Ciao, ihr Schleimer!Schneckenplage im Garten: Was hilft – und was nicht?

Der Sommer steht in voller Blüte, aber wer macht sich im Garten breit? Schnecken. Die glitschigen Gartenbesucher haben eine Vorliebe für zarte Pflänzchen und können ganze Beete kahlfressen. Was hilft gegen die Schneckenplage im Garten – und worauf sollten Hobbygärtner lieber verzichten?
Schnecken im Garten sind für viele Hobbygärtner der blanke Horror. Kaum ist das junge Gemüse gepflanzt, machen sich die schleimigen Plagegeister über die zarten Blätter her und hinterlassen nur kahle Stängel. Doch was tun, wenn Schnecken den Garten bevölkern und die Pflanzen bedrohen? Hier gibt es wirksame Methoden zur Bekämpfung – und einige, die besser vermieden werden sollten.
Warum kommen so viele Schnecken in den Garten?
Schnecken fühlen sich in Gärten pudelwohl. Denn: Die Schleimer lieben feuchte und schattige Plätze. In dichten, feuchten Pflanzenbeständen finden sie ideale Verstecke. Aber auch abgestorbene Pflanzenteile und Komposthaufen dienen ihnen als Rückzugsort.
Besonders in warmen und feuchten Jahren vermehren sie sich rasant. Die Gründe für eine Schneckenplage im Garten sind vielfältig: günstige klimatische Bedingungen, ein Mangel an natürlichen Feinden durch den Einsatz von Pestiziden und ein Überangebot an Nahrung in unseren Gärten. Zudem haben sich einige Arten, wie die spanische Wegschnecke, als äußerst anpassungsfähig erwiesen und breiten sich schnell aus.
Ihr Speiseplan ist dabei vielfältig: Von jungen Salatblättern über zarte Gemüsepflanzen bis hin zu Blumen – fast nichts ist vor ihren Schleimspuren sicher.
Was hilft gegen eine Schneckenplage im Garten?
Um die Schnecken im Garten loszuwerden, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Von mechanischen Methoden, über Hausmittel bis hin zu chemischen Wirkstoffen – mit den richtigen Tipps und Tricks lässt sich die Plage eindämmen.
Chemische Mittel gegen Schnecken: Effektiv, aber mit Vorsicht zu genießen
Schneckenkorn ist eines der gängigsten chemischen Mittel zur Schneckenbekämpfung. Es gibt verschiedene Varianten auf dem Markt, wobei das umweltfreundlichere Schneckenkorn auf Basis von Eisen-III-Phosphat bevorzugt werden sollte. Dieses wirkt nur auf Schnecken und ist für andere Tiere ungefährlich. Produkte wie "Ferramol" von Neudorff oder "Schnecken-Stopp" von Reinex sind empfehlenswert.
Wichtig: Seit 2014 ist der Einsatz von Schneckenkorn mit dem hochgiftigen Wirkstoff Methiocarb untersagt.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Mechanische Schneckenfalle zur Schneckenabwehr
Mechanische Schneckenfallen funktionieren auch bei Regen – und das, ohne Nachstreuen. Sie sind ideal für den Einsatz in Beeten, Blumenkästen und Gräbern. Eine Falle kann dabei eine bis zwei Quadratmeter große Fläche über einen Zeitraum von maximal drei Monaten schützen.
Barrieren schaffen: Kupferband gegen Schnecken
Barrieren sind eine weitere Möglichkeit, um Schnecken von den Pflanzen fernzuhalten. Kupferbänder, die um Hochbeete oder Pflanzgefäße gelegt werden, haben sich als wirksam erwiesen. Schnecken bekommen beim Kontakt mit Kupfer einen leichten Stromschlag, der sie davon abhält, weiterzukriechen.
Schneckenkragen schützt Salate
Ein sogenannter Schneckenkragen, auch Schneckenschutzring genannt, kann ebenfalls im Kampf gegen die glitschigen Garteneindringlinge helfen. Er funktioniert ohne Chemie, ist wiederverwendbar und einfach in der Handhabung: Einfach über den Salatkopf stülpen – und schon haben es die Schnecken schwer, ihren Weg ins feuchte Grün zu finden.
Bierfallen gegen Schnecken: Lockmittel mit Tücken
Bierfallen sind ein altbewährtes Hausmittel, das jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden sollte. Schnecken werden vom Geruch des Biers angezogen, fallen in die Falle und ertrinken. Diese Methode funktioniert, ist aber nicht ohne Nebenwirkungen: Die Fallen locken oft auch Schnecken aus der Umgebung an, was das Problem sogar verschlimmern kann. Zudem müssen die Fallen regelmäßig kontrolliert und geleert werden, um eine Überpopulation zu vermeiden.
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Schnecken regelmäßig absammeln
Regelmäßiges Absammeln der Schnecken, besonders in den Morgen- und Abendstunden, ist eine einfache und effektive Methode. Dabei sollten Gartenfreunde lieber Handschuhe tragen. Denn: Schneckenschleim ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch Flecken auf der Haut oder Kleidung hinterlassen. Handschuhe verhindern, dass der Schleim direkt mit der Haut in Berührung kommt.
Das beste Mittel gegen Schnecken: Natürliche Feinde fördern
Eine der effektivsten und umweltfreundlichsten Methoden gegen Schnecken ist die Förderung ihrer natürlichen Feinde. Igel, Vögel und Kröten ernähren sich gerne von Schnecken und können helfen, die Population in Schach zu halten. Durch das Anlegen von Unterschlupfmöglichkeiten wie Laubhaufen oder Totholz im Garten werden diese Nützlinge angelockt und der natürliche Kreislauf gestärkt.
Ein Geheimtipp sind Laufenten, die als wahre Schneckenvernichter gelten. Diese fleißigen Tiere ziehen ihre Bahnen durch den Garten und verschlingen Schnecken in großen Mengen. Allerdings ist die Haltung von Laufenten nicht für jeden Gartenbesitzer geeignet, da die Enten Platz und Pflege erfordern.
Schneckenbekämpfung: Auf welche Mittel besser verzichten?
Ja, Schnecken im Garten sind wirklich lästig. Doch nicht jedes Mittel sollte gegen die schmierigen Plagegeister zum Einsatz kommen.
Salz: Ein No-Go im Garten gegen Schnecken
Salz wird oft als schnelles und einfaches Mittel gegen Schnecken angepriesen, ist jedoch aus mehreren Gründen abzulehnen. Es entzieht den Schnecken Flüssigkeit, was zu einem qualvollen Tod führt. Darüber hinaus kann Salz den Boden schädigen, da es den Nährstoffhaushalt stört und das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigt.
Asche gegen Schnecken kann Boden schädigen
Auch Asche wird oft als Hausmittel gegen Schnecken eingesetzt, da sie die Schleimschicht der Tiere austrocknet. Allerdings ist ihre Wirkung bei Regen schnell verloren. Und: Sie kann den pH-Wert des Bodens ungünstig verändern, was wiederum das Pflanzenwachstum stört. Zudem kann Asche Schadstoffe enthalten, die den Boden belasten.
Schnecken: Prophylaxe ist besser als Bekämpfung
Bodenpflege und -gestaltung: Ein gut gepflegter Boden ist der erste Schritt zu einem schneckenfreien Garten. Regelmäßiges Umgraben stört die Lebensräume der Schnecken und ihrer Eier.
Feuchte Stellen vermeiden: Staunässe begünstigt die Schneckenvermehrung. Wer auf eine gute Drainage achtet und regelmäßig Laub und Pflanzenreste entfernt, macht es Schnecken schwer.
Barrieren schaffen: Pflanzen mit starkem Geruch wie Knoblauch, Thymian oder Salbei können Schnecken abschrecken.
Lockpflanzen: Hobbygärtner können einige wenige Salatköpfe oder andere Lieblingsspeisen der Schnecken an einem abgelegenen Ort anpflanzen. So lenken sie sie von ihren wertvollen Pflanzen ab.
Fazit: Kombination aus verschiedenen Methoden gegen Schnecken
Die wirksamste Schneckenbekämpfung besteht oft aus einer Kombination verschiedener Methoden. Natürliche Feinde, Barrieren und eine kluge Pflanzenwahl können den Einsatz chemischer Mittel überflüssig machen. Wenn chemische Mittel eingesetzt werden, sollte auf umweltfreundliche Varianten geachtet werden. Ein gut gepflegter Garten, in dem Verstecke für Schnecken minimiert werden, ist ebenfalls entscheidend.



