingenaufsatz anschrauben, fertig. Kann losgehen!
Im Internet findet sich ein Lifehack für besonders cremige Ergebnisse mit dem Beast-Mixer: Zuerst dreimal kurz auf die Powertaste drücken, um die Masse kurz anzumixen und feste Bestandteile vorab zu zerkleinern. Dann knapp zwei Sekunden lang den Power-Knopf gedrückt halten, damit der einprogrammierte Mix-Zyklus startet, der drei mal 20 Sekunden dauert. Ein "seidenweiches Ergebnis" verspricht Hersteller Beast auf seiner Webseite – und ja, der Smoothie geht runter wie... naja, wie ein cremiger Smoothie eben! Volle Punktzahl. Absolut lecker. Keine Stückchen.
Alltags-Aufgabe 2: Eiswürfel in Crushed Ice verwandeln
Wer ab und an zuhause Cocktails mixt, freut sich über Crushed Ice. Ein leistungsstarker Standmixer sollte Eis innerhalb weniger Sekunden in kleinste Teile zerschreddern. Mit seinen 850 Watt ist der Beast Mighty Plus nicht übermäßig motorisiert – es gibt diverse Hochleistungsmixer mit 2.000 Watt (Hersteller Beast hat selbst auch ein Gerät mit 1.200 Watt im Sortiment). Aber der wirklich cremige Smoothie aus der ersten Testrunde belegt: Der Mixer setzt seine Motorkraft effektiv ein. Gilt das auch für diese coole Aufgabe? Ich möchte zunächst runde Eisbälle zerkleinern. Vier Bällchen landen im mittelgroßen Becher (ca. 640 ml Fassungsvermögen).
Ein kurzer Mixstoß, zwei kurze Mixstöße, drei Mixstöße und es passiert: nichts. Die Edelstahl-Klingen drehen sich extrem schnell, sie erwischen die Kugeln allerdings nicht. Auch mit dem voreingestellten Mixprogramm entsteht kein Crushed Ice. Nur Lärm.
Etwas besser ist das Ergebnis, als ich statt der Eiskugeln klassische Eiswürfel in den Becher fülle. Das Crushed Ice sammelt sich an der geriffelten Wand des Bechers. Es lässt sich mit einem Löffel gut entnehmen und hat eine ideale Konsistenz, um damit Cocktails zu verfeinern und zu kühlen.
Eine leise Angelegenheit ist die Herstellung von Crushed Ice nicht unbedingt: Der Beast-Mixer entwickelt eine Lautstärke von knapp 90 Dezibel, zeigt die Lärm-App an. Etwas leiser ist das Gerät, wenn der Mixbecher – wie vom Hersteller empfohlen – zu mindestens einem Drittel mit Flüssigkeit gefüllt ist. Dann soll auch das Mixergebnis besser sein.
Alltags-Aufgabe 3: Mandeln zu Nussmus zerkleinern
Meine Frau liebt Nussmus. Aber Nussmus ist teuer. Also warum nicht den Standmixer nutzen, um das Mus deutlich günstiger selbst herzustellen? Für den Test nutze ich wieder den mittelgroßen Mixbehälter. Laut Internet-Rezept sind 300 Gramm geröstete Mandeln als Füllmenge ok. Flüssigkeit gebe ich nicht hinzu. Ich bin sehr gespannt, aber wieder passiert zunächst wenig. Die Klingen surren und rotieren, Mandeln fliegen durch den Mixbecher.
Die besten Ergebnisse bekomme ich mit kurzen Mixstößen. So rutschen immer mal wieder Nüsse in Richtung der Klingen nach. Beim Dauermixen rotieren die Klingen nach wenigen Sekunden ohne Widerstand und es geht kaum voran. Insgesamt dauert mir das Ganze einfach zu lange. Mein Multi-Zerkleinerer für 30 Euro erledigt diese Aufgabe normalerweise innerhalb weniger Sekunden. Und der hat nur 400 Watt Motorleistung.
Nach fünf Minuten gebe ich auf. Das Mandelmus ist eher ein Mandelbrei mit kleinen Stückchen. Aber: Der Motorblock ist trotz der langen Powerphase nicht übermäßig warm geworden. Leicht warm ist dagegen das Nussmus, das ich mit einem Löffel aus dem Becher kratze. Und? "Lecker", sagt meine Frau. Geschmacksprobe bestanden. Trotzdem werde ich Nussmus oder Hummus künftig wieder mit dem Multi-Zerkleinerer machen. Auch, weil sich der Beast-Mixbecher anschließend sehr schwer reinigen lässt.
Die schicke Retro-Riffelstruktur des Tritan-Bechers soll laut Beast beim Mixen von Flüssigkeiten oder Früchten zu Smoothies mehr Umwälzungen erzeugen als eine glatte Becherstruktur – beim Nussmus-Mixen ist die Riffelstruktur allerdings nicht besonders hilfreich, denn etwa ein Drittel der Masse bleibt bei unserem Testlauf zwischen den Rillen hängen. Sie klebt und lässt sich kaum aus den Zwischenräumen entfernen. Gut, dass die Beast-Becher spülmaschinenfest sind.
Test-Fazit zum Beast Mighty 850 Plus
Durch seine coole Optik und die hochwertige Haptik hat der Beast-Standmixer schon beim ersten Kontakt überzeugt. Er fühlt sich einfach gut an, er sieht gut aus und er hat Power. Auch super: Das Gerät ist wirklich kompakt, es nimmt in der Küche also kaum Platz weg, und es ist mit 2,2 Kilogramm vergleichsweise leicht. Wer den Mixer im Schrank verstauen muss, verhebt sich daran nicht (andere Standmixer wiegen locker das Doppelte und sind deutlich unhandlicher).
Die Motorleistung von 850 Watt ist für Alltags-Aufgaben wie Smoothies oder Protein-Shakes absolut ausreichend. Für alle, die sich mehr Power wünschen, hat Beast noch ein Modell mit 1.200 Watt Motorleistung im Programm. Das kostet allerdings auch etwas mehr (UVP: 219 Euro).
Ja, für die Zubereitung von Nussmus würde ich eher zum Multi-Zerkleinerer greifen, aber ansonsten ist der Beast Mighty 850 Plus den klassischen Standmixer-Aufgaben gewachsen.
Beast bietet Mixer in zehn unterschiedlichen Farben an und mit unterschiedlichem Zubehör. Eines haben alle Modelle gemeinsam: Sie sind klein und daher leicht zu verstauen oder auch zu transportieren. Die günstigste Variante kostet 139 Euro, was nicht unbedingt ein Schnäppchen ist, angesichts der guten Verarbeitung ist der Preis aber völlig in Ordnung. Schick, stark, schnell gereinigt – der Hype um das Gerät ist gerechtfertigt.

