500 Jobs betroffenPorsche schließt Batteriesparte und zwei weitere Töchter

Von der Vorstellung, eigene Batterien zu fertigen, hatte sich Porsche bereits im Sommer verabschiedet. Nun will der Autobauer daran nicht einmal mehr selbst forschen. Das Tochterunternehmen Cellforce passe nicht zur technologieoffenen Strategie. Damit ist Cellforce nicht allein.
Porsche schließt seine Batteriezell-Tochter Cellforce und zwei weitere Geschäftsbereiche, die einst aussichtsreich schienen. Insgesamt streicht der Stuttgarter Sportwagenbauer rund 500 Arbeitsplätze in Deutschland und Kroatien. "Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung", hieß es in einer Mitteilung. "Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten - auch bei unseren Tochtergesellschaften."
Für Cellforce gebe es keine tragfähige Perspektive mehr, so Porsche. Der Grund: Porsche richte seine Strategie neu aus und setzt bei den Antrieben auf Technologieoffenheit. Die Geschäftsleitung wird demnach Gespräche mit dem Betriebsrat zur Schließung des Unternehmens aufnehmen. Bei Cellforce sind rund 50 Mitarbeiter betroffen. Bereits im Sommer hatte Porsche dort etwa 200 Stellen abgebaut.
Cellforce sollte ursprünglich eine Fabrik für Batteriezellen bauen. Ihr Produktionsvolumen war mit rund einer Gigawattstunde pro Jahr angesetzt. Doch Porsche dampfte die Pläne schon im Sommer 2025 ein und strich die Fabrik. Stattdessen sollte sich Cellforce auf die Entwicklung konzentrieren. Porsche reagiert damit auf das schwächelnde Geschäft mit Elektro-Sportwagen. Es entwickelt sich nicht so rasch, wie ursprünglich vorhergesagt. Porsche hatte für seine Batteriesparte Förderungen vom Bund und dem Land Baden-Württemberg erhalten.
Auch das Geschäft mit E-Bikes wird eingestellt. In Ottobrunn und Zagreb verlieren rund 350 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Das Unternehmen gründete seine Tochter Porsche eBike Performance, um leistungsstarke E-Bike-Antriebssysteme zu entwickeln und weltweit zu vermarkten.
Weitere 90 Arbeitsplätze fallen bei der Software-Tochter Cetitec in Pforzheim und Kroatien weg. Das Unternehmen entwickelte spezialisierte Software für Datenkommunikation. Inzwischen habe sich aber auch hier das Marktumfeld verändert und Entwicklungsumfänge seien verlagert worden, hieß es.