Großer PreisvergleichWie teuer ist das Laden von E-Autos 2026?

Wer sein Elektroauto zu Hause lädt, fährt meist deutlich günstiger als an öffentlichen Schnellladesäulen. Ein passender Autostromtarif kann die Kosten zusätzlich senken. Wir zeigen, was E-Mobilität wo und wie viel kostet.
Elektroautos gelten im Alltag als günstige Alternative zu Benzinern und Dieselfahrzeugen. Zwar sind die Anschaffungskosten recht hoch, Wartung und Co. nachgelagert aber spürbar günstiger. Und auch das Laden mit Strom wirkt zunächst günstiger – erst recht bei Benzinpreisen jenseits der zwei Euro. Pauschal stimmt dieses Gefühl beim Kraftstoff aber nicht. Entscheidend ist, wo und zu welchem Tarif geladen wird. Der Hintergrund: An der heimischen Wallbox kostet der Strom häufig erheblich weniger als unterwegs. Besonders teuer kann spontanes Laden ohne Vertrag an öffentlichen Schnellladesäulen werden.
Für die folgenden Beispielrechnungen wird bei einem Elektroauto ein Strombedarf von 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer angenommen. Der Wert orientiert sich an den vom ADAC ermittelten Praxisverbräuchen aktueller Modelle und eignet sich als realistischer Richtwert für eine überschlägige Kostenrechnung. Dabei auch die beim Laden entstehenden Energieverluste berücksichtigt.
E.on bietet bis zu 240 Euro Nachtladebonus
Wer sein Elektroauto regelmäßig zu Hause lädt, kann mit einem speziellen Autostromtarif zusätzliche Vorteile erhalten. E.on bietet bei ausgewählten Ökostromtarifen einen Nachtladebonus von maximal 240 Euro pro Jahr. Das Angebot richtet sich an Haushalte, die ihr Fahrzeug überwiegend nachts mit dem heimischen Stromanschluss verbinden.
Der Bonus gilt für die Tarife E.on ÖkoStrom Home & Drive 12, Home & Drive 24 und Home & Drive Connect 12. Voraussetzung sind jeden Monat sechs Ladevorgänge, bei denen das Fahrzeug zwischen 0 und 6 Uhr für mindestens vier Stunden angeschlossen ist. Zusätzlich muss eine aktive Verbindung des Autos mit CarConnect bestehen. Die Auszahlung erfolgt mit der Jahresabschluss- oder der nächsten Turnusrechnung. Der Bonus wird nach den derzeitigen Bedingungen bis zum 31. Dezember 2027 gewährt.
bis zu 240 Euro Bonus pro Jahr
mindestens sechs qualifizierende Ladevorgänge pro Monat
mindestens vier Stunden Anschlussdauer
Ladezeitraum zwischen 0 und 6 Uhr
aktive Verbindung über CarConnect erforderlich
Auszahlung über die Stromabrechnung
Die 240 Euro sind damit kein pauschaler Sofortrabatt. Wie hoch der persönliche Vorteil ausfällt, hängt unter anderem von der Fahrleistung, dem Strombedarf und davon ab, in wie vielen Monaten die Voraussetzungen erfüllt werden.
So viel kostet das Laden zu Hause
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft bislang bei 37 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem angenommenen Strombedarf von 20 Kilowattstunden ergeben sich daraus Kosten von rund 7,40 Euro pro 100 Kilometer.
Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern werden rechnerisch etwa 3.000 Kilowattstunden Strom benötigt. Wird die gesamte Energie zum durchschnittlichen Haushaltsstrompreis bezogen, entstehen Ladekosten von ungefähr 1.110 Euro im Jahr.
Beispielrechnung für das Heimladen:
| Annahme | Wert |
|---|---|
| Strombedarf | 20 kWh/100 km |
| Strompreis | 37 Cent/kWh |
| Kosten pro 100 km | 7,40 Euro |
| Fahrleistung | 15.000 km/Jahr |
| Jährliche Stromkosten | 1.110 Euro |
Was der E.on-Bonus rechnerisch ausmacht
Wird in der Beispielrechnung der volle Nachtladebonus von 240 Euro erreicht, sinken die jährlichen Stromkosten rechnerisch von 1.110 auf 870 Euro. Umgerechnet entspricht das einem effektiven Preis von rund 5,80 Euro pro 100 Kilometer.
Auf die angenommene Strommenge von 3.000 Kilowattstunden verteilt, entspricht der Bonus einer rechnerischen Entlastung von acht Cent pro Kilowattstunde. Der eigentliche Stromtarif verändert sich dadurch zwar nicht, der Bonus reduziert jedoch die Jahreskosten.
Bei einer niedrigeren Fahrleistung verteilt sich der feste Bonus auf weniger Kilowattstunden und fällt rechnerisch stärker ins Gewicht. Allerdings müssen weiterhin jeden Monat sechs qualifizierende Ladevorgänge erfolgen. Vielfahrer erreichen diese Vorgabe leichter, verteilen den maximalen Bonus jedoch auf eine größere Strommenge.
Öffentliches Laden kann erheblich teurer sein
An öffentlichen Ladesäulen unterscheiden sich die Preise stark nach Betreiber, Ladeleistung und Tarif. Laut ADAC ist öffentliches Laden für weniger als rund 50 Cent pro Kilowattstunde nur selten möglich. An DC- und HPC-Schnellladern werden häufig eher höhere Preise verlangt. Hinzukommen können Grundgebühren, Roamingaufschläge oder Blockiergebühren, wenn man zu lange an einer Ladestation steht.
Bei einem Strompreis von 50 Cent kostet die Fahrt mit dem Beispielauto zehn Euro pro 100 Kilometer. Bei 65 Cent steigt der Betrag auf 13 Euro. Werden 84 Cent verlangt, sind es bereits 16,80 Euro.
| Ladeart | Strompreis | Kosten pro 100 km |
|---|---|---|
| Haushaltsstrom im Durchschnitt | 37 Cent/kWh | 7,40 Euro |
| öffentliches Laden | ca. 50 Cent/kWh | 10,00 Euro |
| öffentliches Schnellladen | ca. 65 Cent/kWh | 13,00 Euro |
| Ad-hoc-Laden (ohne Vertrag) | ca. 84 Cent/kWh | 16,80 Euro |
Hinweis: Die genannten Preise sind als Beispiel zu verstehen, die Kostenspanne ist breiter und hängt von Anbieter und Ladesituation ab.
Besonders kostspielig ist häufig das sogenannte Ad-hoc-Laden ohne bestehenden Vertrag. Eine ADAC-Untersuchung ergab, dass ein spontaner Ladevorgang bis zu 62 Prozent teurer sein kann als ein vertragsbasierter Tarif ohne Grundgebühr. In einem Beispiel an der Autobahn kostete die Kilowattstunde mit Vertrag 52 Cent, beim spontanen Laden dagegen 84 Cent.
Flexible Alternative: Mobile Elf-kW-Wallbox von Dé
Wer das teure öffentliche Laden vermeiden möchte, braucht nicht unbedingt eine fest installierte Wallbox. Wer bereits über einen geeigneten 16-Ampere-Anschluss verfügt, kann auch eine mobile Ladestation als flexible Alternative in Betracht ziehen. Die mobile Wallbox von Dé lädt dabei dreiphasig mit bis zu elf Kilowatt. Die Stromstärke lässt sich zwischen sechs und 16 Ampere einstellen, das fest angeschlossene Typ-2-Kabel ist sieben Meter lang. Bei Amazon kostet das Modell derzeit 159,95 Euro.
Die Details:
Ladeleistung: bis zu elf Kilowatt, einstellbar von sechs bis 16 Ampere
Anschluss: CEE 16 A auf Typ 2
Kabellänge: sieben Meter
Einsatzbereich: flexible Ladelösung für Garage, Carport oder andere Standorte mit geeignetem Anschluss
Öffentliches Laden ist nicht zwingend günstiger als Tanken
Wer ausschließlich öffentliche Ladesäulen nutzt, fährt mit einem Elektroauto deshalb nicht automatisch günstiger als mit einem Verbrenner. Nach Angaben des ADAC kostete Benzin am 10. Juli 2026 im bundesweiten Wochenmittel 2,02 Euro pro Liter. Diesel lag bei 1,95 Euro pro Liter. Ein Benziner mit einem Verbrauch von 6,5 Litern benötigt damit Kraftstoff für rund 13,13 Euro pro 100 Kilometer. Ein Diesel mit 5,5 Litern kommt auf rund 10,73 Euro.
Damit liegt öffentliches Laden zu 50 Cent pro Kilowattstunde noch knapp unter diesen Beispielwerten. Bei 65 Cent bewegt sich das Elektroauto bereits ungefähr auf dem Niveau des Benziners. Teures Ad-hoc-Laden kann sogar höhere Energiekosten verursachen. Der Vergleich berücksichtigt allerdings ausschließlich Strom- beziehungsweise Kraftstoffkosten. Wartung, Versicherung, Anschaffung, Steuern und Wertverlust sind nicht enthalten. Dazu kommt der Einfluss auf Umwelt und Klima, die sich bei Verbrenner und E-Antrieb ebenfalls unterscheiden.
Wo sich beim Laden des E-Autos am meisten sparen lässt
Der größte Kostenvorteil entsteht in der Regel beim regelmäßigen Laden zu Hause. Ein fester Stellplatz mit Wallbox oder geeigneter Lademöglichkeit bietet dabei nicht nur mehr Komfort, sondern auch bessere Möglichkeiten zur Tarifsteuerung. Wer das Auto nachts ohnehin mehrere Stunden abstellt, kann mit einem Angebot wie E.on ÖkoStrom Home & Drive zusätzlich vom Nachtladebonus profitieren. Vor dem Vertragsabschluss sollten allerdings der konkrete Tarifpreis, die Kompatibilität des Fahrzeugs mit CarConnect und die Bonusbedingungen geprüft werden.
Wer überwiegend öffentlich lädt, sollte dagegen einen passenden Ladetarif wählen und spontane Ad-hoc-Ladevorgänge möglichst vermeiden. Für regelmäßige Langstrecken kann sich auch ein Tarif mit Grundgebühr und niedrigeren Kilowattstundenpreisen rechnen. Relevant sind neben dem Energiepreis mögliche Roaming- und Blockiergebühren. Unterm Strich fährt ein Elektroauto 2026 nicht automatisch günstiger als ein Verbrenner. Entscheidend ist der Ladeort: An der heimischen Wallbox bleiben die Energiekosten meist deutlich niedriger. Wer ausschließlich öffentliche Schnelllader nutzt, verliert dagegen einen großen Teil des möglichen Preisvorteils.
