Wirtschaft

Hohe Quote Anleger erwartet Dividendenregen

56721652_lay.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Dividendensaison steht vor der Tür. Bei vielen Anlegern dürfte das für gute Laune sorgen. Es gibt allerdings auch Unternehmen, die ihre Aktionäre enttäuschen werden.

Für die Aktionäre gerade der Dax-Unternehmen dürfte die anstehenden Dividendensaison lukrativ werden. Von den 30 Werten im deutschen Leitindex dürften nach Schätzung von Aktienstrategen 26 ihre Dividende gegenüber dem Vorjahr anheben. Für den 50 Titel umfassenden MDax ist die Quote mit 43 erwarteten Erhöhungen fast genauso hoch.

Vier konkrete Ankündigungen hat es bereits gegeben, wobei Daimler mit einer deutlich über den Erwartungen liegenden Erhöhung für die positivste Überraschung gesorgt hat. Neben dem Stuttgarter Autokonzern haben schon Thyssenkrupp und Infineon ihre Vorschläge genannt, bei Siemens steht bereits die Auszahlung nach der Hauptversammlung an vergangenen Mittwoch an.

Bei drei Dax-Unternehmen gingen die Analysten von einer unveränderten Dividendenhöhe aus, was sich bei Thyssenkrupp mit 0,15 Euro bereits bestätigt hat, außerdem ist Beiersdorf ein Kandidat. Auch die Commerzbank dürfte Konstanz zeigen, allerdings auf der Nulllinie. Deren Anteilseigner dürften nach dem Ausfall für 2016 auch diesmal leer ausgehen.

Einzig bei der Deutschen Bank wird eine Senkung erwartet - von 0,19 Euro im Vorjahr auf nun 0,12 Euro je Aktie. Allerdings setzt sich die Vorjahresdividende aus 0,11 Euro für das Geschäftsjahr 2016 und 0,08 Euro aus dem vorgetragenen Gewinn von 2015 zusammen, als die Deutsche Bank keine Dividende zahlte.

Siemens verteilt für das bereits Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr 3,70 Euro je Aktie an die Aktionäre - ein Anstieg von 0,10 Euro. Auch Infineon hat etwas draufgelegt, 3 Cent auf 0,22 Euro je Aktie.

Erleichtert dürften die Aktionäre von RWE sein. Nach den Nullnummern in den beiden Vorjahren können die Anteilseigner in diesem Jahr mit 1,50 Euro je Stammaktie kalkulieren. Auch die vom Dieselskandal gebeutelten Aktionäre von VW können mit einer deutlich höheren Dividende als im Vorjahr rechnen. Am Markt erwartet man einen Aufschlag um 85 Prozent auf 3,81 Euro. Bei der Deutschen Lufthansa ist den Prognosen zufolge ein Zuwachs um gut 50 Prozent auf 0,76 Euro drin.

Die absolut gesehen höchsten Dividenden zahlen im Dax die Versicherungswerte. Top-Zahler ist mit prognostizierten 8,80 Euro je Anteil Munich Re, gefolgt von der Allianz mit erwarteten 7,88 Euro je Aktie. Der Autozulieferer Continental dürfte seine Aktionäre mit 4,76 Euro erfreuen, und beim Gasehersteller Linde wird mit einer Ausschüttung von 3,92 Euro gerechnet. Am unteren Ende stehen wie erwähnt die Commerzbank, die Deutsche Bank und Thyssenkrupp.

Der MDax kann sich sehen lassen

Auch für die zweite Reihe am deutschen Aktienmarkt sind die hohen Dividendenerwartungen der Aktionäre berechtigt. Den Takt im MDax vorgegeben haben bereits Aurubis, Hella, Osram und Südzucker. Auch die aus der Aufspaltung der "alten" Metro hervorgegangenen Börsenneulinge Ceconomy und die "neue" Metro haben die Höhe bereits mitgeteilt. Aurubis erhöht um 16 Prozent auf 1,45 Euro je Aktie, bei Hella sind es mit 0,92 Euro sogar fast 20 Prozent mehr.

Der Lichtkonzern Osram schlägt auf die Vorjahresdividende 11 Prozent drauf und zahlt 1,11 Euro je Aktie. Bereits im Juli 2017 hat die Hauptversammlung von Südzucker die auf 0,45 (zuvor 0,30) Euro erhöhte Ausschüttung beschlossen. Ceconomy schüttet zur Premiere 0,26 Euro je Aktie aus, die "neue" Metro 0,70 Euro. Metro alt hatte für 2015/16 je Stammaktie 1,00 Euro überwiesen.

Bei vier Unternehmen wird mit einer Beibehaltung des Dividendenniveaus gerechnet, bei drei Unternehmen wird hingegen ein Rückgang erwartet. Allerdings hatten CTS Eventim und die Deutsche Pfandbriefbank im Vorjahr auf die reguläre noch eine Sonderdividende draufgepackt. Eine niedrigere Ausschüttung in diesem Jahr ist daher absehbar.

Bleibt noch RTL. Hier wird ein Rückgang um 1,5 Prozent auf 3,94 Euro von den Analysten vorhergesagt. Damit zahlt der Medienkonzern aber weiterhin eine der höchsten Dividenden im MDax. Von Leoni erwarten die Aktienstrategen, dass der Autozulieferer auf die 0,50 Euro im Vorjahr in diesem Jahr noch 0,95 Euro draufsattelt. Leoni bietet damit die höchsten Zuwächse - nicht nur im MDax, sondern auch mit Blick auf den Dax. Beim Bayer-Ableger Covestro wird mit einer Erhöhung um gut 69 Prozent auf 2,28 Euro gerechnet.

Konstant zum Vorjahr bleiben nach Einschätzung der Analysten die Zahlungen von Hannover Rück, Fraport, Evonik und Gerresheimer. Für Hannover Rück werden wieder 5,00 Euro je Aktie erwartet. Der Rückversicherer steht damit auf dem obersten Platz der Top-Dividendenzahler im MDax. Für Fraport werden weiterhin 1,50 Euro und für den Spezialchemiekonzern Evonik von 1,15 Euro erwartet. Bei dem Verpackungshersteller Gerresheimer rechnen die Analysten wieder mit einer Ausschüttung von 1,05 Euro je Aktie. Zalando-Aktionären wird keine Dividende aufs Konto geliefert

Neben Hannover Rück und RTL zählen auch Hochtief und LEG Immobilien mit 3,20 Euro bzw. 3,07 Euro je Aktie zur Spitzengruppe. Am unteren Ende findet sich Zalando, von der weiterhin keine Dividendenzahlung erwartet wird. Von der mit Bilanzunregelmäßigkeiten belasteten Steinhoff Holding wird von Analysten die Ausschüttung von 0,13 Euro prognostiziert. Allerdings hat Steinhoff die Vorlage der Geschäftszahlen für 2017 und damit auch die Bekanntgabe einer Dividendenzahlung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Quelle: n-tv.de, jga/DJ