Debatte um SonntagsöffnungHandelsverbände fordern vollständige Freigabe der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen

Handelsverbände fordern nach der Ankündigung der Bundesregierung, die Öffnungszeiten für Bäckereien und Konditoreien an Sonntagen zu verlängern, eine völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen.
Einkaufen ist auch Freizeiterlebnis. Daher setzen wir uns für Sonntagsöffnungen im Einzelhandel ein, um Innenstädte attraktiv und lebendig zu halten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, der "Bild"-Zeitung (Montag).
Der Geschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, betonte: "Wir sollten endlich einen Schritt voran machen und den Sonntag in das Ermessen der Kaufleute und Kunden stellen. Wer in Deutschland sonntags ein Hemd verkauft, macht sich strafbar. Das ist im Online-Zeitalter von vorgestern."
Auch Sachsens Handelsverbandschef René Glaser spricht sich für eine Freigabe der Sonntagsöffnungszeiten aus: "Nach aktuellem Recht bedarf es stets eines besonderen Anlasses für Sonntagsöffnungen. Die Anforderungen sind teils undurchsichtig. Den Kommunen sind rechtssichere Genehmigungen kaum möglich. Es bedarf dringend einer Gesetzesänderung."
Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Beschlusspapier der Koalition sollen zum 1. Januar 2027 längere Sonntagsöffnungszeiten "für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken" in Kraft treten. Im Entwurf aus dem Bundesarbeitsministerium hieß es dazu, Bäckereien sollen sonntags bis zu acht Stunden öffnen dürfen, öffentliche Bibliotheken bis zu sechs Stunden.