Wirtschaft

Es wird weiter gebangt Karstadt-Entscheidung vertagt

Ende der Bieterfrist für Karstadt: Dem Gläubigerausschuss liegen drei Angebote vor. Ihren Hut in den Ring geworfen haben Triton, Berggruen und Highstreet. Der Ausschuss wird allerdings erst am 7. Juni entscheiden.

Karstadt_5.jpg

Am 9. Juni soll die Unterschrift unter den Kaufvertrag erfolgen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für die insolvente Warenhauskette Karstadt haben drei Kaufinteressenten ihre Angebote vorgelegt. Neben dem deutsch-skandinavischen Investor Triton reichten die Investmentgesellschaft Berggruen sowie das Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet zum Ende der Bieterfrist ihre Offerten ein.

Unterdessen wurde die Entscheidung vertagt. Wie Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in Essen berichtete, soll der Gläubigerausschuss sein Votum nun am 7. Juni abgeben. Eine Unterschrift eines Investors unter den Kaufvertrag sei bis zum 9. Juni vorgesehen.

Die Kaufinteressenten präsentierten und erläuterten Görg ihre Übernahmeangebote. Der Gläubigerausschuss beriet danach, ohne zu einem Ergebnis zu kommen.

Die Entscheidung der Gläubiger über den Verkauf von Karstadt war bereits vor einem Monat verschoben worden. Damals hatte Triton zum 28. April als einziger Bieter fristgerecht ein Angebot eingereicht. Am kommenden Montag soll das Amtsgericht Essen an sich endgültig über den Insolvenzplan für Karstadt entscheiden. Ob dieser Termin eingehalten werden kann, war zunächst offen.

Verdi will Triton nicht

Triton teilte mit, der deutsch-skandinavische Investor wolle in den kommenden fünf Jahren eine halbe Milliarde Euro in die insolvente Kaufhauskette stecken. Das Konzept sehe vor, dass bereits bei Abschluss eines Kaufvertrags 100 Millionen Euro zur Stärkung des Eigenkapitals des finanzschwachen Unternehmens fließen könnten. Weitere 400 Millionen Euro seien als Investitionen in den kommenden fünf Jahren vorgesehen. Triton dringt zudem auf ein Senken der bislang hohen Mieten in vielen Karstadt-Häusern. Außerdem will der Investor die Bezahlung der Belegschaft in Teilen an den Erfolg des Unternehmens knüpfen.

Highstreet plant nach Angaben aus informierten Kreisen, die Wochenarbeitszeit der Beschäftigten von 37,5 auf 39,5 Stunden zu erhöhen. Einen Lohnausgleich solle es dafür nicht geben, im Gegenzug sei aber eine Beteiligung der Arbeitnehmer am Unternehmen von 15 Prozent denkbar. Zudem ist Highstreet demnach bereit, auf 50 Millionen Euro Mietforderungen zu verzichten.

Verdi bevorzugt als Käufer die Investoren Berggruen und Highstreet. Die Dienstleistungsgewerkschaft befürchtet, dass bei einer Übernahme durch Triton noch mehr Arbeitsplätze wegfallen könnten als die bisher vorgesehenen 4000 bis 5000. Für Karstadt arbeiten rund 26.000 Menschen. Die traditionsreiche Kaufhauskette hatte vor knapp einem Jahr zusammen mit ihrer Konzernmutter Arcandor Insolvenz angemeldet.

Quelle: ntv.de, wne/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.