Wirtschaft

145.000 Angestellte betroffen? Mitarbeiter löscht aus Versehen KPMG-Chats

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Dass es den Fauxpas gab, hat KPMG bestätigt. Wie viele Mitarbeiter davon betroffen sind, gibt das Unternehmen nicht bekannt.

(Foto: imago images/rheinmainfoto)

In Zeiten von Homeoffice und Abstandhalten greifen viele Unternehmen auf Chatdienste zurück, um die Kommunikation zwischen Mitarbeitern zu erleichtern. So auch die KPMG. Doch bei den Wirtschaftsprüfern geschieht ein Malheur: Zehntausende virtuelle Gespräche werden auf einen Schlag gelöscht.

Bei einer misslungenen Aktion eines IT-Mitarbeiters sind offenbar Chats von 145.000 KPMG-Mitarbeitern in der Anwendung Microsoft Teams unwiderruflich gelöscht worden. Das berichtet das IT-Nachrichtenportal "The Register" unter Berufung auf eine interne Mail des weltweiten Leiters für Informationstechnik (CIO), John Applegate. Inwieweit der Vorfall Auswirkungen auf wichtige interne Absprachen und Arbeitsabläufe hat, ist nicht bekannt.

Dem Bericht zufolge wollte die unternehmensinterne Gruppe "Global Technology & Knowledge" Mitte August lediglich den Account eines einzelnen Nutzers entfernen. Dabei wurde allerdings ein "menschlicher Fehler" gemacht, sodass Zehntausende Chatverläufe betroffen waren, zitiert das Medium aus der E-Mail. Microsoft habe angegeben, dass die Daten nicht mehr zu retten seien. Verschont geblieben sollen die Chatverläufe innerhalb von Teams-Treffen und -Kanälen sein. Auch seien hochgeladene Dateien in den persönlichen Chats nach wie vor erhalten.

Auf Anfrage von ntv.de bestätigt KPMG den Vorfall. Zu den genauen Zahlen, wie viele Mitarbeiter betroffen sind, schweigt das Unternehmen allerdings. Als Ursache für die Löschung wird ein "internes betriebliches Problem" angegeben. "Es ist lediglich die persönliche Chat-Historie zwischen KPMG-Mitarbeitern betroffen."

Das Ereignis habe keine Wirkung auf Kundendaten gehabt, heißt es in dem Statement. Es würden nun Schritte unternommen, die einen ähnlichen Fehler in Zukunft verhindern sollen. Dabei gehe es um "wirksame betriebliche Kontrollen", deren Einhaltung sichergestellt werden soll. Dem Bericht von "The Register" zufolge könnte es dabei etwa um die Einführung eines "Vier-Augen-Prinzips" gehen.

Für das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG arbeiten laut eigenen Angaben weltweit rund 207.000 Menschen. Allein in Deutschland sind demnach mehr als 12.300 Personen an 25 Standorten beschäftigt. Programme wie Microsoft Teams haben durch die coronabedingten Abstandsregeln und den Umstand, dass zahlreiche Arbeitnehmer von zu Hause arbeiten, derzeit Hochkonjunktur. Auf der Plattform können Besprechungen via Videotelefonie oder in textbasierten Chats abgehalten und auch beispielsweise Dateien verschickt werden.

Quelle: ntv.de, fzö