Wirtschaft

190 Millionen Euro Rhön-Gründer versilbert seine Anteile

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Eugen Münch (m.) 2011 mit dem damaligen niedersächischen Ministerpräsident David McAllister (r.).

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Gründer des Rhön-Klinikums Münch zieht sich womöglich ins Private zurück. Dazu verkauft er Teile seinen Aktienpakets an das Unternehmen. Dies eröffnet anderen Großaktionären, ihren Anteil zu erhöhen. Insidern zufolge streckt Münch im Machtkampf die Waffen.

Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch hat im großen Stil Aktien des Unternehmens verkauft und bereitet damit Insidern zufolge seinen Rückzug bei der fränkischen Krankenhauskette vor. Über ein Aktienrückkaufprogramm des Unternehmens schlugen der eigenwillige Firmenpatriarch und seine Frau Ingeborg am heutigen Donnerstag Aktien im Wert von 190 Millionen Euro los.

Rhön-Klinikum
Rhön-Klinikum 18,86

Branchenkreisen zufolge macht der 69-Jährige damit den Weg für die beiden anderen Rhön-Großaktionäre B. Braun und Asklepios frei. Sie könnten bald die Kontrolle bei der fränkischen Krankenhauskette übernehmen.

Die drei Rhön-Großaktionäre liegen seit langem im Clinch. Der Konkurrent Asklepios und der Krankenhauszulieferer B. Braun hatten sich 2012 bei den Franken eingekauft und dadurch im ersten Anlauf verhindert, dass Münch das Unternehmen an den Gesundheitskonzern Fresenius verkauft. Doch Münch trickste seine beiden Widersacher aus und schlug in diesem Jahr einfach einen Großteil der Rhön-Krankenhäuser für rund drei Milliarden Euro an Fresenius los. Einen Teil der Verkaufserlöse will Rhön-Klinikum nun über einen 1,7 Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf und eine anschließende Kapitalherabsetzung an seine Eigentümer weitergeben.

München könnte 2015 abgelöst werden

Münch und seine Frau halten bisher 12,4 Prozent an Rhön. Durch den Aktienverkauf dürfte ihr Anteil nun zunächst auf rund sieben Prozent fallen. Wenn Mitte November wie anvisiert etwa die Hälfte aller Aktien eingezogen werden, würde der Anteil der Münchs aber wieder in etwa auf das alte Niveau klettern. Münch hat aber auch die Möglichkeit, weitere Andienungsrechte zu kaufen und seine Beteiligung an Rhön so zu reduzieren.

Brancheninsider gehen davon aus, dass die beiden anderen Großaktionäre ihren Anteil im Gegensatz zu Münch ausbauen wollen. B. Braun hielt zuletzt 18 Prozent an Rhön, Asklepios mehr als fünf Prozent. Sollten die beiden in den kommenden Wochen keine Papiere andienen, würde sich ihr Anteil an Rhön in etwa verdoppeln. Die Unternehmen, die in der Vergangenheit bereits zusammengearbeitet haben, hätten dann auf der nächsten Hauptversammlung 2015 vermutlich eine Mehrheit und könnten Münch als Aufsichtsratchef ablösen.

Branchenkenner rechnen damit, dass Münch seinen Anteil dann weiter reduzieren und sich bei Rhön zurückziehen würde. "Münch hat eingesehen, dass er den Kampf gegen Braun und Asklepios nicht gewinnen kann - finanziell und wegen seines Alters", sagte ein Insider. "Münch will langfristig aussteigen, Verkäufe im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms sind dabei der erste Schritt", sagte ein Banker, der sich in der Krankenhausbranche gut auskennt. Münch, Rhön-Klinikum, Asklepios und B. Braun wollten sich dazu nicht äußern.

Wie es mit Rhön weitergeht, wird in der Branche seit Monaten heiß diskutiert. Rhön-Finanzchef Jens-Peter Neumann forderte erst am Mittwoch, den Dauerzwist zwischen den drei Großaktionären zu beenden. "Das Aussortieren unter den Dreien muss jetzt erfolgen."

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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