Übernahme noch vor OsternRettung für Müller-Brot?

Erst die Filialen, dann die Produktion in Neufahrn - in dieser Reihenfolge wollen der Münchner Bäcker Höflinger und die Tochter des Gründers die insolvente Großbäckerei Müller-Brot retten. Doch Alteigentümer Ostendorf gibt noch nicht auf.
Zumindest die Filialen der insolventen Großbäckerei Müller-Brot sollen noch vor Ostern von der Tochter des Gründers und der Münchner Bäckerei Höflinger übernommen werden. "Morgen oder gar nicht", sagte Franz Höflinger. Der Sprecher von Insolvenzverwalter Hubert Ampferl ergänzte: "Die Gespräche laufen. Wir gehen davon aus, dass wir kurzfristig eine Einigung erzielen können." Ein Rückkauf durch den bisherigen Besitzer Klaus Ostendorf war am Dienstag gescheitert.
Allerdings zeichnen sich getrennte Wege ab, was die Übernahme der Brotfabrik in Neufahrn bei Freising und den Kauf der Filialen betrifft. "Es geht jetzt in erster Linie um die 156 Filialen, die wir übernehmen und schon über Ostern mit guter Ware von Handwerksbäckern aus München und Umgebung beliefern wollen", sagte Höflinger. Ob die Filialen weiterhin Müller-Brot heißen, ist nach den Worten Höflingers ungewiss. "Es kann sein, dass aus ein paar Müller-Brot-Filialen Höflinger-Filialen werden", sagte der Bäckermeister, "aber Höflinger bleibt Höflinger und Müller bleibt Müller".
Ostendorf poliert Angebot auf
Doch Alteigentümer Ostendorf gibt den Kampf um das Unternehmen noch nicht auf. Er habe dem Gläubigerausschuss und dem Insolvenzverwalter ein neues Angebot vorgelegt, das sich vor allem auf die Filialen beziehe, teilte sein Sprecher Thomas Wiede mit. Das Angebot sei substanziell nachgebessert worden. Ostendorf sei aber weiterhin auch an einer Wiederaufnahme der Produktion interessiert. Ampferls Sprecher Christoph Möller erteilte diesem neuen Angebot jedoch eine Absage. Eva Müller und Höflinger seien die einzigen Bieter, mit denen über das Filialnetz und die Backfabrik verhandelt werde.
Erst nach Ostern wollen Höflinger und Müller mit dem Insolvenzverwalter über die Brotfabrik in Neufahrn sprechen. "Wir würden sie gerne übernehmen, aber sie gehört der Bank beziehungsweise Ostendorf", sagte Höflinger. Er bezog sich dabei auf Schulden bei Gläubigern und auf die moderne Produktionslinie 25, die Ostendorf gehört. Gerüchten zufolge hatte Ostendorf die Backstraße in den Besitz seiner eigenen Firma Backwelt übernommen und dann von Müller-Brot 250.000 Euro Miete pro Jahr dafür kassiert. "Eine der großen Sauereien", hieß es aus Unternehmenskreisen dazu.
Ostendorf hatte die Produktion wegen Mäusedrecks und Ungeziefers am 30. Januar auf Anordnung der Lebensmittelaufsicht stilllegen müssen und anschließend Insolvenz angemeldet. Der Gläubigerausschuss hatte vorige Woche überraschend seinem Rückkaufangebot den Vorzug vor dem Angebot von Eva Müller und Höflinger gegeben. Ostendorf machte am Dienstag jedoch einen Rückzieher. Er und Ampferl geben sich gegenseitig die Schuld dafür.