Günstig investierenKostenlose Depots im Vergleich: Drei starke Angebote für den Einstieg

Depotführung ohne Grundgebühr ist heute bei vielen Direktbanken Standard. Unterschiede zeigen sich vor allem bei Orderkosten, Sparplänen und Zusatzleistungen. Drei etablierte Anbieter im Überblick.
Kostenlose Wertpapierdepots sind längst kein Nischenangebot mehr. Vor allem Direktbanken und Online-Broker verzichten zunehmend auf laufende Depotgebühren, um den Einstieg in den Wertpapierhandel einfacher zu machen. Doch „kostenlos“ bedeutet nicht automatisch „ohne Kosten“: Während die Depotführung häufig gratis ist, fallen beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren in der Regel Ordergebühren an. Gerade hier unterscheiden sich die Angebote teils deutlich. Ein Blick auf drei etablierte Anbieter zeigt, für wen sich welches Depot besonders eignet.
Consorsbank Wertpapierdepot: Breites Angebot mit klarer Sparplan-Orientierung
Das Wertpapierdepot der Consorsbank zählt zu den umfangreicheren Angeboten im klassischen Direktbankensegment und kombiniert ein breites Produktuniversum mit einem klaren Fokus auf Sparpläne und regelmäßiges Investieren.
Die Depotführung sowie das dazugehörige Verrechnungskonto sind dauerhaft kostenlos. Besonders im Bereich des langfristigen Vermögensaufbaus setzt die Bank auf ein vergleichsweise aktives Sparplanmodell, das sich durch eine große Auswahl auszeichnet.
Die wichtigsten Konditionen im Überblick:
Depotführung: kostenlos
ETF-Sparpläne: dauerhaft ohne Sparplangebühr
Aktien-, Fonds- und Zertifikate-Sparpläne: 12 Monate gebührenfrei
Orderhandel: 0,95 Euro pro Order über Tradegate Exchange (zzgl. marktüblicher Spreads)
Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollten sich etwa die Zinsen von den hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter sie nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.
Damit positioniert sich die Consorsbank klar im Bereich kostengünstiger Direktbanken, ohne allerdings das reine Neobroker-Preisniveau zu erreichen. Besonders für regelmäßige Anleger ergibt sich dadurch ein interessantes Verhältnis aus Kosten und Leistung.
Zusätzlich ergänzt die Bank das Depotangebot um ein verzinstes Tagesgeldkonto. Im Rahmen einer zeitlich befristeten Aktion werden 3,40 Prozent Zinsen p. a. auf Guthaben bis eine Million Euro für drei Monate gewährt. Dadurch entsteht eine Kombination aus Wertpapierdepot und kurzfristiger Liquiditätsanlage, die insbesondere bei höheren Anlagebeträgen interessant sein kann.
Comdirect Pure Depot: Schlanker Einstieg mit klarer Kostenstruktur
Mit dem Pure Depot hat die Comdirect ein bewusst vereinfachtes Depotmodell geschaffen, das sich vor allem an Einsteiger richtet, die ohne komplexe Gebührenmodelle in den Wertpapierhandel starten möchten. Im Mittelpunkt steht dabei eine reduzierte Struktur, die den Zugang zum Investieren möglichst unkompliziert gestaltet. Die Depotführung ist dauerhaft kostenlos. Auch bei den Handelskosten setzt das Modell auf eine vergleichsweise einfache und gut nachvollziehbare Preislogik.
Im Detail zeigt sich das Angebot vor allem so:
Depotführung: dauerhaft kostenlos
Orderkosten: 1 Euro pro Trade (zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und ggf. zusätzlicher Entgelte),
Sparpläne: ab 1 Euro Sparrate pro Wertpapier, 0 Euro Orderentgelt pro Trade für Sparpläne (zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten)
Damit bewegt sich das Pure Depot zwischen klassischer Direktbank und günstigem Online-Broker. Es bietet bewusst weniger Funktionsumfang als das Hauptdepot der Comdirect, setzt dafür aber auf eine klare und leicht verständliche Struktur.
In der Praxis dürfte das Angebot vor allem Anleger ansprechen, die einen einfachen Einstieg suchen und keine komplexen Trading-Funktionen benötigen. Die Integration in das Comdirect-Ökosystem schafft zusätzlich Stabilität und eine etablierte Bankeninfrastruktur, auch wenn spezialisierte Sparplanvorteile deutlich begrenzter ausfallen als bei anderen Anbietern.
ING Direkt-Depot: Einfaches Investieren mit klarer Nutzerführung
Das Direkt-Depot der ING ist Teil des Angebots einer der größten Direktbanken Deutschlands. Mit mehr als neun Millionen Kunden und rund einer Million betreuten Wertpapierdepots zählt die Bank zu den etablierten Anbietern im deutschen Markt. Entsprechend breit ist auch die Zielgruppe: Neben privaten Anlegern richtet sich das Angebot auch an Selbstständige.
Die Depotführung ist dauerhaft kostenlos. Im Mittelpunkt steht ein klar strukturiertes Gebührenmodell, das sich aus einem festen Grundpreis und einer prozentualen Komponente zusammensetzt. Gleichzeitig bleibt die Ausrichtung bewusst einfach und übersichtlich.
Die wichtigsten Konditionen im Überblick:
Depotführung: dauerhaft kostenlos
Ordergebühren: ab 4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert
ETF- und Sparpläne: ab 1 Euro Sparplanrate, große Auswahl, häufig ohne separate Ausführungsgebühr
Nutzeroberfläche: stark auf einfache Bedienbarkeit ausgelegt
Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich aktuell durch mehrere Aktionen: Dazu zählt eine zeitlich befristete Fonds-Aktion, bei der bis Ende Juni die übliche Ordergebühr für aktiv gemanagte Fonds im Direkthandel übernommen wird. Damit entfällt der Standardpreis von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent Kurswert für diesen Bereich vollständig. Auch im Bereich Verzinsung bietet die ING aktuell einen Zusatzanreiz, denn Neukunden erhalten ein kostenloses Extra-Konto als Verrechnungskonto mit drei Prozent Zinsen p. a. für vier Monate auf Guthaben bis 250.000 Euro.
Insgesamt ergibt sich ein breit aufgestelltes Depotangebot, das insbesondere durch seine einfache Struktur, die große Kundenbasis und die Kombination aus Wertpapierhandel und klassischen Bankleistungen geprägt ist.
Fazit: Kostenlos ist Standard – die Details entscheiden
Kostenlose Depotführung ist inzwischen Standard im Markt für Online-Broker und Direktbanken. Der eigentliche Unterschied zwischen den Anbietern zeigt sich in den Details – insbesondere bei Sparplänen, Orderkosten und Zusatzaktionen. Die Consorsbank überzeugt vor allem durch ihre starke Sparplanlandschaft und hohe Flexibilität. Das Comdirect Pure Depot richtet sich klar an Einsteiger und punktet mit einer einfachen Struktur sowie günstigen Einstiegspreisen, bleibt dabei aber bewusst etwas schlanker im Funktionsumfang. Die ING positioniert sich als ausgewogener Allrounder mit intuitiver Bedienung, transparenter Kostenstruktur und ergänzenden Aktionen wie Zinsangeboten oder vergünstigten Fondsorders. Damit zeigt sich: Nicht das „kostenlose Depot“ entscheidet, sondern die Passung zur eigenen Anlagestrategie – vom einfachen Einstieg über regelmäßiges Sparen bis hin zu aktiverem Handel.