Kurznachrichten

Beschluss des KabinettsUnrecht an Sinti und Roma soll aufgearbeitet werden

06.07.2026, 17:17 Uhr
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Michael Brand, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus. (Foto: IMAGO/BREUEL-BILD)

Die Bundesregierung will das nach 1945 an Sinti und Roma begangene Unrecht in der Bundesrepublik und der DDR wissenschaftlich aufarbeiten.

Das Kabinett beschloss dafür die Einsetzung einer unabhängigen Kommission, wie der Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus, Michael Brand (CDU), mitteilte.

Die Kommission soll Erkenntnisse aus Forschung und Archiven zur Situation von Sinti und Roma nach 1945 auswerten, eigene Untersuchungen in Auftrag geben und Betroffene und deren Nachkommen anhören. In einem Abschlussbericht sollen Empfehlungen an Politik und Gesellschaft festgehalten werden.

Mit dem Beschluss setzt die Bundesregierung eine Empfehlung des Bundestags aus dem Jahr 2023 um. Dem Völkermord der Nationalsozialisten an den europäischen Sinti und Roma fielen Schätzungen zufolge rund 500.000 Menschen zum Opfer.

"Die Einsetzung der Kommission ist ein längst überfälliger Schritt für Sinti und Roma und zugleich für unsere gesamte Gesellschaft", sagte Brand laut Mitteilung. "Denn Aufarbeitung und Erinnern helfen gegen noch immer vorhandene Vorurteile und zeigen Wege im gemeinsamen Kampf gegen strukturelle Diskriminierung auf."

Quelle: ntv.de, dpa

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