Wirtschaft

Angst vor Währungskrieg IWF schlägt Alarm

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prangert den Abwertungswettlauf an. Sein Chef Strauss-Kahn spricht dabei China an. Aber auch Fed und EZB bekommen ihr Fett weg. Für Nobelpreisträger Stiglitz sind die Hauptschuldigen an dem weltweiten Währungschaos.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat mit deutlichen Worten vor den Gefahren eines weltweiten Währungskrieges gewarnt. Ein Abwertungswettlauf könne die Erholung der Weltwirtschaft von der schwersten Krise seit Generationen abwürgen und enormen Schaden anrichten, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn der "Financial Times". Es breite sich ganz deutlich die Idee aus, dass Währungen als politisches Druckmittel genutzt werden könnten.

Wenn Staaten versuchten, mit Hilfe der Währung den heimischen Aufschwung anzukurbeln, sei die Stabilität der Weltwirtschaft in ernster Gefahr. "Jeder solche Ansatz würde einen negativen und sehr schädlichen Langzeit-Effekt haben", so der IWF-Chef.

Der Franzose nahm angesichts des Währungsstreits mit China und einer ganzen Reihe von Eingriffen am Devisenmarkt in Asien und Südamerika in der jüngsten Zeit direkt die Schwellenländer ins Visier. Diese versuchten, sich mit geldpolitischen Maßnahmen gegen starke ausländische Investitionsflüsse und die Verteuerung ihrer Landeswährung zu wehren.

Europa und die USA werfen unter anderem China vor, seine Währung bewusst niedrig zu halten und damit die heimische Wirtschaft zu subventionieren. Treffen von Chinas Regierungschef Wen mit europäischen Spitzenpolitikern in den vergangenen Tagen hatten in der Frage zu keine Ergebnis geführt.

National agierende Notenbanken

Zusätzlichen Druck ins Währungsspiel brachten zuletzt die Notenbanken der USA und Japans. Die Bank of Japan (BoJ) intervenierte im September zum ersten Mal seit Jahren am Devisenmarkt, um den Yen gezielt zu schwächen. Die asiatische Leitwährung ist derzeit so stark wie lange nicht mehr und inzwischen zu einer Belastung für Japans Exportwirtschaft geworden.

Die Ankündigung der Fed, bei einer weiteren Abschwächung der US-Konjunktur noch mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen, setzt auf der anderen Seite den Greenback seit Wochen unter Druck. Am Devisenmarkt fiel der Dollar am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit fast neun Monaten.

Nobelpreisträger attackiert Fed und EZB

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Joseph Stiglitz kritisiert Fed und EZB.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Hauptschuldige an dem weltweiten Währungschaos sind nach Ansicht des US-Starökonomen und Nobelpreisträgers Joseph Stiglitz Fed und Europäische Zentralbank (EZB). Die von ihnen mit ihren Anti-Krisenmaßnahmen ausgelöste "Liquiditätsflut" destabilisiere die globalen Devisenmärkte, sagte Stiglitz in New York.

"Die Ironie ist, dass die Fed für all diese Liquidität in der Hoffnung sorgt, dass sie die US-Wirtschaft beleben wird." Doch sie tue nichts dergleichen, sondern sorge für Chaos im Rest der Welt.

Da der IWF von den USA dominiert wird, erwartet kaum jemand, dass bei der Jahrestagung des Währungsfonds und der Weltbank am Wochenende in Washington etwas gegen den Abwertungswettlauf am Devisenmarkt unternommen wird.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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