Außen Flop, innen topDiese MacBooks mit Schönheitsfehlern sind richtig günstig

MacBooks sind selten richtig günstig. Umso interessanter wird es, wenn nicht der Chipsatz, sondern der Look des Äußeren den Preis drückt. Lohnen sich diese Back-Market-Deals?
Apple-Notebooks gelten als besonders wertstabil. Selbst mehrere Jahre alte Modelle erzielen auf dem Gebrauchtmarkt oft noch überraschend hohe Preise. Wer deutlich weniger als den Neupreis zahlen möchte, aber auf private Verkaufsplattformen verzichten will, landet häufig bei generalüberholten Geräten. Bei Back Market gibt es aktuell eine besonders günstige Variante: MacBooks mit sichtbaren Sticker-Spuren auf dem Gehäuse. Optisch nicht mehr makellos, technisch jedoch weiterhin mit zuverlässiger M1-Leistung ausgestattet.
MacBooks bei Backmarket: Warum hässlich hier nicht kaputt bedeutet
Back Market versteht sich als Marktplatz für aufbereitete Technik. Laut Anbieter werden die Geräte von professionellen Wiederaufbereitern geprüft, gereinigt und bei Bedarf repariert. Die Zustandsnoten beziehen sich dabei vor allem auf die Optik – nicht auf die Funktion. Technisch sollen auch Geräte mit sichtbaren Gebrauchsspuren vollständig funktionieren. Zusätzliche Sicherheit bieten 30 Tage Rückgaberecht und zwölf Monate Garantie.
Die sogenannten hässlichen Modelle setzen genau dort an, wo viele Gebrauchtgeräte sonst günstig zu haben sind: am Gehäuse. Sichtbare Sticker-Spuren, kleine Kratzer oder Mikrokratzer senken den Preis deutlich, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Das Ergebnis: M1-Technik zu einem Preis, bei dem ein paar Kratzer plötzlich weniger nach Makel aussehen – und mehr nach Rabatt mit leichter Patina.
MacBook Pro M1: Der kräftigere Kratzer-Kandidat
Das MacBook Pro 13 mit M1-Chip ist die leistungsstärkere der beiden Optionen. Der M1-Chip kombiniert eine Achtkern-CPU mit einer Achtkern-GPU – vereinfacht gesagt: acht Kerne für allgemeine Aufgaben, acht weitere speziell für Grafik. Dazu kommen acht GB Arbeitsspeicher und eine 512 GB große SSD als Festspeicher. Das Fachmagazin Chip lobte im damaligen Test ausdrücklich nicht nur die Leistung des 2020 neu vorgestellten Apple-Chips, sondern auch die hervorragende Akkulaufzeit. Natürlich gelten Tests für ein sechs Jahre altes Gerät nur noch mit Einschränkungen. Zum Vergleich: Apple ist in seinen Notebooks mittlerweile beim M5-Chip angekommen. Trotzdem leisten die M1-Chipsätze nach wie vor genug, um Office-Aufgaben, Video-Streaming und Bildbearbeitung locker zu stemmen.
Bei Back Market liegt dieses Modell mit Sticker-Spuren aktuell bei 598 Euro – vor einem möglichen Eintauschrabatt. Der Zustand ist mit "Gut" angegeben. Laut Verkäufer ist das Gerät voll funktionsfähig; möglich sind Mikrokratzer am Bildschirm sowie leichte Kratzer am Gehäuse. Das Pro eignet sich damit vor allem für alle, die mehr Speicher und die stärkere Grafikeinheit wollen, aber keinen makellosen Auftritt brauchen.
Die Details:
Display: 13,3-Zoll-Retina-Display mit 2.560 × 1.600 Pixeln
Prozessor: Apple M1 mit Achtkern-CPU und Achtkern-GPU
Speicher: 8 GB RAM, 512 GB SSD
Anschlüsse: 2 Thunderbolt-/USB-4-Ports, 3,5-mm-Klinke
MacBook Air M1: Der günstige Leisetreter
Das MacBook Air 13 mit M1-Chip ist der Preisbrecher im Duo. Es kostet aktuell nur 429 Euro und bringt ebenfalls acht GB RAM mit – allerdings nur 128 GB SSD-Speicher, was für umfangreiche Foto- oder Videosammlungen schnell eng werden kann. Dafür bleibt es im Alltag komplett lautlos: Apple verzichtet beim Air auf einen Lüfter, was einen Geräuschpegel von null Dezibel im Betrieb bedeutet.
Der Haken liegt weniger in der Leistung als im knappen Speicher und den nur zwei USB-C-Anschlüssen. Bei Back Market ist das MacBook in Space Grau im Zustand "sehr gut" verfügbar. Laut Verkäufer funktioniert das Gerät einwandfrei und weist keine Kratzer auf dem Bildschirm auf – allerdings können sichtbare Mikrokratzer am Gehäuse vorkommen.
Die Details:
Display: 13,3-Zoll-Retina-Display mit 2.560 × 1.600 Pixeln
Prozessor: Apple M1 mit Achtkern-CPU und Siebenkern-GPU
Speicher: 8 GB RAM, 128 GB SSD
Anschlüsse: 2 Thunderbolt-/USB-4-Ports, 3,5-mm-Klinke
MacBook gebraucht kaufen: Lohnt sich das?
Wer bei einem Notebook vor allem auf solide Rechenleistung und gute Displayqualität zum kleinen Preis schaut, kann mit einem generalüberholten M1-MacBook spürbar sparen. Die sichtbaren Sticker-Spuren sind dabei eher ein kosmetisches Thema: Laut Back Market werden die Geräte geprüft, gereinigt und funktionsfähig verkauft. Dazu kommen 30 Tage Rückgaberecht und zwölf Monate Garantie.
Weniger passend ist der Kauf, wenn ein makelloses Gehäuse, möglichst viel Speicher oder maximale Zukunftssicherheit entscheidend sind. Besonders das MacBook Air mit 128 GB SSD kann hier schnell knapp werden. Wer dagegen mit ein paar Spuren auf dem Deckel leben kann, bekommt viel Apple-Tempo für deutlich weniger Geld. Die Schönheit steckt hier klar unter der Tastatur.
Die Alternative: Neues MacBook Air mit M5-Chip
Wer stattdessen lieber zu einem neuen MacBook greifen möchte, muss auch erkennbar mehr Geld auf den Tisch legen. Das aktuelle MacBook Air mit dem M5-Chipsatz startet auf Amazon derzeit bei knapp unter 1.000 Euro. Dafür gibt es 16 GB Arbeitsspeicher, 512 GB SSD-Ablage und den modernsten Apple-Silicon-Chip, der im Vergleich rund doppelt so schnell rechnet wie die Ur-Variante.
Wer also bereit ist, doppelt so viel Geld auf den Tisch zu legen, bekommt auch einen entsprechenden Gegenwert. Allerdings gilt: Die Rechenleistung älterer MacBooks mit M-Chipsätzen reicht für die meisten Alltagsaufgaben und Anwendungen noch immer problemlos aus.
Fazit: Kleine Narben, großer Preishebel
Die laut Back Market hässlichen MacBooks zeigen, wie stark die Optik den Preis beeinflussen kann. Das Pro überzeugt mit mehr SSD-Speicher (512 GB statt 128 GB), der etwas stärkeren GPU und aktiver Kühlung für anspruchsvollere Aufgaben. Das Air lockt mit dem niedrigeren Einstiegspreis und dem charmanten Nebeneffekt eines vollständig lautlosen Betriebs. Für aufwendige Schnitt- oder Grafikprojekte sowie große Fotoarchive werden acht GB RAM und vor allem nur 128 GB SSD beim Air aber schnell zum Flaschenhals.
Das eigentlich Besondere an diesen Angeboten: Die Geräte müssen nicht so tun, als kämen sie frisch aus dem Apple Store. Sie tragen ihre Vorgeschichte offen auf dem Deckel – und wer damit leben kann, bekommt bewährte M1-Leistung zu Preisen, bei denen der eine oder andere Kratzer plötzlich nach einem vernünftigen Deal aussieht.
