Wirtschaft

"Neuausrichtung und Verschlankung" bis 2018Barmer GEK streicht jede fünfte Stelle

24.02.2014, 00:56 Uhr
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(Foto: dpa)

Massiver Sparkurs bei der Krankenkasse Barmer GEK: Das Unternehmen will rund 3500 Mitarbeiter entlassen. Aufgrund einer Neuausrichtung reduziere sich der Personalbedarf, heißt es. Auch die Zahl der Geschäftstellen soll drastisch verringert werden.

Die Krankenkasse Barmer GEK leitet einen drastischen Sparkurs ein und streicht rund 3500 Stellen. Das teilte ein Unternehmenssprecher mit. Er bestätigte damit Medienberichte, die bereits zuvor von dem geplanten Stellenabbau berichtet hatten. Der Personalbedarf reduziere sich aufgrund einer Neuausrichtung der Organisation und der Verschlankung von Arbeitsprozessen.

Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" fällt damit mehr als jede fünfte Stelle weg. Sie sollen demnach bis 2018 gestrichen werden. Zudem werde die Zahl der Geschäftsstellen mehr als halbiert. "Nach Abschluss des Umbaus werden wir noch 400 Geschäftsstellen haben", sagte Kassenchef Christoph Straub der Zeitung. Mit den Reformen wolle die Kasse jedes Jahr Kosten im Umfang von 250 bis 300 Millionen Euro sparen. Der Wettbewerb werde in den kommenden Jahren härter.

Der gesetzlichen Krankenversicherung drohen Finanzprobleme. Wegen steigender Ausgaben rechnen Experten mit Zusatzbeiträgen von mindestens 1,5 Prozent des Einkommens in wenigen Jahren. Vom kommenden Jahr an sollen die Kassen vom Einkommen abhängige Aufschläge verlangen können. Ein heute fälliger Sonderbeitrag von 0,9 Punkten zulasten der Versicherten entfällt dagegen.

"Die guten Zeiten nutzen"

Ein Großteil der Kassen wird nach Einschätzung von Experten zunächst einen Zusatzbeitrag in etwa dieser Höhe erheben müssen. Doch wenn bei einer Versicherung mehr fällig wird, dürfte dies ein spürbarer Wettbewerbsnachteil werden. Straub sagte, er gehe nicht davon aus, dass die Barmer GEK einen Zusatzbeitrag über dem Durchschnitt verlangen wird. Es gelte nun, "die guten Jahre zu nutzen, um das Unternehmen auf die härteren Zeiten vorzubereiten."

Sprecher Athanasios Drougias nannte auch Qualitätssteigerung als Ziel. Spezialisierte Telefon- und Online-Geschäftsstellen würden aufgebaut. In den Geschäftsstellen vor Ort würden mehr Mitarbeiter konzentriert, um einen Rund-um-Service ohne lange Wartezeiten zu gewährleisten. "Analysen zeigen, dass die Versicherten immer häufiger über das Telefon und das Internet mit uns kommunizieren, weniger in die Geschäftsstellen kommen." Der Personalabbau werde sozialverträglich umgesetzt.

Den Rang als größte Krankenkasse gab die Barmer GEK im Januar an die Techniker Krankenkasse ab, die mit 8,7 Millionen Versicherten an ihr vorbeizog. Die Barmer GEK hat mit 6,7 Millionen aber immer noch die meisten zahlenden Mitgliedern.

Quelle: ntv.de, fma/dpa/rts