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Wohnungswirtschaft warntNur rund 200.000 neue Wohnungen erwartet – Bedarf bleibt deutlich höher

06.07.2026, 12:25 Uhr
Kein-Turbo-beim-sozialen-Wohnungsbau-in-diesem-Jahr-sagt-der-Wohnungswirtschaftsverband-in-Suhl-Illustration

Die Wohnungswirtschaft erwartet für dieses Jahr noch weniger Neubau als 2025.

"Im laufenden Jahr 2026 dürften in Deutschland nur noch rund 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden, bei einem Neubaubedarf von rund 320.000 pro Jahr", erklärte derBundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW in Berlin.

2025 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 206.600 Wohnungen gebaut worden, ein Rückgang um 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Der Abwärtstrend hält nach Einschätzung des GdW wegen hoher Bau- und Finanzierungskosten an.

Die in dem Verband organisierte "sozialorientierte Wohnungswirtschaft" werde nach 24.000 Einheiten 2025 dieses Jahr wohl nur noch 16.000 fertigstellen."Wenn selbst unsere Unternehmen, die dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen und sichern, den Neubau massiv zurückfahren müssen, dann stimmt das System nicht mehr", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Der Verband beklagt, dass hohe Investitionen für den Erhalt, Klimaschutz, altersgerechten Umbau oder Digitalisierung Mittel für den Neubau auffräßen. So hätten die GdW-Unternehmen 2025 insgesamt 20,8 Milliarden Euro investiert. Davon seien 12,7 Milliarden Euro in den Bestand geflossen. Die Neubauinvestitionen seien auf 8,1 Milliarden Euro gesunken. Für 2026 sei ein weiterer Einbruch um rund 26 Prozent auf 6 Milliarden Euro zu erwarten.

Gedaschko mahnte eine echte "Fast Lane" - also eine Überholspur - für bezahlbaren Wohnungsbau an: "Baukosten runter, Verfahren beschleunigen, soziale Unterstützung sichern." Zudem müsse beim Bauen und Sanieren der Fokus auf Kosteneffizienz liegen.

Die Baupreise im Wohnungsbau sind nach Angaben des Verbands seit Ende 2019 um rund 51 Prozent gestiegen, die Zinsen hätten sich seit 2021 vervierfacht."Hohe Baupreise, hohe Finanzierungskosten und immer neue Anforderungen machen aus genehmigten Projekten Schubladenprojekte", meinte Gedaschko.

Quelle: ntv.de, dpa

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