Wirtschaft

"Setzen Marsch fort"China will im Ausland zukaufen

11.06.2009, 16:45 Uhr
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China will sich von Rückschlägen bei der Rohstoffbeschaffung nicht beirren lassen und seine Investitionen im Ausland sogar noch steigern.

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Von der Schlappe bei Rio Tinto will sich Chinalco nicht beirren lassen. (Foto: REUTERS)

"Ein einzelner Fehlschlag bedeutet nicht, dass wir unseren Marsch stoppen", sagte der Präsident der staatlichen Export-Import-Bank, Li Ruogu. Nach Einschätzung des Handelsministeriums nehmen zudem die Möglichkeiten für einen Einstieg bei hochwertigen Unternehmen und Anlagen im Ausland zu. Die Preise für Beteiligungen seien gesunken und die Bedingungen dafür hätten sich verbessert, erklärte das Ministerium.

Die drittgrößte Volkswirtschaft lässt sich damit nicht von dem geplatzten Einstieg beim australischen Bergbau-Giganten Rio Tinto irritieren. Der staatliche Metall-Konzern Chinalco wollte sich mit knapp 20 Milliarden Dollar an dem Rohstoff-Lieferanten beteiligen. Das schon eingefädelte Geschäft war aber gescheitert, nachdem sich Rio hinter Chinalcos Rücken auf eine Allianz mit dem heimischen Rivalen BHP Billiton geeinigt hatte.

"Ich glaube nicht, dass das ein gutes Vorgehen für ein Unternehmen ist, das international arbeitet", kritisierte Li, dessen Bank die Exportwirtschaft fördert und Investitionen im Ausland absichert. Die Erfahrung mit Rio Tinto werde das Schwellenland aber nicht von seinem Weg abbringen.

Chinalco: Sehen uns weiter weltweit um

Auch Chinalco-Präsident Xiong Weiping bekräftigte ein unerschüttertes Interesse an einer globalen Expansion. "Aber wir werden das auf eine klügere und effizientere Weise angehen." Vizepräsident Lu Youqing zufolge wird es dabei weniger um Eisenerz gehen, wie es beim Rio-Einstieg der Fall gewesen wäre. Jetzt sei vielmehr an Metalle wie Kupfer und Aluminium gedacht. Den Zeitpunkt für das nächste Investment ließ er offen.

China gilt gerade in der Rezession als potenzieller Geldgeber, wie er von vielen Firmen dringend benötigt wird. Auch Rio Tinto hatte es vorrangig auf die Milliarden von Chinalco abgesehen, mit denen es seine Schulden von fast 39 Milliarden Euro abbauen wollte. In Deutschland war zuletzt der chinesische Konzern BAIC im Gespräch als Partner für die angeschlagene GM-Tochter Opel.

Medienberichten zufolge ist BAIC auch am Kauf der Ford-Tochter Volvo interessiert. Vertreter des chinesischen Konzerns planten einen baldigen Besuch der Volvo-Zentrale in Göteborg, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf drei mit der Situation vertraute Personen. Dabei sollten Entwicklungs- und Produktionsstätten besichtigt werden. Eine der Personen sagte der Zeitung, das Interesse von BAIC sei in einem frühen Stadium. BAIC und Ford waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Quelle: null