Wirtschaft

Liveticker zu den Griechenland-Verhandlungen +++ 23:44 Griechisches Parlament debattiert noch +++

+++ 23:44 Griechisches Parlament debattiert noch +++
In Athen dauerte die Debatte über das von Regierungschef Alexis Tsipras geplante Referendum an. Am Abend erreichte auch Finanzminister Yanis Varoufakis das Plenum. Die Abgeordneten debattieren teils hitzig. Hier finden Sie einen Livestream.

+++ 23:02 Schäuble: Lösung bis Dienstag eigentlich ausgeschlossen +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble rechnet nicht mehr mit einer Lösung des griechischen Schulden-Dramas bis Dienstag. Dann läuft das Hilfspaket aus. Er glaube nicht, dass bis dahin noch etwas getan werden könne, sagte er dem ZDF. Immerhin müsste jede Form der Einigung noch durch nationale Parlamente. Das dies bis dahin klappe, "ist eigentlich ausgeschlossen".

+++ 21:55 Samaras trifft Präsidenten +++
Am morgigen Sonntag trifft sich der konservative Oppositionsführer Antonis Samaras mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos. Das berichtet das Präsidentenbüro. Samaras hatte zuletzt seine Bereitschaft bekundet, in einer Allparteien-Regierung mitzuarbeiten, um Griechenland vor dem Bankrott zu bewahren. Samaras war im Januar abgewählt worden. Ihm folgte Alexis Tsipras.

+++ 21:42 Eurogruppe bespricht Kapitalverkehrskontrollen +++
Die Eurogruppe hat über vorrübergehende Bankenschließungen und Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland gesprochen. Das berichteten Diplomaten in Brüssel. Der österreichische Ressortchef Hans Jörg Schelling sagte ohne weitere Details: "Man hat sich jetzt darüber verständigt, welche Maßnahmen allenfalls zu setzen sind."

+++ 21:29 Schäuble: Athen wird Schwierigkeiten bekommen +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat Griechenland mit dem Ende des Hilfsprogramms "akute Schwierigkeiten" in den kommenden Tagen vorhergesagt. Es sei daher klar, dass die Euro-Staaten "alles tun werden, um jede denkbare Ansteckungsgefahr zu bekämpfen", sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen der Euro-Finanzminister zu Griechenland. "Griechenland bleibt Mitglied der Eurozone" und auch ein Teil Europas.

+++ 20:50 Abrüstung nach dem ersten Schrecken? +++
Nach dem zweiten Treffen der Euro-Finanzminister rüsten die Ressortchefs verbal ab. Mehrere Minister bekräftigten, dass Griechenland Mitglied der Eurozone sei und bleibe. Zugleich werde der Währungsraum alle Instrumente nutzen, um die Stabilität des Euros zu gewährleisten, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Weiter sagte er, dass die Tür für Athen offen sei. Noch vor Stunden hatte dies ganz anders geklungen. Ein neues treffen habe er nicht anberaumt, sagte der Niederländer weiter. Doch dies könne sich bei Bedarf schnell ändern.

+++ 20:10 Sapin: Alle 18 wollen Griechenland im Euro +++
Die 18 Euro-Finanzminister wollen Griechenland nach Angaben des französischen Finanzministers Michel Sapin im Euro halten. "Die 18 Länder haben alle klar gesagt, dass Griechenland im Euro ist und bleiben soll, egal wie groß die Schwierigkeiten jetzt sind", sagte er. Er äußerte sich nach einer Sondersitzung der 18 Euro-Partner ohne ihren griechischen Kollegen. "Die heutige Lage ist überhaupt nicht wie vor vier Jahren", sagte er in Anspielung auf den Höhepunkt der Finanz- und Schuldenkrise. Es gebe heute Mechanismen in der Euro-Zone, um jedem Staat in Problemen zu helfen. Zudem seien die europäischen Banken heute nicht mehr in Gefahr.

+++ 19:55 Notkredite an Hellas-Banken vor dem Ende +++
Aus Sicht der Europäischen Zentralbank wäre nach dem Auslaufen des Hilfsprogramms am 30. Juni die Schuldentragfähigkeit Griechenlands nicht mehr gegeben. Damit dürfte sie der Vergabe von Notkrediten durch die Athener Zentralbank nicht mehr zustimmen. Griechenland wäre so von der Versorgung mit "frischem Geld" abgeschnitten. Derzeit wollen aber viele Griechen ihr Geld von den Konten holen. Das spricht dafür, dass die Regierung in Athen Kapitalverkehrskontrollen einführen wird.

+++ 19:44 Grätscht Nea Demokratia Tsipras dazwischen? +++

In Athen könnte die Abstimmung über die von Regierungschef Alexis Tsipras geplante Volksbefragung verschoben werden. Wie die "Bild" berichtet, hat der frühere Innenminister Dimitris Kyriazides und jetzige Nea-Demokratia-Abgeordnete angekündigt, dass seine Partei die Vertrauensfrage stelle. Im Anschluss müsse das im Parlament mindestens drei Tage diskutiert werden. Damit wäre eine Abstimmung über ein Referendum zumindest verschoben. Kyriazides begründete dies damit, dass das Volk die wahren Konsequenzen dieses Referendums noch nicht spüren können.

+++19:10 Tsipras attackierte 2011 Referendumspläne +++
2011 fehlt dem sozialistischen Regierungschef Giorgos Papandreou für den geforderten Sparkurs eine Parlamentsmehrheit. Er setzt zur Überraschung der Gläubiger ein Referendum an. Zu den Kritikern gehörte damals aber auch Alexis Tsipras, der von einem "Hokuspokus der Regierung" sprach, die "Zeit gewinnen" wolle. "Das wird kein Referendum sein, sondern ein gefährliches Spiel für unser Land". Papandreou trat zurück und machte einer Experten-Regierung Platz.

Nun ist es Papandreou, der die Referendumspläne von Tsipras kritisiert. Dieser versuche, die Verantwortung für das totale Verhandlungsversagen seiner Regierung, auf das griechische Volk zu übertragen". Mit dem Referendum von 2011 habe seine Kritik übrigens nichts zu tun, sagte er.

+++ 18:47 EZB berät zur Lage der Hellas-Banken +++
Die Europäische Zentralbank (EZB) will laut einem griechischen Offiziellen am morgigen Sonntag eine Telefonkonferenz zu Griechenland abhalten. Dabei gehe es auch die Stabilität der Banken. Zudem werde sich Athens Vizepremier Yannis Dragasakis in Frankfurt EZB-Präsident Mario Draghi treffen.

+++ 18:15 Grüne und Linke fordern Eingreifen Merkels +++
Die Grünen fordern eine Einschaltung der europäischen Staats- und Regierungschefs in Sachen Griechenland. "Es ist verantwortungslos, in diesen für Europa entscheidenden Stunden eine solche Entscheidung nur der Eurogruppe zu überlassen", sagte Parteichefin Simone Peter. Die europäischen Regierungschefs, "allen voran" Bundeskanzlerin Angela Merkel, müssten "eine Lanze für den Verbleib von Griechenland im Euro und damit für Europa brechen".

Auch die Linke rief Merkel zur Rettung Griechenlands auf. "Bundeskanzlerin Merkel muss jetzt eingreifen. Das Schicksal Europas liegt in ihren Händen. Eine Verlängerung des so genannten Hilfsprogrammes um eine Woche muss drin sein", erklärten die Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi in Berlin.

+++ 18:10 Varoufakis: Zustimmung der Griechen wahrscheinlich +++
Athens Finanzminister Yanis Varoufakis hält ein positives Votum im geplanten Referendum für möglich. Seinen Angaben zufolge soll das Volk gefragt werden, ob die Regierung die Vorschläge der Institutionen unterzeichnen soll. Und es sei durchaus wahrscheinlich, dass die Bevölkerung dies annehmen werde, sagte er.

+++ 17:55 Varoufakis: Dauerhafter Schaden für Eurogruppe +++
Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis sieht die Eurogruppe schwer beschädigt. Grund sei die Weigerung, der Bitte um Verlängerung des Hilfsprogramms um einen Monat nachzukommen. "Ich fürchte, das wird das Ansehen der Eurogruppe als demokratische Institution dauerhaft beschädigen."

+++ 17:47 Die Fakten in Kürze +++
Die Mitteilungen von Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem zusammgefasst:

  • Das Hilfsprogramm für Griechenland wird nicht über den 30. Juni hinaus verlängert.
  • Athen nimmt an den weiteren Beratungen der Eurogruppe nicht mehr teil.
  • Es gehe nun darum, die "Stärke der Eurozone zu wahren".

+++ 17:38 Neue Gesprächsrunde ohne Griechenland +++
Im weiteren Sitzungsverlauf des Eurogruppen-Treffens wird der Vertreter Griechenlands nicht mehr teilnehmen. Im Anschluss will Dijsselbloem erneut die Öffentlichkeit informieren.

+++ 17:32 "Vorbereiten, was nötig ist" +++
Die Euro-Finanzminister werden ihre Beratungen fortsetzen. Man werde nun besprechen, was nötig ist, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. Es sei die letzte Möglichkeit einer Einigung gewesen. "Wir sind entschlossen, die Stärke der Eurozone zu wahren." Zugleich bekräftigte er, dass das Programm am Dienstag ablaufen werde. Die Geldgeber hätten maximal flexibel reagiert und seien bereit gewesen, auf die wirtschaftliche Lage zu reagieren. Die griechische Regierung habe den Prozess abgebrochen.

+++ 17:22 Dijsselbloem kündigt Statement an +++
Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem wird nach Angaben des Pressedienstes des EU-Rates in Kürze eine Pressekonferenz geben.

+++ 17:15 Weitere Beratungen ohne Varoufakis +++
Berichten zufolge wollen die Euro-Finanzminister nach einer kurzen Pause wieder zusammenkommen. Dann sollen die Beratungen ohne Yanis Varoufakis weitergehen.

+++ 16:50: Eurozone lehnt Verlängerung des Hilfsprogramms ab +++
Die Finanzminister der Eurozone lehnen eine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland ab. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen. Athens Ressortchef Yanis Varoufakis hatte um einmonatige Hilfen-Verlängerung gebeten.

+++ 16:40 Eurogruppe beendet Sitzung +++
Nach nur rund zwei Stunden haben die Euro-Finanzminister in Brüssel nach Angaben von Vertretern der Euro-Zone ihre Sondersitzung zu Griechenland beendet. Zu Ergebnissen ist bislang nichts bekannt.

+++ 16:23 Letztes Referendum war 1974 +++
Sollte das griechische Parlament für die von Regierungschef Alexis Tsipras geplante Volksbefragung stimmen, wäre es das erste Referendum seit mehr als 40 Jahren. Am 8. Dezember 1974 waren die Griechen aufgerufen, zwischen Monarchie und Republik als Staatsform zu entscheiden. Mehr als zwei Drittel votierten damals für die Republik.

+++ 16:00 SPD: Verrücktheiten von Regierungen aushalten +++
SPD-Vize-Fraktionschef Axel Schäfer will für das griechische Referendum das Hilfspaket verlängern. Schäfer widersprach damit einigen Euro-Finanzministern, die für ein Ende plädiert hatten. "Wer Staaten in Europa halten will, der muss auch manche Verrücktheiten von Regierungen aushalten", sagte er. "Falls das Referendum die Dinge klärt, ist das ein möglicher Weg. Dafür sollten die Partner dann auch die nötigen Voraussetzungen schaffen."

+++ 15:50 Tsipras' Ansprache +++
Die österreichischen Kollegen von "Mosaik - Politik neu zusammensetzen" haben die Ansprache von Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras ins Deutsche übersetzt. Sein Ankündigung des Referendums finden Sie hier.

+++ 15:20 Referendum? AfD sieht sich am Werk +++
In Brüssel beraten die Euro-Finanzminister über das weitere Vorgehen im Fall Griechenland. Vor dem Treffen findet kaum noch ein Ressortchef optimistische Worte. Grund ist das von Athen angekündigte Referendum über das Sparprogramm. Und wer klopft sich auf die Brust? Die Alternative für Deutschland, kurz AfD. Vertreter der Partei sind einige Tage in Athen - und der AfD-Europa-Abgeordnete Marcus Pretzell sieht die jüngsten Entwicklungen in Griechenland als Folge der AfD-Politik. Hier noch einmal die Einschätzung des Besuchs durch n-tv.de.

+++ 14:20 Schäuble: Athen hat Verhandlungen faktisch beendet +++
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wertet Athens jüngste Ankündigungen als einseitige Beendigung der Verhandlungen. "Der Verhandlungstisch ist von Griechenland verlassen" worden, sagt er. Derzeit sei eine Verlängerung des laufenden Programms ausgeschlossen. Über einen solchen Schritt habe man verhandeln wollen, doch dafür gebe es nun keine Grundlage mehr.

+++ 14:18 Schelling: Eurozone sind Hände gebunden +++
Österreichs Finanzminister Hans-Jörg Schelling rechnet nicht mit einer Verlängerung des laufenden Hilfsprogramms. In Wahrheit habe Athen den Verhandlungstisch verlassen, sagte er. Es sei eine "dramatische Situation". Durch den Schritt seien der Eurozone "mehr oder weniger" die Hände gebunden.

+++14:14 Moscovici: Wo eine Wille ist, ist ein Weg+++

EU-Kommissar Pierre Moscovici sagt, die Differenzen zwischen der Regierung in Athen und den Gläubigern seien nicht sehr groß. "Wo ein Wille für eine Lösung ist, ist auch ein Weg." Zugleich erneuerte er den Willen, Griechenland in der Eurozone halten zu wollen.

+++ 14:02 Dijsselbloem: Athen hat Tür geschlossen +++
Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Referendums-Entscheidung der griechischen Regierung kritisiert. Dies sei eine "traurige Entscheidung für Griechenland", die die "Tür für weitere Gespräche geschlossen hat", sagte er vor Beginn eines Sondertreffens der Euro-Finanzminster in Brüssel. Er sprach von einer negativen Überraschung und traurigen Entscheidung. Die Minister würden nun darüber beraten, welche "Konsequenzen" sie aus der Entscheidung Griechenlands ziehen würden.

+++ 13:50 Belgien: Referendumspläne sind "bizarr" +++
Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt hat die griechischen Referendumspläne als "bizarr" bezeichnet. "Es ist etwas widersprüchlich, wenn die Regierung sagt 'Wir wollen das Volk befragen' und gleichzeitig betont, dass sie selbst das Programm ablehnt", sagte er vor der Sitzung der Euro-Finanzminister. Die Eurogruppe werde aber nicht über das Referendum reden. "Wir werden über das Programm diskutieren." Dabei sei klar, dass das bestehende Hilfsprogramm am Dienstag auslaufe.

+++ 13:40 Seehofer: Athen bietet seit Wochen Zirkus +++
CSU-Chef Horst Seehofer attackiert Griechenland scharf. "Was uns die griechische Regierung seit vielen Wochen bietet, ist Zirkus", sagte er beim Bezirksparteitag der CSU Oberbayern in Miesbach. Er sei sich mit Kanzlerin Angela Merkel einig: "Wir sollten diesen Zirkus so schnell wie möglich beenden." Es könne keinen neuen Finanzausgleich in Europa geben, ohne dass Griechenland seine Schulden abbaue. Seehofer geht davon aus, dass es bei den Verhandlungen mit der griechischen Regierung an diesem Wochenende zu einer Klärung kommt.

+++ 13:39 Varoufakis geht wortlos zu Eurogruppen-Treffen+++
Griechenlands oberster Kassenwart ist wortlos zum Eurogruppen-Treffen in Brüssel eingetroffen. Ohne Statement ging er an den wartenden Journalisten vorbei.

+++ 13:10 Ökonom: Athen braucht Kapitalverkehrskontrollen +++
Der designierte Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, rät Griechenland zu Kapitalverkehrskontrollen. Die Ankündigung eines Referendums werde den Ansturm auf die griechischen Banken dramatisch verschärfen. "Nur mit Kapitalverkehrskontrollen ab Montag kann Griechenland bis zum 5. Juli Zeit gewährt werden, ein Referendum über das Rettungsprogramm abzuhalten", sagte er.

+++ 12:52 Greferendum: Athener Parlament tagt +++

Das griechische Parlament hat die Debatte zum vorgeschlagenen Referendum über das von den Geldgebern geforderte Sparprogramm begonnen. Die Abstimmung der 300 Abgeordneten über die Abhaltung des Referendums wird am Abend erwartet. Dafür ist eine Mehrheit von 151 Abgeordneten notwendig. Durch das Programm würden die Mehrwertsteuer erhöht, Renten gekürzt und die Arbeitslosigkeit steigen. Der konservative Oppositionsführer Antonis Samaras kritisierte Regierungschef Alexis Tsipras als verantwortungslos. Griechenland werde gespalten und Tsipras fordere vom Volk eine Entscheidung, die er selbst nicht treffen wolle.

+++ 12:30 Insider: Euro-Gruppe diskutiert "Plan B" +++
Die Euro-Finanzminister werden sich Insidern zufolge am Nachmittag mit Alternativen zu weiteren Rettungsgeldern für Griechenland befassen. Ziel sei es, wirtschaftliches Chaos zu verhindern, wie es hieß. Der erste Schritt der allgemein als "Plan B" bezeichneten Alternativen wäre vermutlich die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen. So werde ein Sturm auf die Banken des Landes vermieden.

+++ 12:10 CDU-Politiker: Tsipras hat Stecker gezogen +++
Für CDU-Politiker Gunther Krichbaum ist mit der Ankündigung eines Referendums in Griechenland die Grundlage für eine Zustimmung des Bundestages zu weiteren Hilfen entfallen. Regierungschef Alexis Tsipras "hat mit der Ankündigung selbst den Stecker gezogen", sagte der Vorsitzende des Europaausschusses zu Reuters. "Die von uns verlangte Zustimmung des griechischen Parlaments ist aber mit der Referendumsankündigung hinfällig."

+++ 11:25 Eurogruppe trifft sich wie geplant +++
Trotz der griechischen Pläne für eine Volksabstimmung werden sich die Finanzminister der Euro-Zone wie geplant heute um 14.00 Uhr (MESZ) in Brüssel treffen, wie ein EU-Vertreter sagt.

+++ 11:06 Griechen stehen vor Geldautomaten Schlange +++
Vor den Geldautomaten in Griechenland bilden sich lange Schlangen. Wie Augenzeugen berichten und Fernsehsender zeigen, warten am zentralen Athener Platz von Kolonaki fast 40 Menschen vor dem Geldautomaten der National Bank of Greece. Auch in anderen Stadtteilen gibt es ähnliche Bilder. Einige Geldautomaten sind wegen des Ansturms leer, berichten Augenzeugen.

+++ 10:09 Regierungspartei ruft Griechen zur Ruhe auf +++
Die kleinere griechische Regierungspartei ruft die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Banken würden nicht schließen. Das angekündigte Referendum gefährde nicht Griechenlands Weg in Europa.

+++ 09:38 Tsipras' Vorgehen war offenbar mit Merkel abgestimmt +++
Der griechische Ministerpräsident hat offenbar während der Kabinettssitzung auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert. Laut "Süddeutscher Zeitung" habe Tsipras sie dabei über das weitere Vorgehen informiert.

+++ 9:01 Tsipras Berater: "Wir werden die Griechen bitten, 'nein' zu sagen zur Erpressung" +++
Mehrere Minister sagen, sie würden ihre Wähler bei der geplanten Volksabstimmung aufrufen, gegen das Reformpaket zu stimmen. "Wir werden die Griechen bitten, 'nein' zu sagen zur Erpressung", sagt Tsipras' Berater Nikos Pappas dem "Spiegel". Er machte "radikale deutsche Kreise" verantwortlich. Noch drastischer äußert sich der Chef des Koalitionspartners von Syriza: "Die Griechen werden Nein sagen zur Kapitulation ihres Landes, so wie sie es 1940 gegenüber den Deutschen taten", sagt Panos Kammenos.

+++ 7:58 Gabriel: Tsipras-Vorschlag nicht gleich abtun +++
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zeigt sich grundsätzlich offen für das vom griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras angekündigte Referendum zu den Reformforderungen der Gläubiger. Man wäre klug beraten, den Vorschlag von Tsipras nicht einfach abzutun, sagt der SPD-Vorsitzende im Deutschlandfunk. Eine Volksabstimmung sei aber nur dann sinnvoll, wenn dann auch das Angebot der europäischen Geldgeber zur Abstimmung stehe.

+++ 5:34 Tsipras weist "Ultimatum" zurück +++
In einer nächtlichen TV-Ansprache zur Ankündigung eines Referendums greift Ministerpräsident Alexis Tsipras die europäischen Partner hart an. Seine Linksregierung habe in den vergangenen sechs Monaten gekämpft, um eine faire Lösung zu finden, erklärt Tsipras. Von der Gegenseite seien aber Maßnahmen verlangt worden, die "die Erniedrigung eines ganzen Volkes" zum Ziel gehabt hätten. Dazu zählen nach Ansicht des griechischen Regierungschefs beispielsweise Rentenkürzungen und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. "Das Volk soll ohne jede Erpressung entscheiden", begründet Tsipras nun das kurzfristig angesetzte Referendum.

+++ 3:56 Waigel: Es geht nur um Griechenland +++
Bei den Bemühungen zur Beilegung der griechischen Finanzkrise geht es nach Worten des früheren Bundesfinanzministers Theo Waigel "nicht um den Euro, sondern einzig und allein um Griechenland". Für die Eurozone sei ein "Grexit" verkraftbar. Aber für die griechische Bevölkerung hätte ein Ausscheiden Athens aus der Eurozone gravierende Folgen, sagt der CSU-Politiker.

+++ 2:57 Wagenknecht fordert Schuldenschnitt +++
Die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Sahra Wagenknecht, kritisiert die Vorschläge von EU, EZB und IWF zur Lösung der Griechenland-Krise als verantwortungslos. Griechenland benötige stattdessen einen Schuldenschnitt, sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Mit einem faulen Kompromiss auf Basis der jetzt vorliegenden Vorschläge geht die ganze Tragödie nur in eine nochmalige Verlängerung".

+++ 1:33 Lindner: Lieber Grexit als Reform-Rabatt +++
FDP-Chef Christian Lindner warnt die Geldgeber Griechenlands vor weiteren Zugeständnissen an das pleitebedrohte Land. "Jeder Reform-Rabatt für die Linkspopulisten in Athen wäre eine Einladung auch für andere Länder in Europa, sich aus der Verantwortung zu stehlen", sagt Lindner. "Dann werden wir auf Dauer in Europa ein Schuldenklub sein. Die Linie darf nicht aufgeweicht, sondern muss konsequent fortgesetzt werden", betonte er. "Ein geordneter Grexit wäre der kleinere Schaden als ein Verbleib Griechenlands im Euro zu falschen Bedingungen."

+++ 0:21 Tsipras: Reform-Referendum am 5. Juli +++
Die Griechen sollen am 5. Juli in einer Volksabstimmung entscheiden, ob die Regierung in Athen das Sparprogramm der Gläubiger akzeptieren soll. Dies kündigt Regierungschef Alexis Tsipras in einer nächtlichen Ansprache im griechischen Fernsehen am frühen Samstagmorgen an. Tsipras habe bereits Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos sowie die größte Oppositionspartei, die konservative Nea Dimokratia, darüber informiert, hieß es.

+++ 23:48 Bericht: Tsipras plant Reform-Referendum +++
Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras will im Falle einer Einigung mit den internationalen Geldgebern angeblich ein Referendum abhalten lassen. Das berichtet zumindest die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Hinweis: Die Entwicklungen des Vortages können Sie im Liveticker zu den Ereignissen vom Freitag, 26. Juni 2015 nachlesen.

 

Quelle: ntv.de, wne/jwu/dsi/mmo/dpa/rts/DJ/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.