Wirtschaft

Schlüsseldienst in der Krise Mister Minit will Dutzende Filialen schließen

imago0054500277h.jpg

Schon vor der Corona-Pandemie war Mister Minit in Schieflage geraten

(Foto: imago stock&people)

Mister Minit setzt den Rotstift an: Der Reparaturdienstleister plant, im Rahmen seines Insolvenzverfahrens rund 30 Geschäfte dichtzumachen. Sanierungsexperten sind optimistisch, das Unternehmen dadurch zu retten.

Der Reparatur- und Service-Dienstleister Mister Minit will im laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung rund 30 seiner 148 Filialen in Deutschland schließen. "Diese Maßnahme ist für den Erhalt des Unternehmens unumgänglich", sagte der für die Eigenverwaltung in das Unternehmen berufene Sanierungsexperte Christoph Enkler. Denn der Geschäftsbetrieb in seiner derzeitigen Struktur sei nicht kostendeckend aufrechtzuerhalten.

Die Minit Service GmbH hatte Ende April beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde am 1. August eröffnet. Mister Minit litt nicht nur unter der Corona-Krise. Auch schon vor der Pandemie hatte sich der Markt für Schuh-Reparaturen schlecht entwickelt. Ein Grund dafür war der Trend zu günstigen Schuhen und Sneakern, die oft nicht mehr repariert werden.

Dennoch sieht der vom Gericht eingesetzte Sachwalter Gregor Bräuer gute Chancen für eine Fortführung des Unternehmens. "Nach den bislang erzielten Ergebnissen bin ich zuversichtlich, dass Mister Minit die Corona-Zeit überstehen wird und durch die in der Eigenverwaltung ergriffenen Maßnahmen erfolgreich saniert werden kann", betonte er. Im Rahmen des Sanierungsprozesses hätten mehrere Interessenten Angebote zum Erwerb des Betriebs abgegeben. Die Konzepte sähen vor, den Betrieb nach der Restrukturierung im wesentlichen weiterzuführen. Mit einem Abschluss der Verhandlungen rechnet das Unternehmen bis Ende August. Dann sollen die Ergebnisse den Gläubigergremien vorgelegt werden.

Die Minit Service GmbH beschäftigte zuletzt rund 350 Mitarbeiter. Wie aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss hervorgeht, machte das Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2018/19 bei einem Umsatz von 22,3 Millionen Euro einen Verlust von 4,2 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa