Shopping & Service
Anzeige

Insider-Tipps vom ExpertenStreichen wie ein Maler-Profi: Das richtige Equipment erspart eine Menge Ärger

09.01.2024, 16:10 Uhr
Mit-den-Tipps-vom-Profi-klappt-das-Streichen-sofort
Mann streicht (Foto: imago stock&people)

Ihre Wände brauchen neue Farbe? Dann sollten Sie nicht überstürzt loslegen, denn man kann einiges falsch machen. Mit unseren Profi-Tipps für das richtige Material und Vorgehen sparen Sie Zeit und Nerven.

Beim Streichen kann so einiges schiefgehen und oft sieht das Ergebnis alles andere als professionell aus. Auf einen doppelten und dreifachen Anstrich hat aber wohl niemand Lust. Das richtige Equipment ist dabei die halbe Miete, sagt ein Experte. Der Profi verrät, worauf sie achten sollten und wie Sie die häufigsten Fehler vermeiden. Ganz nebenbei lernen Sie auch die geheime Maler-Sprache. Oder wissen Sie bereits, was ein "Mäuschen" ist?

Farbe: Die Teuerste ist nicht die Beste

Sind Sie versucht, einfach im Baumarkt die teuerste Farbe zu greifen in der Hoffnung, damit auch die beste Qualität erwischt zu haben? Keine gute Idee, findet Maler Marco Schelzke aus dem Meisterbetrieb Karl Müller in Köln. Denn viel zu oft stecke einfach nur ein cleveres Marketing-Konzept hinter einer hochpreisigen Farbe.

Aber woran soll man sich dann orientieren beim Kauf der Wandfarbe? "Qualitativ hochwertige Farbe erkennt man an zwei wichtigen Parametern: An der Nassabriebsklasse sowie am Deckvermögen" erklärt der Experte. Fünf Stufen gibt es beim Nassabrieb und NAK1 sei die beste Klasse. Diese Farben sind am scheuerbeständigsten, reinigungsfähigsten und widerstandsfähigsten, so Schelzke.

Anzeige
Alligator Innenfarbe weiß, 12,5 Liter
75
37,50 €

Vorsicht vor billigen Füllstoffen

Am besten soll nach einem Anstrich schon alles perfekt und streifenfrei aussehen? Dann sollten Sie unbedingt auf die Deckkraft der Farbe achten. "In qualitativ hochwertigen Farben werden viele Pigmente verwendet", sagt Marco Schelzke aus dem Malermeisterbetrieb Karl Müller. Und die sorgen für eine gute Deckkraft.

Die deckenden Pigmente sind allerdings auch das teuerste an einer Farbe, daher werden sie laut Schelzke oft durch billigere Füllstoffe ersetzt. So eine minderwertige Farbe verursacht dann Streifen, da sie "aufgrund billiger Füllstoffe keinen einheitlichen Trocknungsfilm ausbildet" erklärt der Maler. Er empfiehlt hochpigmentierte Farben, um "Zeit, Geld und Nerven" zu sparen.

Anzeige
Alligator Super Weiß, 12, 5 Liter
64
60,99 €

Die richtige Farbrolle ist die "halbe Miete"

Mit der passenden Farbe haben Sie schon mal die vermutlich wichtigste Entscheidung getroffen. Beim Equipment lauert aber ein weiterer Fallstrick: Denn das falsche Werkzeug gehört für den Profi Marco Schelzke zu den häufigsten Fehlern beim Streichen.

Die Florhöhe (Länge der Fasern), Länge, Dicke, Größe "all´ das beinflusst die Farbauf- und abgabe", erklärt Schelzke. Das richtige Material mache "die halbe Miete" aus. Lohnenswert also, genau hinzugucken und nicht die erstbeste, günstige Rolle zu kaufen.

Anzeige
Kotarbau 5er Set Farbroller
404
19,89 €22,89 €

Welches Material empfiehlt aber jetzt der Experte für einen perfekten Anstrich? "Polyamid ist ein Multitalent", so Marco Schelzke. In seinem Unternehmen wird überwiegend damit gearbeitet. Das Material würde die Farbe gut aufnehmen und abgeben und somit für einen gleichmäßigen Anstrich sorgen. Es sei außerdem spritzhemmend, verliere keine Fusseln und habe eine lange Lebensdauer.

Was vor dem Streichen nötig ist

Ehe Sie jetzt drauflos streichen und es hinterher bereuen: Die richtige Vorbereitung erspart viel Arbeit und Nerven, sagt Maler Marco Schelzke. Der Untergrund müsse "anständig" vorbereitet werden. Das heißt für den Experten:

Anzeige
BTEC Tiefgrund
1051
24,95 €
  • Die Farbe an einer unauffälligen Stelle ausprobieren

  • eine gleichmäßige Saugfähigkeit mit einem Tiefgrund herstellen

  • etwaige Spachtelarbeiten

  • Boden abdecken

  • Lichtschalter etc. mit Klebeband abkleben

Sorgen Sie auch für ausreichend Licht. Vor allem in neu zu beziehenden Wohnungen ist es ein sehr häufiger Fehler, ohne richtig helles Licht zu streichen, so Schelzke.

Anzeige
Hychika LED Baustrahler
1903
21,99 €

Erstmal abkleben oder "beschneiden"

Zugegeben: nichts für Ungeduldige. Aber ehe die große Rolle zum Einsatz kommt, sollten Ecken und Ränder mit einem hochwertigen Kreppband abgeklebt werden. Sonst gibt es Patzer an der Decke und den Übergängen, erklärt Marco Schelzke.

Anzeige
Tesa Malerband 2er Pack
1929
10,08 €

Wer zum exakten Abkleben zu ungeduldig ist, für den gibt es Hoffnung: Der Profi-Tipp des Experten lautet an der Stelle: beschneiden. Aber ehe Sie jetzt mit dem Teppichmesser in die Raufaser schnitzen: Damit ist gemeint, dass Flächen mit einem Pinsel von Hand abgegrenzt werden. Auch eine kleine Farbwalze ("Mäuschen" genannt) erfüllt diesen Job gut, so Maler Schelzke.

Anzeige
Kotarbau Farbroller 70 mm, 10er Set
254
13,59 €

Die richtige Streichtechnik: "Feiertage" vermeiden

Hier sind wir endlich beim eigentlichen Streichen angekommen. Was kann jetzt noch schiefgehen? Zu viel oder zu wenig Farbe auf der Rolle! Ersteres verursacht die unschönen Laufnasen. Zu wenig Farbe wiederum produziert die nicht weniger hässlichen kahlen Stellen, die im Malerhandwerk auch "Feiertage" genannt werden.

Um die richtige Farbmenge zu erwischen, fangen Sie am besten in einer Ecke an und zwar vom Licht weg, also z.B. von einem Fenster aus in den Raum hinein. "Niemals mit der vollen Farbwalze am oberen oder unteren Rand ansetzen, sondern von der Mitte aus gleichmäßig von oben und unten verteilen.", rät Maler Marco Schelzke. Die Bahnen sollten sich dabei immer leicht überlappen, damit nasse Farbe auf nasser Farbe landet. Eine Walze niemals "trocken schrubben", so der Experte.

Reden wie ein Profi

Wenn Sie also mit den Experten-Tipps loslegen und erfolgreich Ihre Wände aufhübschen, können Sie sich mit diesem Vokabular aus der Malersprache endgültig wie ein Insider fühlen:

  • Feiertage = Stellen, die nicht ausreichend Farbe abbekommen haben

  • Beschneiden = mit Pinsel oder kleiner Farbwalze eine gerade Kante erzeugen

  • Mäuschen = kleine Farbwalze

  • Läufer = überschüssige Farbe, die eine Laufnase bildet

  • Beschichtung = Streichen

  • Beschichtungsstoffe = Farbe, Lacke, Grundierung

  • Haftungsprobe = Ausprobieren der Farbe

  • Materialauftrag = Streichen

Und jetzt: Immer ausreichend Farbe auf der Rolle!

Quelle: ntv.de, mma