Wirtschaft

Waffen als Exportschlager Rüstungskonzerne vor Rekordjahr

In Deutschland hergestellte Waffen stoßen im Ausland auf rege Nachfrage. Verkauft werden vor allem Kriegsschiffe und Panzer.

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Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit dem Export von Waffen haben deutsche Hersteller im vergangenen Jahr so viel Geld verdient wie noch nie. Das gehe aus dem Rüstungsexportbericht hervor, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch verabschieden wolle, berichtete der "Spiegel". Demnach lag der Wert der ausgeführten Kriegsgüter bei rund 2 Mrd. Euro. Im Vorjahr waren es rund 1,3 Mrd. Euro.

Bei den Exporten von 2010 handelte es sich den Angaben zufolge vor allem um hochwertige Rüstungsgüter wie U-Boote, anderere Kriegsschiffe und Panzer. Rund zwei Drittel der Waffenlieferungen gingen an EU-Staaten oder Nato-Mitgliedsländer. Darüber hinaus wurden aber auch Exporte etwa nach Afrika und in die Golfstaaten genehmigt. Die Rüstungsexporte sind nicht zuletzt deswegen umstritten, weil Deutschland den Verbleib der Waffen nicht lückenlos kontrollieren kann. So tauchten etwa in Libyen G-36-Sturmgewehre der Firma Heckler & Koch auf, die offiziell nach Ägypten geliefert worden waren.

Die neuen Waffenexportzahlen seien "ein menschenrechtlicher und friedenspolitischer Offenbarungseid der Bundesregierung", kritisierte der Linke-Bundestagsabgeordnete Jan van Ake. Er forderte erneut Rüstungsexportverbote. Ein erster Schritt könne ein Verbot für Kleinwaffen sein: "Kleinwaffen sind die wahren Massenvernichtungswaffen unserer Zeit, und deutsche Sturmgewehre werden in fast jedem Krieg dieser Welt eingesetzt."

Quelle: ntv.de, jga/dpa