Wirtschaft

GE-Angebot soll überboten werden Siemens forciert Kampf um Alstom

3j2a3444.jpg5574030548840814305.jpg

Siemens-Niederlassung in Paris.

(Foto: dpa)

Mit Mitsubishi hat Siemens einen wichtigen Mitstreiter im Ringen um Alstom. Beide Konzerne wollen mit einem gemeinsamen Gebot General Electric (GE) ausbooten. Am Wochenende beraten die Kontrollgremien von Siemens und Mitsubishi.

Siemens und Mitsubishi wollen angeblich den US-Rivalen General Electric (GE) im Kampf um die französische Alstom übertrumpfen. Die beiden Firmen stünden vor der Fertigstellung eines gemeinsamen Gebots, das eine Barkomponente von etwa neun Milliarden Euro für das Turbinen- und Servicegeschäft von Alstom enthalte, zitierte Reuters Branchenkreise.

Die Offerten von Siemens und GE ließen sich aber nur schwer vergleichen, weil sie sich im Umfang deutlich unterschieden. GE bietet 12,4 Milliarden Euro für alle vier Teile - inklusive der Erneuerbaren Energien und der Stromübertragung, die nach den Vorstellungen von Siemens und seinem Partner bei Alstom bleiben soll.

"Das Angebot wird finanziell attraktiver sein als das von GE, alles andere würde auch keinen Sinn machen", sagte ein Siemens nahestehender Insider. Alstom werde dabei als Marke in weiten Teilen erhalten. Mitsubishi wolle sich direkt mit bis zu zehn Prozent an Alstom beteiligen und die schwächelnde Energietechnik mit Investitionen und frischen Kapital aufpäppeln, hieß es weiter. Im Gegenzug solle auch der französische Staat Anteile an Alstom halten.

Siemens übernehme das Gasturbinengeschäft und gebe Teile seiner Zugsparte und die Signaltechnik an die Franzosen ab. Eine direkte Beteiligung an Alstom ist demnach nicht vorgesehen. Es wäre eine Art Allianz, wie sie die französische Regierung verlangt hat, die sich gegen die direkten Übernahmepläne von GE wehrt. Die Industriestandorte in Frankreich blieben erhalten, das Gasturbinengeschäft von Alstom ist ohnehin in der Schweiz angesiedelt.

Kontrollgremien tagen

Ursprünglich sei neben Mitsubishi der Golfstaat Katar als dritter Partner für das Gegengebot zu GE angedacht gewesen. Eine staatliche Beteiligung sei allerdings fallengelassen worden, sagte mehrere Kenner des Vorgangs. Die Einbindung wäre zu kompliziert geworden. Am Sonntagabend berät der Siemens-Aufsichtsrat über das komplizierte Konstrukt, der Verwaltungsrat von Mitsubishi will sich am Wochenende ebenfalls damit beschäftigen.

Siemens-Chefkontrolleur Gerhard Cromme rührt indes weiter die Werbetrommel für sein Haus. Das Vorgehen des Konzerns habe den Segen der Bundesregierung, sagte er in einem Interview mit der Zeitung "Les Echos". Er warnte vor einem Ausverkauf der Energietechnik nach Amerika. "Es gibt in Europa so gut wie keine Energieressourcen. Wenn wir jetzt die Energietechnik und deren Fertigung außerhalb Europas ziehen lassen, dann sind wir morgen genauso abhängig in diesem Bereich wie wir es heute im Internet von den US-Riesen Google, Amazon oder Apple sind", sagte er. Es müsse im europäischen Interesse sein, Industriechampions zu halten.

Cromme zeigte sich rauflustig. "Ich habe in meinem Leben schon hunderte Schlachten geschlagen, und die meisten habe ich gewonnen." Auf den Einwand, den laufenden Kampf könne er nicht gewinnen, erwiderte er. "Warten wir ab, wie die Schlacht um Alstom letztlich ausgeht."

Quelle: n-tv.de, wne/rts

Mehr zum Thema