Wirtschaft

Verfall des Rubels Russland stützt Firmen mit Devisen

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Russlands Zentralbank will Unternehmen Dollar und Euro zur Verfügung stellen, die im Gegenzug ihre Kredite als Sicherheit hinterlegten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Schuldenberg russischer Unternehmen im Ausland beträgt etwa 600 Milliarden Dollar. Allerdings erschweren die Sanktionen des Westens die Möglichkeiten der Rückzahlung. Nun will Russlands Zentralbank mit Devisen aushelfen - und übernimmt dabei Risiken.

Die Rubel-Krise macht Russland immer mehr zu schaffen. Um die Auswirkungen des Währungsverfalls abzumildern, erklärte sich die Zentralbank des Landes nun bereit, führenden Firmen mit hohen Schulden im Ausland unter die Arme zu greifen. Sie wolle den Unternehmen Dollar und Euro zur Verfügung stellen, die im Gegenzug ihre Kredite als Sicherheit hinterlegten. Damit übernimmt die Zentralbank de facto die Risiken.

Insgesamt haben Russlands Staatsfirmen, Banken sowie private Unternehmen im Ausland einen Schuldenberg von 600 Milliarden Dollar aufgehäuft. Davon werden 100 Milliarden Dollar im kommenden Jahr fällig. Die Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise haben die Möglichkeiten der Rückzahlungen extrem eingeschränkt. Firmen und Banken haben zum Schuldenmarkt im Westen keinen Zugang mehr.

Das russische Finanzministerium hingegen will in nächster Zeit keine weiteren Devisenbestände verkaufen, um den Rubel zu stützen. Es gebe keine strukturellen Gründe für eine weitere Abwertung der Landeswährung, sagte Finanzminister Anton Siluanow laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax. Vielmehr rechne das Finanzministerium mit einem Wiedererstarken des Rubel. Ende vergangener Woche hatte die russische Zentralbank den Rubel mit Interventionen über insgesamt 920 Millionen US-Dollar gestützt.

Russland will Geld von Frankreich zurück haben

Die Aussichten für das neue Jahr sind Experten zufolge wenig rosig. Die Ratingagentur Moody's rechnet damit, dass die russische Wirtschaft im Jahr 2015 um 5,5 Prozent schrumpfen wird und ist damit pessimistischer als die Zentralbank, die von einem Minus von rund 4,5 Prozent ausgeht. Konkurrent Standard & Poor's (S&P) droht deshalb mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit Russland auf Ramschniveau. Die derzeitige Bonitätsbewertung "BBB-" - nur eine Stufe über spekulativ - wurde auf "creditwatch negative" und damit unter besondere Beobachtung gestellt. Eine weitere Herabstufung würde die Kreditaufnahme des russischen Staates weiter verteuern. Dies brachte auch den Rubel erneut unter Druck.

Unterdessen forderte Russland von Frankreich die Zurückerstattung von Geldern für zwei Kriegsschiffe. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte die Auslieferung wegen der Ukraine-Krise auf Eis gelegt. Frankreich müsse den Vertrag erfüllen, sagte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Anatoli Antonow der Nachrichtenagentur Interfax. "Alle Modalitäten wie Auslieferungstermin, Strafen und Abläufe sind festgelegt. Uns steht eine Rückzahlung zu", sagte er.

Frankreich steht wegen des 1,2 Milliarden Euro schweren Geschäftes seit Monaten unter Druck seiner westlichen Verbündeten. Sie wollen, dass die Regierung in Paris die Vereinbarung annulliert. Doch Frankreich fürchtet, dass dies andere Rüstungsprojekte gefährden könnte.

Quelle: ntv.de, kst/rts/AFP

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