Wirtschaft

Liveticker zur Griechenland-Krise +++ 23:40 Optimismus bei Anlegern griechischer Aktien wächst +++

Ein kleiner börsennotierter Fonds (ETF) in den USA bildet griechische Titel ab und ermöglicht somit indirekt den Handel griechischer Werte. Der Global X FTSE Greece 20 ETF GREK erholte sich um weitere 1,9 Prozent, nachdem er am Vortag bereits um 5,9 und am Dienstag um 6,0 Prozent zugelegt hatte. Zum Wochenstart war der Fonds jedoch um knapp 20 Prozent eingebrochen.

+++ 22:38 Oberstes Gericht entscheidet: Ist das Referendum legal? +++
Die Kampagnen der beiden Lager sind in vollem Gange, das Referendum am Sonntag könnte aber noch komplett gestoppt werden. Das Oberste Gericht des Landes soll morgen über juristische Einwände gegen die Abstimmung entscheiden. Geklagt hat unter anderem ein ehemaliger Richter. Laut Klage ist es unzulässig, das Volk über Finanzfragen abstimmen zu lassen. Zudem sei die Frage unverständlich formuliert.

+++ 22:25 Sonderflüge bringen Auslandsgriechen zum Referendum +++

Griechische Wahlberechtigte können nur in Griechenland an ihrem Heimatort abstimmen. Offenbar ist das Interesse der Griechen auch im Ausland groß. Die Fluggesellschaft Aegean hat deshalb Sonderflüge von einigen europäischen Flughäfen angesetzt. Deutsche Städte sind allerdings nicht dabei. 

Auch die Autobahnen werden frei gemacht für das Referendum.
 

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+++ 22:15 Franzosen demonstrieren für Solidarität mit Griechenland +++
Mehrere tausend Franzosen sind am Abend aus Solidarität mit den Griechen auf die Straße gegangen. Auf Aufruf mehrerer Gewerkschaften zogen die Demonstranten durch die Hauptstadt Paris und skandierten "Solidarität mit dem griechischen Volk" oder "Widerstand in Griechenland, in Frankreich". Auch in anderen französischen Städten, unter anderem in Toulouse, fanden am Abend Solidaritätskundgebungen mit Griechenland statt.

+++ 22:05 Helmut Schmidt hetzt den Teufel auf Europas Regierungschefs +++
In der "Zeit" vergleicht Altkanzler Schmidt die Solidarität mit Griechenland heute mit der, die Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erfahren habe: "Im Verhältnis zur damaligen Lage Deutschlands und zur Hilfsbereitschaft dieser Länder, die wenige Jahre zuvor noch unsere Kriegsfeinde gewesen waren, ist das gegenwärtige griechische Problem ein minores – und der Teufel soll die europäischen Regierungschefs holen, wenn sie es nicht fertigbrächten, Griechenland zu retten!"

+++ 21:43 Offizielle Referendums-Website wirbt für Regierungsposition +++
Dies ist die offizielle Website für das Referendum am kommenden Sonntag. Sie zeigt nicht nur einen Countdown bis zum Abstimmungsbeginn an und Angaben, wo die Wahlberechtigten abstimmen können (diese Funktion ist nur auf Griechisch vorhanden), sondern auch eine Reihe von Stellungnahmen, Informationen und Infografiken zu den zur Abstimmung stehenden Vorschlägen. Während Ministerpräsident Tsipras und die Regierung ihre Position gleich mit mehreren Statements darlegen, ist die Gegenseite allein mit einem Appell des Ex-Regierungschefs Samaras für ein Ja vertreten. Auch die Infografiken führen ausführlich alle schlimmen Folgen der aus Sicht der Syriza-Regierung schlimmen Austeritätspolitik vor Augen. Die Argumente der Befürworter einer solchen Politik sind dagegen nicht auf der Seite zu finden.

+++ 21:22 Tsipras will bei "Ja"-Votum Vereinbarung mit Gläubigern eigenhändig unterschreiben +++
Sollte er mit seinem Wunsch, dass die Griechen am Sonntag mit Nein stimmen, unterliegen, will Tsipras nicht als Regierungschef zurücktreten. In dem bereits erwähnten Interview mit dem Sender ANT1 sagte er, dass er bereit sei, in diesem Fall die entsprechende Vereinbarung mit den Gläubigern zu unterschreiben - und weiterzuregieren. Damit grenzt sich Tsipras deutlich von seinem Finanzminister Varoufakis ab, der nicht nur seinen Rücktritt im Fall eines "Ja"-Votums angekündigt hatte, sondern auch, dass er sich lieber den Arm abschneide, als die von den Gläubigern vorlegte Vereinbarung zu unterschreiben.

+++ 21:03 Tsipras: Schuldendeal spätestens 48 Stunden nach Referendum +++
Eine Einigung mit den Gläubigern auf ein neues Schuldenabkommen ist laut Athens Regierungschef nach dem Referendum am Sonntag innerhalb von 48 Stunden zu erwarten. Das sagte Tsipras dem Fernsehsender ANT1. Dann würden die Banken auch wieder öffnen. Die langen Warteschlangen vor den Geldautomaten bezeichnete Tsipras als beschämend. Dafür verantwortlich seien jedoch die Partner in der Euro-Zone, die die Europäische Zentralbank dazu gezwungen hätten, die für die griechischen Banken wichtige Unterstützung einzufrieren.

+++ 20:55 Griechische Banken nehmen wieder Bargeld an +++
Die drei größten griechischen Banken nehmen wieder Einzahlungen ihrer Kunden entgegen. Wie die Nationalbank, die Bank von Piräus und die Alpha Bank mitteilten, wurde diese Regelung heute in Kraft gesetzt. Sie gilt in den meisten der rund 800 Bankfilialen des Landes, in denen seit Mittwoch Rentner auch ohne Geldkarte wieder bis zu 120 Euro bar abheben können. Nun sollen dort auch Überweisungen zwischen Konten innerhalb Griechenlands sowie die Anmeldung zum Online-Banking möglich sein. Durch lange Schlangen vor Banken und Geldautomaten wurde in den vergangenen Tagen offensichtlich, dass die griechische Bevölkerung vor allem am Geldabheben interessiert ist.

+++ 20:46 Tsipras greift im Wahlkampf Schäuble an +++
In einem Tweet erklärt Tsipras: "Wir werden die Ansicht von Herrn Schäuble, dass der Euro Armut, Austerität und soziale Katastrophe bedeutet, nicht akzeptieren."

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+++ 20:29 Noch eine Milliarde Euro Bargeld übrig +++
Laut dem "Wall Street Journal" haben die griechischen Banken derzeit noch eine Milliarde Euro Reserven an Münzen und Scheinen. Die Zeitung beruft sich auf einen Insider, nach dessen Einschätzung diese Menge nur noch "wenige Tage" ausreicht.

+++ 20:12 Wie würde Jesus abstimmen? +++
Die orthodoxe Kirche hat großen gesellschaftlichen und politischen Einfluss in Griechenland - und den nutzt sie auch jetzt in der Debatte um das Referendum. Erzbischof Hieronimus II., das Oberhaupt der griechischen Kirche, schloss sich der "Ja"-Kampagne an und fordert seine Landsleute auf, dafür zustimmen, "im Herzen Europas" zu bleiben.

+++ 19:44 EU hält Wirtschaftsbericht vor Referendum zurück +++
Aus Sorge über mögliche Auswirkungen auf die Entscheidung der Griechen am Sonntag beim Referendum halt die EU-Kommission einen Wirtschaftsbericht über die Lage in der Eurozone zurück. Der Bericht wird vierteljährlich veröffentlicht und wäre heute wieder fällig. Doch laut Kommissionsvertretern, die die Agentur Reuters zitiert, wurde die Veröffentlichung gestoppt aus Sorge die Aussagen darin könnten als Beeinflussung der Wähler aufgefasst werden. In der Vergangenheit hatte der Bericht der Wirtschaftsexperten der Kommission unter anderem auch mögliche Folgen einer griechischen Staatspleite für den Rest Europas behandelt.

+++ 19:27 Referendum entscheidet auch über EZB-Notkredite +++
Der Ausgang des griechischen Referendums zu den Reformvorschlägen der Euro-Partner wird bei der EZB Einfluss haben auf künftige Entscheidungen über Liquiditätshilfen für griechische Banken und deren Konditionen. Das machte EZB-Ratsmitglied Josef Bonnici deutlich. Der Wert der Anleihen, die griechische Banken als Pfand einreichen müssen, um an die sogenannten ELA-Nothilfegelder der Zentralbank zu kommen, "werde von der Entscheidung Griechenlands" abhängen. Bonnici machte deutlich: "Die ELA sind kein unbegrenztes Finanzierungsinstrument."

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+++ 19:22 Griechische Krise schlimmer als Große Depression +++

+++ 18:59 Schultz: Tsipras muss weg +++
Der Präsident des Europaparlaments, Schulz, hält Neuwahlen in Griechenland für zwingend, wenn die Bevölkerung für das Reformprogramm der Gläubiger stimmt. Die Zeit bis zur Wahl müsse "mit einer technischen Regierung überbrückt werden, damit wir weiter verhandeln können", sagte Schulz dem "Handelsblatt". "Wenn diese Übergangsregierung eine vernünftige Vereinbarung mit den Geldgebern findet, dann wäre Syrizas Zeit vorbei. Dann hat Griechenland wieder eine Chance", sagte er. Dem Regierungschef Tsipras machte Schulz schwere Vorwürfe. Dieser sei "unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland, das hat fast demagogische Züge", sagte Schulz.

+++ 18:43 Paris und Berlin völlig einig in Sachen Griechenland +++
Der französische Premier Valls widerspricht Gerüchten, es gebe Divergenzen zwischen Paris und Berlin, was die Griechenland-Krise anbelangt. Valls dementiert "ausdrücklich" jegliche "Distanzierung" zwischen den beiden Regierungen. Zugleich ruft er die Griechen auf, bei dem Referendum "mit offenen Augen abzustimmen". Sie sollten "alle Konsequenzen" eines möglichen "Nein" bei der Abstimmung bedenken - bis hin zu einem Ausscheiden aus der Euro-Zone. Französische Zeitungen hatten wegen des Umgangs mit Griechenland in dieser Woche über Meinungsverschiedenheiten zwischen Berlin und Paris berichtet. Hintergrund sind Äußerungen von Frankreichs Präsident Hollande, der deutlich gemacht hatte, dass eine Einigung mit Athen "sofort" gefunden werden müsse. Dagegen stellte Merkel im Bundestag klar, dass es vor dem Referendum am Sonntag keinerlei Verhandlungen mehr mit Athen geben werde.

+++ 18:22 Buchmacher: 64 Prozent wetten auf "Ja" beim Greferendum +++
Bei britischen Buchmachern kann man bekanntlich auf fast alle Ereignisse wetten. Natürlich ist auch das griechische Referendum ein beliebtes Wett-Objekt. Die weit überwiegende Mehrheit setzt dabei laut der Website "Oddchecker" auf eine Niederlage der griechischen Regierung, das heißt auf einen Annahme der Eurogruppen-Vorschläge.

+++ 17:49 Tsipras brach Verhandlungen kurz vor Durchbruch ab +++
Zum Schluss ging es nur noch um 60 Millionen Euro. EU-Kommissionschef Juncker soll der EVP-Fraktion im Europaparlament berichtet haben, dass die Verhandlungen zwischen Eurogruppe und Griechenland kurz vor dem Durchbruch standen. Das berichtet die "Bild". Doch dann habe Athen am Freitagabend die Gespräche abgebrochen. Am Samstag erklärten die Euro-Finanzminister die Verhandlungen für gescheitert. Er habe 30 Stunden lang mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras verhandelt, stöhnte Juncker. Dieser habe ein Verhandlungsteam von 60 Leuten mitgebracht. Wenn Unterhändler zur Zustimmung bereit gewesen seien, seien sie ausgetauscht worden. "Es war ein Zirkus."

+++ 17:29 IWF fordert Teil-Schuldenerlass und weitere Milliarden für Griechenland +++
Einer neuen Analyse des IWF zufolge muss Griechenland, um die Schuldenkrise zu überwinden, nicht nur auf einen strikten "Reformkurs" zurückkehren. Eine weitere Erleichterung der Schuldenlast - etwa durch Fristverlängerungen - sei wahrscheinlich ebenso unumgänglich wie weitere Milliardenhilfen. Der IWF, der zu Griechenlands größten Gläubigern zählt, hatte zuvor allerdings eine Fristverlängerung für Athen für die Rückzahlung der eigenen Darlehen strikt abgelehnt.

+++ 17:12 Streit in Athen: "Krieg" innerhalb der Koalition +++
Die griechische Regierungskoalition steht keineswegs geschlossen hinter dem Referendum. Bislang haben vier Abgeordnete der rechten ANEL-Partei offen ihre Ablehnung des Referendums erklärt, bzw. dass sie entgegen der Regierungslinie mit Ja stimmen wollen. Ein Abgeordneter warf Ministerpräsident Tsipras vor, das griechische Volk zu "versklaven." Der für seine markigen Sprüche bekannte Verteidigungsminister Kammenos beschrieb die angespannte Situation innerhalb seiner ANEL-Fraktion mit den Worten: "Wir sind im Krieg."

+++ 16:55 Darum bewegt das Schicksal Griechenlands die Weltpolitik  +++
 

+++ 16:38 Präsidenten von Deutschland und Griechenland telefonieren +++
Inmitten der Debatten über weitere Griechenland-Hilfen hat der griechische Präsident Pavlopoulos seinen für kommenden Dienstag geplanten Deutschlandbesuch abgesagt - zunächst ohne Angabe von Gründen. Eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes bestätigte das nun. Sie sagte auch, dass Pavlopoulos Gauck in zwischen angerufen habe. Als Grund für die Absage habe er die "aktuelle politische Situation" in Griechenland genannt. Der Besuch soll aber nachgeholt werden.

+++ 16:23 Jucker: EZB müsste Griechenland den Geldhahn zudrehen - eigentlich +++
Die EZB müsste die Notkreditversorgung griechischer Banken nach Aussage von EU-Kommissionspräsident Juncker eigentlich beenden. Der "Bild" sagte Junker, normalerweise müsse die EZB zwar die Vergabe von ELA-Notkrediten an griechische Banken stoppen, weil die Voraussetzungen dafür nach dem Zahlungsausfall beim IWF und dem Verhandlungsabbruch nicht mehr gegeben seien. Andererseits, sagte Juncker aber, wenn das geschehe, "betreten wir gefährliches Gelände". Ohne die ELA-Kredite dürfte Griechenlands Banksystem bald zusammenbrechen.

+++ 16:07 Verteidigungsminister: Griechische Armee bereit, einzugreifen +++
Griechenlands Verteidigungsminister von der rechten ANEL-Partei sorgt mit einem Satz für Unruhe: Berichten zufolge sagte er: "Das Militär stellt die Stabilität im Land sicher". Weitere Ausführungen machte er nicht. Bisher blieb die Lage in Griechenland weitgehend friedlich. Einige Beobachter zitieren seit Tagen allerdings immer wieder das Beispiel Argentiniens, wo es 2001 im Zuge des Staatsbankrotts zu Ausschreitungen und Chaos kam.

+++ 15:55 Athen: Banken öffnen "in der Minute" einer Einigung mit Gläubigern +++
Ein hoher Regierungsvertreter in Athen hat angekündigt, dass die griechischen Banken in dem Moment wieder voll öffnen würden, sobald eine Einigung mit den Gläubigern erreicht sei. Nikos Papas zufolge könne das eventuell sofort nach dem Referendum am Sonntag geschehen.

+++ 15:41 Staatsminister im n-tv.de-Interview: Griechen brauchen EU-Unterstützung +++
Michael Roth ist Staatsminister im Auswärtigen Amt und in diesen schwierigen Tagen eine Art Bindeglied zwischen der deutschen und der griechischen Regierung. Im Interview mit n-tv.de schildert er, wie selbst er als Insider vom Abbruch der Gespräche und dem Referendum überrascht wurde. Ohne Unterstützung der EU wird Griechenland nach Roths Einschätzung nicht aus der Krise kommen. Er verteidigt gleichzeitig die Position der europäischen und deutschen Seite. Lesen Sie mehr im ausführlichen Interview.

+++ 15:30 Polizisten mit Maschinenpistolen bewachen Geldautomaten +++
Vom n-tv.de-Kollegen vor Ort in Athen:

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+++ 15:14 "New York Times": Deutsche "ökonomische Weltanschauung" falsch +++
Das "Zitat des Tages" heute in der "New York Times" lässt kein gutes Haar an "den Deutschen".

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+++ 14:58 Varoufakis' Wahlempfehlung im Original +++
Varoufakis hat von Beginn an den Wählern ein "Nein" im "Greferendum" ans Herz gelegt. Hier seine Argumente in seinen eigenen Worten im Original (auf Englisch) in Varoufakis' eigenem Blog. Noch kürzer zusammengefasst:

  • Die Gläubiger bestanden darauf, die Schwächsten in Griechenland zu belasten.
  • Die Schulden sind gar nicht rückzahlbar.
  • Die Eurogruppe hat selbst schon zugegeben, dass eine Umschuldung unumgänglich ist.
  • Allein die Ankündigung des Referendum hat Eurogruppenvertreter schon dazu bewegt, mögliche Zugeständnisse anzukündigen.
  • Griechenland kann auch bei "Nein" im Euro bleiben.
  • Griechenland muss als "stolzes" Land in der Eurozone bleiben.
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+++ 14:45 Steinmeier versteht Griechen nicht +++
Viele Experten versuchen immer noch, das Verhalten der griechischen Führung zu analysieren und ihre Strategie zu verstehen - unser Außenminister hat das offenbar aufgegeben. "Ehrlich gesagt, und das meine ich so, wie ich sage, ich bin nicht mehr in der Lage, das Verhalten der griechischen Regierung zu dechiffrieren", sagte Steinmeier auf die Frage, wie er die Situation in Griechenland bewerte.

+++ 14:29 CDU-Politiker: Drittes Hilfspaket mit ESM unmöglich +++
Der CDU-Abgeordnete Krichbaum, hält ein drittes Hilfspaket für Griechenland aus dem Euro-Rettungsfonds ESM für rechtlich unmöglich. "Weitere Hilfen für Griechenland auf der Grundlage des ESM kommen nicht infrage", sagte Krichbaum, der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag. Die Voraussetzungen für Zahlungen aus dem ESM seien nicht gegeben, denn dieser erlaube nur Hilfen zur Wahrung der Finanzstabilität der Eurozone. Europa habe sich in den vergangenen Jahren aber durch institutionelle Reformen "immunisiert gegenüber Ansteckungsgefahren". "Der Lackmustest fand am letzten Montag statt", stellte er mit Blick auf die Marktreaktionen nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Athen fest.

+++ 14:03 Griechen können Ryanair-Tickets bar zahlen +++
Die Fluggesellschaft Ryanair nimmt jetzt von griechischen Passagieren auch Bargeld an. "Zahlungen von Kunden mit griechischen Bankkonten über ihre Kreditkarten auf unserer Website werden derzeit sehr häufig zurückgewiesen", heißt es in einer Stellungnahme von Ryanair. Deshalb gebe es jetzt die Möglichkeit für griechische Kunden, Tickets am Ryanair-Schalter in bar zu bezahlen.

+++ 13:48 Wenig Hoffnung auf Aufschub der IWF-Rate +++
Der Internationale Währungsfonds sieht den Antrag Griechenlands auf einen Aufschub von Kreditrückzahlungen skeptisch. Zwar könne ein Land die Verschiebung von Zahlungsfristen beantragen, schreibt der Währungsfonds. Aber es sei "langjähriger Grundsatz", die Rückzahlung nicht zu verschieben. Die Erfahrung habe gelehrt, dass dies keine Lösung sei, heißt es. Das Dokument mit neun Fragen und Antworten rund um den IWF und Griechenland hier in der Übersetzung.

+++ 13:38 Varoufakis: "Unsere Notenpressen sind zerstört" +++
Für Yanis Varoufakis ist die Entscheidung einer gemeinsamen Währung in Europa unwiderruflich. "Das ist kein Experiment. Das ist auf die Ewigkeit angelegt", sagt der Finanzminister. Griechenland hätte sich mit allen Konsequenzen darauf eingelassen. "Wir haben unsere Notenpressen zerstört. Wir besitzen keine Notenpressen mehr."

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(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 13:21 Referendum spaltet Griechenland +++
Die ersten Plakate für die Volksbefragung am Sonntag hängen. Hier ein Wahlplakat der Unterstützer der Regierung. Ihr Unmut richtet sich vor allem gegen deutsche Politiker. Wolfgang Schäuble und Angela Merkel werden deshalb nicht das erste Mal dargestellt. Auf diesem Plakat steht: "Fünf Jahre hat er unser Blut ausgesaugt, jetzt sag' ihm Nein."

+++ 12:57 Griechenland rechnet fest mit Einigung +++
Der griechische Staatsminister Nikos Pappas rechnet unabhängig vom Ausgang des Referendums mit einer Einigung im Schuldenstreit. Die Gespräche mit den Gläubigern würden sofort nach der Abstimmung aufgenommen, sagt Pappas.

+++ 12:45 Dijsselbloem warnt Griechen vor "Nein" +++
Jeroen Dijsselbloem warnt die Griechen vor einer Ablehnung der Gläubiger-Reformvorschläge. Ein "Nein" werde die Verhandlungsposition des Landes nicht stärken und werde sowohl Griechenland als auch Europa in eine "sehr schwierige" Lage bringen, sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister. Eine überwiegende Mehrheit der Griechen wolle den Euro beibehalten, so Dijsselbloem. Das Referendum werde zeigen, ob sie auch bereit seien, die dafür nötigen Sparmaßnahmen zu akzeptieren.

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"Bester Spruch der ganzen Krise" jubeln Varoufakis-Fans. Andere sind nur noch genervt.

(Foto: imago/Xinhua)

+++ 12:36 Varoufakis: "Schneide mir lieber den Arm ab" +++
Yanis Varoufakis macht nicht nur seine politische Zukunft vom Ausgang des Referendums abhängig, er ist auch zu drastischeren Maßnahmen bereit. Auf die Frage, ob er einer Vereinbarung ohne Schuldenrestrukturierung zustimmen würde, sagte der griechische Finanzminister bei Bloomberg: "Ich würde mir eher den Arm abschneiden, als einen solchen Deal zu unterschreiben."

+++ 12:20 Stoltenberg: "Griechenland steht zu Nato-Verpflichtungen" +++
Griechenland wird nach Auffassung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg trotz der Schuldenkrise zu den Verpflichtungen des Bündnisses stehen.

+++ 12:06 Pavlopoulos: "Euro einzige Option" +++
Griechenlands Präsident Prokopis Pavlopoulos sieht das Land fest in der Eurozone verankert. Der Euro und die Eurozone seien die einzige Option für Griechenland, so Pavlopoulos. Das Referendum am Sonntag über die Reformauflagen sei nur sinnvoll, wenn es nicht polarisiere und die Gesellschaft nicht spalte.

+++ 11:55 Griechenlands Präsident sagt Berlin-Besuch ab +++
Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos sagt seinen für kommende Woche geplanten Antrittsbesuch bei Bundespräsident Joachim Gauck ab. Pavlopoulos sollte am Dienstag in Berlin sein. Eine Begründung für die Absage gibt es nicht. Sie dürfte jedoch mit dem für Sonntag geplanten Referendum in Griechenland zusammenhängen.

+++ 11:50 Wikileaks-Enthüllung: Merkel zweifelte schon 2011 +++
Die jüngsten Enthüllungen von Wikileaks werfen ein Schlaglicht auf die Strategie im Schuldenstreit: Die neuen Aufdeckungen über die NSA-Ausspähung der Bundesregierung enthalten angeblich ein Protokoll eines Telefonats, wonach sich die Kanzlerin am 11. Oktober 2011 wenig zuversichtlich äußerte. In dem Protokoll heißt es demnach: "Die deutsche Kanzlerin Merkel erklärte, sie sei ratlos." Sie befürchte, dass selbst ein zusätzlicher Schuldenschnitt die Probleme nicht lösen könne, da Athen nicht in der Lage sei, mit verbleibenden Schulden zurechtzukommen.

+++ 11:30 Dijsselbloem: "Viel Zeit verschwendet" +++
Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem spricht von politisch hoch aufgeladenen Gesprächen mit Griechenland. Dadurch sei Zeit verschwendet worden.

+++ 11:15 Varoufakis: "Selbst Griechen bekommen Referendum hin" +++
Yanis Varoufakis hat sich im australischen Radio ausführlich zur griechischen Schuldenkrise geäußert. Auf die konkrete Frage, wie Griechenland mit seiner schwierigen Bürokratie so schnell ein Referendum organisieren könnte, antwortet der Finanzminister: "Wenn ein Dilemma bevorsteht, ist man so konzentriert, dass man das organisiert bekommt. Das gilt sogar für die griechische Bürokratie."

+++ 11:00 "Bailout Fund": Brite sammelt eine Million für Athen +++
Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Das dachte sich auch der Brite Thom Feeney. Mit seiner Crowdfunding-Initiative hat der Londoner Schuhverkäufer inzwischen die erste Million für die klamme griechische Staatskasse eingesammelt. Das reicht zwar noch nicht, um Griechenland aus dem Schuldensumpf zu ziehen - bis Dienstag um Mitternacht hätte Athen dem IWF 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen müssen. Trotzdem ist es viel Geld, zumal die Kampagne erst am Dienstag online ging. Der 29-Jährige wirbt damit, dass jeder Europäer für diese 1,6 Milliarden nur drei Euro spenden müsste.

+++ 10:33 Umfrage: Zahl der "Ja"-Sager wächst +++
I n Griechenland zeichnet sich nach einer neuen Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Volksabstimmung ab. Eine Befragung im Auftrag der konservativen Zeitung "Eleftheros Typos" ergibt, dass heute 47,1 Prozent der Wähler mit "Ja" und damit für die von den internationalen Gläubigern geforderten Reformmaßnahmen stimmen würden. 43,2 Prozent wären dagegen.

+++ 10:21 Varoufakis schließt Rücktritt der Regierung nicht aus +++
Yanis Varoufakis schließt einen Rücktritt der Regierung in Athen nicht aus, wenn die Befürworter der Gläubigerpläne bei der Abstimmung am Sonntag siegen. Dem australischen Rundfunksender ABC sagt der griechische Finanzminister: "Ja, wir könnten das sehr wohl tun." Die Entscheidung des Volkes müsse respektiert werden. Bei Bloomberg macht Varoufakis lediglich seine eigene politische Zukunft vom Ausgang der Volksabstimmung abhängig.

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+++ 10:16 Banken könnte am Sonntag das Geld ausgehen +++
Die Griechen räumen weiter ihre Konten. Noch während das Referendum ausgezählt wird, könnten die ersten Geldautomaten leer sein, schreibt die britische Zeitung "The Times". Sie zitiert einen hochrangigen Banker.

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+++ 9:58 Schulz: Referendumsfrage "versteht kein Mensch" +++
Europaparlamentspräsident Martin Schulz wirft der Regierung in Athen eine manipulative Vorgehensweise vor. Die Frage des Referendums verstehe "kein Mensch". Im Wesentlichen gehe es darum, "das Nein der Regierung zu allen Vorschlägen aus Brüssel zu unterstützen oder die Vorschläge anzunehmen".

+++ 9:48 EZB stockt Notkredite für Banken nicht auf +++
Die Höhe der Nothilfen für griechische Banken bleibt konstant, wie ein EZB-Sprecher sagt. Dadurch, dass die Banken kurz gehalten werden, dürften auch die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland weiter Bestand haben.

+++ 9:42 Wieder Schlangen vor Banken und Geldautomaten +++
Der Run auf Banken und Geldautomaten geht weiter. Bis Freitag können Rentner, die keine Bankkarten haben, Geld abheben. Sie bekommen aber nicht mehr als 120 Euro.

+++ 9:33 Griechische Presse: "Der Mechanismus des Terrors" +++
Die Titelseite der linksliberalen Tageszeitung "Efimerida ton Syntakton" ist den vermeintlichen Euro-Rettern gewidmet. Der Aufmacher lautet "Der Mechanismus des Terrors":

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Das Athener Massenblatt "Ta Nea" schreibt: "Schlimm. Schlimmer und beängstigend. Die Szenarien für den Schuldenschnitt der Einlagen":

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+++ 9:12 Kommentar: "Grexit und Drachme sind keine Lösung" +++
In einem Gastbeitrag für n-tv.de erläutert der Frankfurter Wirtschaftsprofessor Volker Wieland, warum es keine Alternative zu einem Reformkurs in Griechenland gibt. Die EZB riskiere, dass die Nothilfen eingestellt würden. Tsipras müsse sich jetzt nach Partnern umschauen. "Es gibt durchaus pragmatische, wirtschaftsorientierte politische Kräfte im Land, die nicht durch das System korrumpiert sind." 

+++ 8:38 Varoufakis dankt Radio-Moderator für große Geste +++
Presseschau von Yanis Varoufakis am Morgen: Er postet einen Artikel der Huffington Post. Thema ist die aktuelle Kritik von US-Senator Bernie Sanders an den internationalen Geldgebern.

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Und er dankt Urgestein, Moderator (und Freund) Philipp Adams von "Late Night Live" für eine große Geste der Solidarität nach einem 14-minütigen Interview. "In this program he added a touch at the very end of the interview that made me (almost) to break down. Thanks Phillip."

Adams wünscht Varoufakis nicht nur Glück, er spielt die griechische Nationalhymne und ... erhebt sich.

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Eurogruppe an Tsipras.jpg

Dijsselbloem fasst sich kurz.

+++ 8:09 "Dear Prime Minister": Eurogruppe fasste sich kurz +++
Die Antwort auf den Brief aus Athen kam prompt. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem erklärte kurz und knapp, a.) der Brief sei angekommen, b.) der Zug für Hilfen aus dem Rettungsfonds EFSF sei abgefahren und c.) es werde vor dem griechischen Referendum keine weiteren Gespräche geben.

+++ 7:56 Dritte Ratingagentur senkt den Daumen +++
Nach Standard & Poor's und Fitch stuft auch Moody's die griechische Bonität herab. Die Analysten senken die Kreditwürdigkeit auf "Caa3" von zuletzt "Caa2". Die Einstufung steht unter Beobachtung, so dass eine weitere Abstufung möglich ist.

+++ 7:45 Argentiniens Präsidentin Kirchner: "Weiß, was die Griechen durchmachen" +++
Athen bekommt Rückendeckung von Argentiniens Staatschefin Cristina Kirchner. "Das, was das griechische Volk durchmacht, ist genau das Gleiche, was wir Argentinier 2001 durchgemacht haben: das Drama der schrecklichen, neoliberalen Politik der ständigen Anpassungen, die Elend, Hunger und Arbeitslosigkeit nach sich ziehen", sagte Kirchner in Buenos Aires. Argentinien war 2001 Pleite gegangen. Die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen, wie sie derzeit auch in Griechenland gelten, führten in dem südamerikanischen Land zu Plünderungen, Unruhen, einer blutigen Niederschlagung der Proteste und zur Flucht des Präsidenten.

+++ 7:27 "Millionen-Euro-Frage": Wie stimmen die Griechen ab? +++
Der griechische Ministerpräsident Tsipras will weiter für eine Ablehnung der Forderungen der internationalen Geldgeber werben. Gleichzeitig will er aber im Euro bleiben. Ein "Nein" beim Referendum am Sonntag "bedeutet keinen Bruch mit Europa", so Tsipras in seiner Fernsehansprache am Vorabend. Ob das Volk den Aufruf der Regierung folgt, darf man wohl als Millionen-Euro-Frage bezeichnen.

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+++ 07:03 Varoufakis: "Wollen Schuldenvereinbarung am Montag" +++
Griechenland strebt nach den Worten von Finanzminister Yanis Varoufakis eine Einigung mit seinen Gläubigern am Montag an, einen Tag nach dem geplanten Referendum. Die Regierung sei bereit, harte Auflagen zu akzeptieren, wenn die Tragfähigkeit der griechischen Schuldenlast gesichert sei, sagte Varoufakis im Fernsehen. Sobald eine Einigung erzielt sei, werde die EZB ihre Notkredite für die griechischen Banken erhöhen und sich die Lage wieder normalisieren.

+++ 06:53 Nachfrage nach Bitcoins steigt +++
Bei 60 Euro am Tag, die aus Geldautomaten gezogen werden dürfen, wundert es nicht: Immer mehr Griechen suchen offenbar alternative Zahlungsmethoden. Laut einem Finanznachrichten-Portal verzeichnet die Kryptowährung Bitcoin regen Zulauf. Deutsche und chinesische Handelsplattformen würden steigende Umsätze durch griechische Nutzer melden, heißt es. Ob Bitcoins für die nach Bargeld hungernden Griechen von großem Nutzen sind, ist zumindest fraglich. Laut CNN gibt es in Griechenland nur ein halbes Dutzend Händler, die Bitcoins akzeptieren.

+++ 06:32 Was kostet das Tsipras-Referendum? +++
Schafft es Griechenland bis Sonntag, die Volksbefragung auf die Beine zu stellen? Juristen bezweifeln die Verfassungsmäßigkeit. Das Referendum gilt auch nur, wenn sich 40 Prozent der Stimmberechtigten beteiligen. Und es gibt noch ein Problem. Der griechische Rechnungshof hat schon vor einiger Zeit die Kosten kalkuliert: etwa 110 Millionen Euro. Angesichts der angespannten Haushaltslage ein Problem mehr für Athen.

+++ 06:06 Schulz: "Tsipras-Taktik dramatisch für das Volk" +++
Mit deutlichen Worten kritisiert EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die Verhandlungstaktik von Ministerpräsident Alexis Tsipras. Diese sei "sehr ärgerlich und auch enttäuschend", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Vor allem sei sie dramatisch für die griechische Bevölkerung. Man könne nicht zu einem Zeitpunkt, da fast ein Abschluss zwischen Geldgebern und Griechenland erreicht sei, die Verhandlungen abbrechen, weil man kein drittes Hilfspaket wolle, und ein Referendum ankündigen, in dem man gegen Europa polemisiere. Dann aber wieder erklären, dass man doch ein Hilfspaket wolle, ohne zu erklären, was man bereit sei, dafür zu tun, monierte Schulz. "Dieses Hin und Her ist wirklich ermüdend, und davon haben viele Leute die Nase voll."

+++ 04:55 Tokioter Nikkei-Index legt deutlich zu +++
Die Börse in Tokio verbucht aufgrund eines schwächeren Yen sowie guter Vorgaben in Europa und den USA Gewinne. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verbessert sich bis zur Handelsmitte um 1,2 Prozent auf 20 565 Zähler. Der breiter gefasste Topix steigt um 0,9 Prozent auf 1651 Punkte.

+++ 03:30 IWF: Keine Sonderregelungen für Griechenland +++
Die Mitgliedstaaten des Internationalen Währungsfonds (IWF) wollen, dass die griechische Schuldenkrise und die derzeitige Unsicherheit beendet werden. Sie seien aber "auch sehr bedacht darauf, dass diese Angelegenheit auf eine faire Weise geregelt wird, und sie sehen keinen Grund, warum es einen Sonderfall oder eine Sonderbehandlung geben sollte", sagt IWF-Chefin Christine Lagrade. "Ob man nach Irland oder Portugal in der Eurozone schaut oder in andere Länder auf anderen Kontinenten, diese Situationen kommen vor, Länder müssen harte Maßnahmen ergreifen", mahnt sie.

+++ 02:15 Göring-Eckardt: Athen muss an Reiche, Rüstung, Kirche ran +++
Klare Entscheidungen zu Rüstung, Reichen und orthodoxer Kirche in Griechenland fordert die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt von der Regierung in Athen. "Mich nervt die Weigerung, Reformen anzugehen, die für eine linke Regierung selbstverständlich sein müssten", sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag der "Welt". Göring-Eckardt rät dem griechischen Ministerpräsident Tsipras: "Athen sollte die Rüstungsausgaben kürzen, die Reichen stärker besteuern - und an die Privilegien der orthodoxen Kirche ran." Die Kirche sei nach dem Staat der zweitgrößte Immobilienbesitzer in Griechenland, zahle aber kaum Steuern. "Und die Priester werden vom Staat entlohnt", kritisierte Göring-Eckardt, die früher Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland war.

+++ 01:05 Lagarde verlangt von Regierung "erwachseneres" Verhalten +++
Nach der Zuspitzung der griechischen Finanzkrise wirft die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, der linksgerichteten Regierung in Athen indirekt Unvernunft vor. "Angesichts des Maßes an Unsicherheit, Verwirrung und ständiger Bewegung wäre aus meiner Sicht weiterhin ein bisschen mehr Erwachsensein erforderlich", sagt Lagarde CNN. Dass Griechenland gegenüber dem IWF in Zahlungsverzug geraten sei, sei "eindeutig keine gute Entwicklung". Schließlich hindere dies den Fonds derzeit daran, Griechenland weitere Hilfen zukommen zu lassen.

+++ 23:05 Moody's stuft griechische Bonität herab +++
Die Ratingagentur Moody's setzt die Bonität Griechenlands auf die Stufe "CAA3" herab. Eine weitere Herabstufung sei möglich, teilt die Agentur mit.

+++ 22:50 Dijsselbloem fordert Tsipras auf, Gläubiger zu bezahlen +++
Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem fordert den griechischen Premier Alexis Tsipras dazu auf, fällige Kredite an Gläubiger zurückzuzahlen. Das habe die griechische Regierung bei der Verlängerung des damaligen Hilfsprogramms am 20. Februar zugesagt, so Dijsselbloem. Der Niederländer teilt dem griechischen Regierungschef außerdem mit, dessen Antrag auf einem 29-Milliarden-Euro-Kredit vom Eurorettungsschirm ESM werde erst nach dem Referendum an diesem Sonntag bearbeitet.

Was bisher geschah: 1. Juli 2015

Quelle: n-tv.de, ddi/bad/dpa/AFP/rts/DJ