Wirtschaft

Energiekosten belasten Firmen So viele Mittelständler wie nie wollen Preise erhöhen

Nach einem Knick im Corona-Krisenjahr 2020 gewinnt die Nachfolgeplanung bei mittelständischen Unternehmen in Deutschland wieder an Bedeutung.

Da sie das vergangene Jahr mit guten Ergebnissen abschließen konnten, stehen die meisten Mittelständler in Deutschland finanziell solide da.

(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp)

Die Energiekrise und steigende Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte machen dem deutschen Mittelstand zu schaffen. Laut einer Umfrage blickt die Mehrheit der Unternehmen pessimistisch in die Zukunft. Doch es gibt auch einen Grund zur Hoffnung.

Steigende Energie- und Rohstoffkosten werden zunehmend zur Belastung für Deutschlands Mittelständler. "Vor allem die überaus stark gestiegenen Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte sowie die anhaltenden Lieferengpässe bereiten den mittelständischen Unternehmen immer größere Sorgen und Risiken", stellten die DZ Bank und der Bankenverband BVR in ihrer jüngsten Mittelstandsumfrage fest. "Als Folge sieht sich die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen gezwungen, ihre Absatzpreise zu erhöhen."

Mehr als 80 Prozent der gut 1000 befragten Firmen - und damit so viele wie nie seit Herbst 2013, als dieses Thema erstmals in der Erhebung abgefragt wurde - machen sich wegen der extrem gestiegenen Preise für Energie und Materialien Sorgen. Seit Beginn der Umfrage im Jahr 1995 beabsichtigten den Angaben zufolge noch nie so viele Unternehmen, ihre Preise anzuheben: 69 Prozent der Mittelständler in Deutschland wollen demnach ihre Preise in den nächsten sechs Monaten erhöhen, weniger als 2 Prozent wollen sie senken.

Während die Unternehmen die Corona-Pandemie immer weniger als Geschäftsrisiko bewerten, drücken der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen wirtschaftlichen Verwerfungen auf die Stimmung im deutschen Mittelstand. Inzwischen überwiege die Zahl der Pessimisten, so das Fazit der Umfrage. Nicht nur die Geschäftserwartungen haben sich seit der vorangegangenen Umfrage im Herbst eingetrübt, auch die aktuelle Geschäftslage schätzen die Mittelständler in allen Branchen - mit Ausnahme von Elektroindustrie sowie Chemie-, Pharma- und Kunststoffindustrie - in diesem Frühjahr insgesamt schwächer ein als noch vor gut einem halben Jahr.

"Bräuchten eigentlich Investitionsoffensive"

"Die vielen Unsicherheiten im Markt führen dazu, dass die Mittelständler Liquidität im Unternehmen halten wollen", sagte der Firmenkundenvorstand der DZ Bank, Uwe Berghaus. "Dabei bräuchten wir eigentlich eine regelrechte Investitionsoffensive. Insbesondere beim Jahrhundertthema Nachhaltigkeit und bei technologischen Innovationen müssten die Firmen jetzt Geld in die Hand nehmen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben."

Ein Hoffnungsschimmer nach Einschätzung von DZ Bank und BVR: Das Jahr 2021 konnten die Mittelständler mit soliden betriebswirtschaftlichen Kennzahlen abschließen. "Die robuste Bilanzqualität ist eine solide Ausgangslage für den Mittelstand", befand BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin. "Sie stimmt mich optimistisch, dass die Unternehmen auch die zweite globale Krise in Folge am Ende gut meistern werden."

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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