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"Ein Lebenszeichen"Unternehmen haben Produktion im Mai um 0,9 Prozent gesteigert – vor allem in Autoindustrie

07.07.2026, 08:54 Uhr
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Der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat im Mai wieder zugelegt. (Archivbild)

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Mai stärker als erwartet hochgefahren.

Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,9 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem es im April bereits zu einem Plus von 0,2 Prozent gereicht hatte.

"Ein Lebenszeichen – aber noch kein Comeback", kommentierte Ökonom Michael Herzum vom Fondsanbieter Union Investment die Entwicklung. "Die Stabilisierung ist noch kein Aufschwung." Der strukturelle Wettbewerbsverlust in den vergangenen Jahren habe die Produktion auf das Niveau von 2010 zurückgeworfen. Das zeige, wie tief die industrielle Aushöhlung reiche. "Die deutsche Industrie hat den Abwärtstrend gestoppt, aber der Weg aus der Krise führt nicht im Sprint nach oben, sondern im Schneckentempo", betonte Herzum.

Die Industrie allein erhöhte ihre Produktion im Mai um 0,8 Prozent zum Vormonat. Die positive Entwicklung ist maßgeblich auf die Zuwächse in der Automobilindustrie zurückzuführen (+3,6 Prozent). In den energieintensiven Industriezweigen - die unter gestiegenen Energiepreisen infolge des Iran-Kriegs leiden - legte die Erzeugung um 0,2 Prozent zu. Auch der Anstieg im Baugewerbe von 0,9 Prozent beeinflusste das Gesamtergebnis positiv. Die Energieerzeugung legte mit 0,8 Prozent ähnlich stark zu. Im weniger schwankenden Dreimonatsvergleich lag die Produktion von März bis Mai minimal um 0,1 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.

Immer mehr Unternehmen in Deutschland klagen trotz der Entspannung im Nahost-Konflikt über Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten. Im Juni hatten 17,2 Prozent der Betriebe mit Materialengpässen zu kämpfen, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage unter Führungskräften mitteilte. Im Mai lag der Anteil noch bei 15,9 Prozent. Die Forscher führen das auf den Iran-Krieg zurück. "Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Bis zur vollständigen Normalisierung der internationalen Lieferketten dürfte es noch einige Zeit dauern."

Quelle: ntv.de, rts

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