Wirtschaft

iPhone und iPad am Ku'damm Apple plant Großes in Berlin

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Neues Leben an legendärer Adresse: Wenn es tatsächlich bald ein Einsteiger-iPhone geben sollte, wird es wohl auch am Ku'damm 26 erhältlich sein.

(Foto: dpa)

Apple-Fans und technikbegeisterte Berlin-Besucher bekommen eine neue Anlaufstelle im Herzen der deutschen Hauptstadt: Der kalifornische Kultkonzern will seinen neuen Vorzeige-Laden für Deutschland im frisch renovierten, denkmalgeschützten "Haus Wien" unweit der Gedächtniskirche eröffnen.

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Es tut sich etwas am Kürfürstendamm: Berliner Stadtplaner freuen sich über jeden neuen Kundenmagnet in der alten City-West.

(Foto: dpa)

Nach jahrelanger Bauzeit hat sich Apple als neuer Hauptmieter am Berliner Kurfürstendamm zu erkennen gegeben. Arbeiter enthüllten an der Baustelle ein beleuchtetes Apple-Logo und einen Schriftzug. Der neue "Apple Store" entsteht im denkmalgeschützten Haus Wien, das in den Jahren 1912-1913 als eines der ersten Lichtspielhäuser in Berlin im Stile des Wilhelminischen Klassizismus mit tempelähnlicher Fassade gebaut wurde. Die traditionsreiche Filmbühne Wien war vor 13 Jahren endgültig geschlossen worden.

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Der kalifornische Konzern betreibt weltweit rund 400 Geschäfte, darunter zehn in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte Apple in seinen Geschäften einen Umsatz von 18,8 Mrd. Dollar (14,4 Mrd. Euro). Bislang betreibt Apple Niederlassungen in Augsburg, Dresden, Frankfurt am Main, Köln, München, Oberhausen, Sindelfingen und Sulzbach (Main-Taunus-Kreis). In Hamburg gibt es gleich zwei Apple Stores.

Branchenbeobachter betrachten das Engagement von Apple auf dem Kurfürstendamm als ein Indiz für den Wiederaufschwung des westlichen Teils von Berlin, der nach der Öffnung der Mauer häufig im Schatten von spektakulären Stadtentwicklungsprojekten im Osten der Stadt stand. In der Nachbarschaft des neuen Apple Stores am Ku'damm war im Januar das Luxushotel Waldorf Astoria eröffnet worden.

Entwickelt und betreut wurde das Projekt "Haus Wien" von dem Frankfurter Beratungsunternehmen AHG Immobilien. "Etwa 5000 Quadratmeter Top-Re­tail­flä­chen in bester Lage nahe der Gedächtniskirche wurden kom­plett als Flagship-Store an Apple vermietet", teilte die eigentlich auf den Frankfurter Markt für Gewerbeimmobilien spezialisierte Firma mit.

Über den geplanten Eröffnungstermin des neuen Apple Stores in Berlin schweigt sich der US-Konzern bislang noch aus. Unternehmer aus der unmittelbaren Nachbarschaft am Ku'damm rechnen mit einem Verkaufsstart noch im April. Im Internet kursierten dagegen Gerüchte über eine Eröffnung am ersten Mai-Wochenende.

LG Display spürt die Apple-Schwäche

International sorgt Apple unterdessen mit einer ganz anderen Entwicklung für Aufsehen: Die jüngste Schwächephase von Apple scheint sich mittlerweile auch auf seinen wichtigen Zulieferer LG Display auszuwirken. Im Vergleich zum Vorquartal sank der Gewinn des koreanischen Unternehmens eigenen Angaben zufolge zu Jahresanfang um 74 Prozent auf umgerechnet 101 Mio. Euro. Es war der geringste Überschuss seit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen im zweiten Quartal 2012.

Einen Teil des Rückgangs war auf Vermutungen hinsichtlich einer geringerer Nachfrage nach den iPhones und iPads des US-Technologieriesen Apple zurückzuführen. Apple selbst will am morgigen Dienstag seine Quartalszahlen vorlegen.

Die Ergebnisse der Koreaner gelten am Markt nun als greifbarer Hinweis für die Lage bei Apple. Über die Absatzschwäche konnte bislang nur spekuliert werden. Erste Gerüchte über die Schwäche bei Apple waren Mitte April aufgekommen, nachdem der Apple-Zulieferer Cirrus Logic einen enttäuschenden Ausblick vorgelegt hatte.

Der Apple-Kurs hatte sich daraufhin deutlich verbilligt. LG konnte nun allerdings mit den eigenen Ergebnis dennoch die Markterwartungen übertreffen. Sollte das auch Apple gelingen, ist unter günstigen Umständen mit kräftigen Kursbewegungen nach oben zu rechnen.

Kommt das iPhone für Einsteiger?

Hersteller von Displays, zu denen auch der heimische LG-Rivale Samsung Electronics zählt, litten lange unter Überkapazitäten, bis sie ihre Produktion drosselten. LG gelang im vergangenen Frühjahr nach sieben Quartalen mit Verlusten die Rückkehr in die Gewinnzone.

Analysten hoffen nun darauf, dass der Großabnehmer Apple in diesem Jahr neue Produkte auf den Markt bringt, um wieder mehr Displays zu kaufen. So wird auf die Vorstellung eines günstigeren iPhones spekuliert, mit dem Apple Samsung wieder stärker Konkurrenz machen kann. Der südkoreanische Konzern stellt nicht nur Einzelteile für Smartphones und Tablets her, sondern ist auch mit seinen Galaxy-Handys sehr erfolgreich.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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