Wirtschaft
Mittwoch, 07. Oktober 2009

Blackstone greift zu: Brauerei-Riese verkauft Parks

Der belgische Braukonzern Anheuser-Busch InBev verkauft seine Themenparks an den US-Finanzinvestor Blackstone. Der Kaufpreis beträgt bis zu 2,7 Mrd. US-Dollar.

Im Seaworld-Park in San Diego.
Im Seaworld-Park in San Diego.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Damit soll die Schuldenlast 45 Mrd. US-Dollar reduziert werden, die im Zuge der Übernahme von Anheuser-Busch 2008 aufgelaufen war. Anheuser-Busch InBev bekommt 2,3 Mrd. US-Dollar in bar. Zudem erhält der Braukonzern das Recht, an den ersten 400 Mio. US-Dollar Erträgen, die Blackstone zufließen zu partizipieren, hieß es. Der Preis für die Sparte entspricht etwa dem Wert, auf den Analysten die Parks geschätzt hatten.

InBev, die Anheuser-Busch im vergangenen Jahr übernommen hat, suchte seit Monaten nach einem Käufer für ihre Themenparks, die sie in der Busch Entertainment Corp führt. Die Tochtergesellschaft Busch Entertainment Corporation betreibt 10 Vergnügungsparks in den USA, einschließlich drei SeaWorld-Parks. Blackstone baut mit dem Kauf das weltweite Vergnügungsparkgeschäft aus. Der Investor ist über die Merlin Entertainments Group an dem Wachfigurenkabinett Madame Tussauds, an Legoland sowie am Riesenrad London Eye und dem Heidepark in Deutschland beteiligt.

Die Brauerei hatte bereits ihr südkoreanisches Braugeschäft an die Private-Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) für 1,8 Mrd US-Dollar sowie drei Werke zur Herstellung von Getränkedosen und ein Werk für Aluminiumdeckel an das Verpackungsunternehmen Ball für 577 Mio. US-Dollar verkauft. Darüber hinaus befindet sich der Braukonzern in Gesprächen über den Verkauf von mehreren Brauaktivitäten in Mittel- und Osteuropa an das Investmentunternehmen CVC Capital Partners. Dem Brauereikonzern gehören in Deutschland die Biermarken Franziskaner, Hasseröder, Diebels und Löwenbräu.

Die Vergnügungsparks rangieren mit mehr als 22 Millionen Besuchern im Jahr 2007 laut der jüngsten vorliegenden Branchenstatistik weltweit auf Platz fünf. Sie konkurrieren vor allem mit den Freizeitparks von Walt Disney, der Universal Studios von General Electric, Cedar Fair und dem Six-Flags-Konzern. Letzterer hatte im Juni Gläubigerschutz beantragt. Die Freizeitparks haben in der Krise mit der größeren Sparsamkeit von Familien zu kämpfen.

Quelle: n-tv.de