Wirtschaft

Kahlschlag in Augsburg und Eichstätt Osram beziffert Stellenabbau

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Das Werk in Augsburg.

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Der Leuchtmittel-Hersteller Osram nennt erstmals Zahlen für die geplanten Streichungen an den einzelnen Standorten. Offenbar sind es mehr als bisher angenommen. Die IG Metall und Betriebsräte hatten den Jobabbau scharf kritisiert.

Der Stellenabbau beim Leuchtmittelhersteller Osram bis Ende 2017 wird voraussichtlich noch umfangreicher als bisher bekannt. Zu den bislang kommunizierten 1700 Arbeitsplätzen kommen weitere 100 Stellen im Regensburger Halbleiterwerk hinzu. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Zudem bestätigte ein Osram-Sprecher der SZ erstmals detaillierte Zahlen, in welchem Werk wie viele Posten wegfallen werden.

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Osram Licht AG 39,96

Am massivsten ist demnach das Werk in Augsburg betroffen: Dort sollen mindestens 350 Arbeitsplätze gestrichen werden. Das ist mehr als ein Drittel der Belegschaft. In Eichstätt werden mehr als 300 Mitarbeiter betroffen sein, also fast die Hälfte aller Beschäftigten. Allerdings könnte sich die Zahl in Eichstätt noch ändern, falls das Verbot von Halogenlampen im Jahr 2016 verschoben wird.

Der Sprecher bestätigte, dass Vertreter der Lichtindustrie mit der EU über eine Aussetzung des Gesetzes verhandeln. Der Standort Berlin wird um 283 Posten verkleinert. Jeweils 70 bis 80 Stellen sollen in den Werken Schwabmünchen bei Augsburg und Wipperfürth (Nordrhein-Westfalen) wegfallen, auch diese Angaben bestätigte der Sprecher.

Keinen Kommentar gab er dagegen zu den Planungen im Verwaltungszentrum in München ab, zu dem auch die Entwicklung im Vorort Garching gehört. Nach SZ-Informationen sind dort 250 bis 300 Stellen gefährdet. Weitgehend vom Stellenabbau verschont bleiben soll das Werk in Herbrechtingen (Baden-Württemberg).

Der Zuwachs von 1700 auf 1800 zu streichende Stellen erklärt sich durch zwei parallel laufende Sparprogramme: Als Osram-Vorstandschef Wolfgang Dehen Ende Juli den Wegfall von 1700 Arbeitsplätzen ankündigte, sprach er vom Restrukturierungs-Konzept "Push 2". Zusätzlich zu diesem läuft im Regensburger Halbleiter-Werk ein weiteres Programm. Dieses soll bereits bis September  2015 etwa 100 Stellen abbauen.

Die IG Metall und Betriebsräte hatten den Jobabbau scharf kritisiert. Sie bemängelten auch, dass die Mitarbeiter in den einzelnen Werken zunächst im Unklaren gelassen wurden.

Quelle: n-tv.de, ddi

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