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Solar lohnt sich doch!Die fünf größten Photovoltaik-Mythen – und warum sie nicht stimmen

22.05.2026, 14:07 Uhr
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Dach nur nach Süden? Genug Sonne in Deutschland? Lohnt es sich auch ohne Einspeisevergütung? Wir rechnen ab mit den fünf größten Solarmythen. (Foto: IMAGO / CHROMORANGE)

PV-Anlagen gehören längst zum Stadtbild, und gerade in Zeiten der Energieunsicherheit wird Strom vom eigenen Dach für immer mehr Menschen interessant. Dennoch halten sich einige Solarmythen wacker – damit räumen wir jetzt auf.

Müssen Photovoltaik-Anlagen immer direkt nach Süden ausgerichtet sein? Macht eine Solaranlage komplett unabhängig vom Strombezug aus dem Netz? Und überhaupt: Scheint in Deutschland wirklich genug Sonne, damit sich PV auf dem Eigenheim lohnt? Einige Mythen und Gerüchte über die eigene Solaranlage auf dem Dach halten sich hartnäckig, obwohl Photovoltaik-Module auf zahllosen Dächern im ganzen Land zu sehen sind. Wir erklären, wie diese Vorurteile entstanden sind und warum sie nicht (mehr) stimmen.

Mythos Nr. 1: Photovoltaik lohnt sich in Deutschland nicht, weil die Sonne zu selten scheint

Deutschland gilt im Vergleich zu Südeuropa oder gar Nordafrika nicht als besonders sonnenreich. Viele verbinden das Konzept Strom aus Sonne deshalb mit Ländern mit besonders vielen Sonnenstunden, wie Spanien, Italien oder Marokko. Und schließen daraus, dass PV-Anlagen hierzulande gar nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen können.

Warum stimmt das so nicht? Photovoltaik braucht keine "Südeuropa-Sonne", sondern verwertbare Globalstrahlung – und davon gibt es in Deutschland genug. Laut Fraunhofer ISE lag die mittlere jährliche Globalstrahlung hierzulande im Zeitraum von 2001 bis 2020 bei rund 1.102 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr. Dass PV in Deutschland relevant ist, zeigt der Beitrag zur Stromversorgung: 2025 erzeugte Photovoltaik laut Fraunhofer-Institut rund 92 Terawattstunden Strom – das sind 17 Prozent des gesamten Strombedarfs.

Entscheidend dafür, ob sich eine PV-Anlage "lohnt", ist übrigens nicht nur die Sonneneinstrahlung, sondern auch eine Abwägung über Installationskosten, Eigenverbrauch, Ausrichtung, Verschattung und Finanzierung. Unverbindliche Beratungsmöglichkeiten gibt es bei einem Anbieter wie Enpal – die bieten einen simplen Online-Fragebogen an, der genau solche Punkte abfragt und auf dessen Grundlage ein Beratungsgespräch erfolgen kann.

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Mythos Nr. 2: Die Herstellung von Solarmodulen verbraucht mehr Energie als sie später erzeugen

Die Produktion von Solarmodulen benötigt Energie und Rohstoffe. Besonders die Herstellung von Silizium, Glas, Alurahmen und Elektronik wirkt energieintensiv. Daraus entsteht häufig die Vermutung, die Ökobilanz sei negativ. Bereits in den 90er-Jahren kursierte das Gerücht, dass zur Herstellung von Solarzellen mehr Energie benötigt wird, als sie später wieder "einspielen".

Warum stimmt das so nicht? Die Annahme war damals schon falsch, heute ist sie fern jeder Realität. In den 1980ern lag der sogenannte Energy-Payback bei geschätzten sieben Jahren, doch er sank drastisch. Das Fraunhofer ISE gibt im aktuellen Photovoltaics Report für PV-Systeme etwa ein Jahr als Energy Payback Time an. Das Umweltbundesamt rechnet, dass sich PV-Anlagen ohne Batteriespeicher in Deutschland nach durchschnittlich ein bis zwei Jahren energetisch amortisieren – und zwar inklusive Einberechnung von Herstellung, Transport, Installation, Betrieb und zukünftiger Entsorgung. Bei typischen Laufzeiten von 25 bis 30 Jahren kann ein solches System also ungefähr das Zwanzigfache der eingesetzten Energie erzeugen.

Mythos Nr. 3: Eine Solaranlage macht komplett unabhängig vom Stromnetz

Begriffe wie "Autarkie" oder "Unabhängigkeit vom Energieversorger" werden im PV-Marketing häufig verwendet. Dadurch kann leicht der Eindruck entstehen, eine PV-Anlage ersetze den Netzanschluss vollständig.

Warum stimmt das so nicht? Eine vernünftig dimensionierte PV-Anlage reduziert den Strombezug aus dem Netz deutlich, macht aber in der Regel nicht vollständig netzunabhängig. Der Grund ist simpel: Stromerzeugung und Stromverbrauch fallen zeitlich nicht immer zusammen. Besonders nachts und im Winter wird weniger oder gar kein Solarstrom erzeugt. Speicher können den Eigenverbrauch und den Autarkiegrad erhöhen, aber auch sie überbrücken nicht automatisch längere Phasen mit wenig Sonne. Vor allem im Winter wären eine Anlage mit extrem hoher Wp-Leistung oder völlig überdimensionierter Speicher nötig, um ganz auf den Bezug von Netzstrom zu verzichten, vor allem in Haushalten mit Wärmepumpe. Das würde die Rentabilität der PV-Anlage deutlich mehr in Schieflage bringen als der zusätzliche Bezug von teurerem Strom aus dem Netz.

Mythos Nr. 4: Das Dach muss zwingend nach Süden ausgerichtet sein

Südausrichtung mit passender Dachneigung liefert in Deutschland häufig den höchsten Jahresertrag bei Photovoltaik-Anlagen. Daraus wurde oft die vereinfachte Regel abgeleitet: Nur ein Süddach lohnt sich.

Warum stimmt das so nicht? Eine Südausrichtung ist zwar optimal, aber nicht zwingend erforderlich. Die Verbraucherzentrale nennt eine Südausrichtung mit etwa 30 Grad Dachneigung als optimal, weist aber zugleich darauf hin, dass auch Ost- und Westdächer heute oft sinnvoll sind. Sie erzeugen zwar meist weniger maximalen Jahresertrag, verteilen die Stromproduktion aber stärker über den Tag – auf morgens und abends. Das kann sogar den selbst genutzten Anteil erhöhen, weil die Erzeugung besser zu typischen Verbrauchszeiten passt. Ein Dach, das komplett Richtung Norden ausgerichtet ist, sollte es hingegen besser nicht sein.

Diese Regel gilt übrigens auch für Balkonkraftwerke: Ein Nordbalkon ist nicht empfehlenswert. Zwei bis vier Module, die am Balkongitter hängend oder auf der Terrasse bzw. dem Flachdach stehend Richtung Süden, Osten oder Westen ausgerichtet sind, können helfen, die eigene Stromrechnung zu senken. Beim Anbieter Kleines Kraftwerk gibt es eine leistungsstarke Mini-PV-Anlage mit 2.000 Watt und dem von Computer Bild mit "sehr gut" bewerteten Speicher Anker Solarbank 2 Pro bereits für knapp über 1.000 Euro. So ein System amortisiert sich im Schnitt schon nach drei bis fünf Jahren.

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Mythos Nr. 5: Ohne Einspeisevergütung lohnt sich Solar nicht

In den Anfangsjahren der Photovoltaik war die damals sehr hohe Einspeisevergütung pro Kilowattstunde der wichtigste Wirtschaftlichkeitsfaktor. Viele ältere Kalkulationen beruhten darauf, möglichst viel Strom ins Netz einzuspeisen und dafür eine feste Vergütung zu erhalten. Das legt die Vermutung nahe, dass sich eine PV-Anlage ohne staatliche Einspeisevergütung wirtschaftlich nicht rechnet.

Warum stimmt das so nicht? Die Einspeisevergütung ist immer noch relevant und liefert einen nennenswerten Beitrag zur Amortisierung. Und noch gibt es sie: Knapp acht Cent pro kWh werden derzeit vom Staat zugesagt. Sie ist aber längst nicht mehr der einzige Hebel. Heute entsteht Wirtschaftlichkeit vor allem aus der Ersparnis durch vermiedenen Strombezug dank Eigenverbrauch. Eigenverbrauch lohnt sich besonders dann, wenn die Differenz zwischen Strombezugskosten und den Stromgestehungskosten der PV-Anlage groß ist. Neue PV-Anlagen erzeugen Strom laut Fraunhofer ISE bei kleinen Dachanlagen im Bereich von sechs bis 14 Cent pro kWh, während Haushaltsstrompreise deutlich darüber liegen – bei 30 bis 35 Cent. Wer eine gut ausgerichtete, wenig verschattete PV-Anlage betreibt und vielleicht noch einen Speicher hat (was den Eigenverbrauchsanteil erhöht), der kann die Investition auch komplett ohne Einspeisevergütung reinholen – das dauert dann vielleicht 14 statt nur zwölf Jahre, doch danach produziert die Solaranlage immer noch über zehn Jahre lang günstigen Ökostrom.

Fazit: Diese ollen Mythen können weg

Viele Vorbehalte gegenüber Photovoltaik beruhen auf veralteten Annahmen oder stark vereinfachten Faustregeln. Moderne PV-Anlagen funktionieren in Deutschland zuverlässig, amortisieren sich energetisch schnell und können Stromkosten deutlich senken. Gleichzeitig machen sie Haushalte aber meist nicht vollständig autark, sondern reduzieren vor allem den Netzbezug. Entscheidend sind Standort, Dachfläche, Ausrichtung, Verbrauchsprofil und eine realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung. Wer Photovoltaik sachlich bewertet, findet darin keine Wunderlösung – aber eine ausgereifte, wirksame Technologie für die Energiewende.

Quelle: ntv.de