Solide ZahlenAuf HRE-Müllhalde sprießen zarte Pflänzchen

Giftpapiere im Wert von 175 Milliarden Euro werden 2010 in die Bad Bank des Staats- und Immobilienfinanzierers HRE ausgelagert. Erneut bringen die Altlasten nun einen kleinen Gewinn. Doch im Depot schlummern noch immer Milliardenrisiken.
Die sogenannte Bad Bank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) hat erneut schwarze Zahlen geschrieben. "Das war ein gutes Jahr für uns", sagte Vorstandschef Christian Bluhm. Er sieht die bundeseigene Abwicklungsanstalt auf einem guten Weg, auch wenn für viele milliardenteure Probleme noch Lösungen fehlen, die den Steuerzahler am Ende möglichst schonen sollen. Auch für 2014 rechnet er wieder mit einem Gewinn.
2010 waren Risikoaltlasten der in Schieflage geratenen HRE im damaligen Wert von rund 175 Milliarden Euro in die bundeseigene Abwicklungsanstalt ausgelagert worden. So sollte der Immobilienbank ein Neustart ermöglicht und sie im kommenden Jahr wieder privatisiert werden. Die FMSW soll die Papiere, darunter Kreditpapiere etwa für Straßen- oder Tunnelbauprojekte, möglichst ohne Verluste wieder zu Geld machen. Für diese haftet nämlich am Ende der Bund und damit der Steuerzahler.
Gewinn verdreifacht
Im vergangenen Jahr hat sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 37 Millionen auf 146 Millionen Euro nahezu vervierfacht. Nach Steuern steht unter dem Strich ein Gewinn 117 Millionen Euro - nach 35 Millionen 2012.
Noch 2011 hatte FMSW wegen Belastungen aus der Griechenlandkrise mehr als neun Milliarden Euro abschreiben müssen. Seither ist die Bad Bank aber rascher vorangekommen als zunächst erwartet. Vom Volumen der ursprünglichen Altlasten von 175 Milliarden Euro waren Ende 2013 noch gut 119 Milliarden Euro vorhanden.
Grüne warnen vor zukünftigen Lasten
Bis 2020 soll die FMS Wertmanagement am Abbau weiterarbeiten, also etwa Kreditpapiere verkaufen. Allerdings haben etliche Papiere deutlich längere Laufzeiten. Das Volumen der Altlasten, die Laufzeiten über 2020 hinaus haben umfasst noch fast 79 Milliarden Euro.
Parallel zum Geschäft würden Strategien für diese Posten entwickelt. Doch daran entzündet sich auch Kritik: Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick sagte, dass die Altlasten dem Staat früher oder später auf die Füße fallen würden. "Denn noch immer verwaltet die Bad Bank des Pleiteinstituts HRE zweifelhafte Finanzprodukte, deren Verluste man auf geduldigem Papier bequemerweise in die Zukunft schieben kann." Der Gewinn sollte "nicht den falschen Eindruck erwecken, dass Deutschland mit seiner überstürzten Bankenrettung glimpflich davon käme."