Wirtschaft

Bald drittgrößte Fast-Food-Kette Burger King zieht es nach Kanada

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Wird Burger King ein kanadisches Unternehmen?

(Foto: imago/Dean Pictures)

Der Fast-Food-Riese Burger King hat einen bemerkenswerten Weg gefunden, um Geld zu sparen. Der Konzern will eine kanadische Donut-Kette kaufen und könnte dann den Firmensitz von den USA ins Nachbarland verlegen - dort sind die Steuern niedriger.

Burger King will die auf Donuts und Kaffee spezialisierte Schnellrestaurantkette Tim Hortons aus Kanada übernehmen. Damit kann der Hamburger-Bräter seinen Firmensitz in das für niedrigere Steuern bekannte Nachbarland verlegen. Die Fusionsverhandlungen liefen, teilten beide Unternehmen mit. Aus dem Zusammenschluss würde die drittgrößte Fast-Food-Kette der Welt mit einem Marktwert von rund 18 Milliarden US-Dollar hervorgehen. Das neue Unternehmen soll seinen Sitz in Kanada haben.

Burger King
Restaurant Brands (Burger King) 52,66

In jüngster Zeit haben einige US-Unternehmen diesen Weg gewählt, um Steuern zu sparen. Das hat Washington auf den Plan gerufen. Die US-Regierung fürchtet um die Haushaltskasse und versucht diesem "Inversion" genannten Modell einen Riegel vorzuschieben. Der Plan von Burger King dürfte die Kritik weiter anfachen, vor allem auch da das Unternehmen ähnlich wie Wettbewerber McDonald's als Symbol des US-amerikanischen Lebensstils gilt.

Eine mit den Verhandlungen vertraute Person geht davon aus, dass Burger King und Tim Hortons bald einen Vertrag besiegeln werden. Allerdings konnte sie nichts zum Zeitplan sagen. Der Marktwert von Tim Hortons liegt bei rund 8,4 Milliarden Dollar, Burger King bringt es auf etwa 9,6 Milliarden. Über den Preis der Übernahme wurde bisher nichts bekannt.

Pharmakonzerne als Vorbild

Bei den Inversionsdeals haben sich US-Konzerne zuletzt vor allem mit europäischen Unternehmen zusammengetan. Bei einigen Vereinbarungen galt der Vorzug indes kanadischen Unternehmen, liegen sie doch räumlich näher und sind ähnlich strukturiert wie US-Gesellschaften. Kanada hat die Körperschaftssteuer 2012 auf 15 Prozent gesenkt. In den USA liegt der Körperschaftssteuersatz dagegen bei 35 Prozent.

Bisher haben besonders Gesundheits- und Pharmaunternehmen ihren Sitz ins Ausland verlagert. Mit Burger King würde nun ein Konzern aus einer anderen Branche diesen Weg einschlagen. Die Burger-Kette startete 1954 mit einem einzigen Restaurant in Miami, dort ist heute noch der Sitz der Gesellschaft. Über die Jahre ist sie zur Nummer zwei unter den Hamburger-Ketten aufgestiegen. Inzwischen gibt es mehr als 13.000 Verkaufsstellen in nahezu 100 Ländern. Täglich besuchen mehr als 11 Millionen Menschen die Filialen.

Tim Hortons mit Sitz in Oakville in der Provinz Ontario verkauft vor allem Kaffee, ein Geschäft mit hohen Margen, an dem auch die Fastfoodketten teilhaben wollen. Burger King hat zuletzt das Kaffeeangebot ausgebaut, um zum Rivalen McDonald's aufzuschließen, der mit seiner Spezialiätenlinie McCafé Erfolg hat. Burger King hat sich zum Ausbau des Kaffeegeschäfts mit der zu Starbucks's gehörenden Marke Best Coffee zusammengetan.
Tim Hortons eröffnete das erste Restaurant 1964 in Hamilton und betreibt inzwischen 4288 Läden, vor allem in Kanada.

Quelle: ntv.de, jga/DJ/AFP