Rabatt auf RinderhackTrump will Applaus für Preissenkungen
Von Jan Gänger
Der Einkaufswagen wird zum Wahlkampfthema. Der Discount-Riese Walmart lockt Kunden mit günstigeren Preisen für Grillfleisch, Cola und Sommerartikel. Donald Trump macht daraus einen Triumph für das Weiße Haus.
Kaum ein Thema beschäftigt amerikanische Wähler so sehr wie die Preise im Supermarkt und an den Zapfsäulen. Umso bereitwilliger nutzt Donald Trump jede Gelegenheit, um Preissenkungen als Erfolg seiner Politik zu reklamieren - unabhängig davon, ob das überhaupt stimmt.
Das jüngste Beispiel liefert Walmart. Der größte Einzelhändler des Landes hatte am Montag Sonderangebote auf Tausende Artikel beworben, darunter Hackfleisch, Rippchen, Cola, Plastikschwimmbecken, Grills und Sommerkleidung.
Nach der Ankündigung schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, Walmart habe die Preise "auf Wunsch meiner Regierung zur Feier des 250. Geburtstags unseres großartigen Landes" gesenkt. "Das ist eine riesige Sache für die vielen Millionen Amerikaner, die klugerweise bei Walmart einkaufen, einem wahrhaft patriotischen Unternehmen, das die USA liebt", fuhr er fort und hob einen angeblichen Rabatt von 15 Prozent auf Rindfleisch hervor.
Walmart selbst bezifferte den Rabatt für Rinderhackfleisch auf 12 Prozent. Das Unternehmen hatte weder Trump noch seine Regierung in seiner Mitteilung erwähnt. Saisonale Marketingaktionen sind für Ketten wie Walmart üblich. Ähnliche Preissenkungen wie diesen Sommer hatte Walmart schon im vergangenen Jahr.
Inflation wird Trump angelastet
Einzelhändler senken wegen des großen Angebots häufig Preise für saisonales Obst und Gemüse - genau die Produkte, die Kunden für ein Grillfest im Garten suchen. Oder wie es Walmarts Werbeabteilung ausdrückt: "Ob Sie sich für ein Grillfest im Garten eindecken, in den Urlaub fahren oder einfach nur für die kommende Woche einkaufen - wir helfen jedem, bei jeder Gelegenheit mehr zu sparen."
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump die Preisnachlässe bei Walmart mit seiner Regierung in Verbindung bringt. Im vergangenen Jahr behauptete er, der jährliche Thanksgiving-Einkaufskorb von Walmart sei wegen seiner Politik günstiger als der des Vorjahres. Er ignorierte dabei allerdings unter anderem, dass der Korb von 2025 zum einen insgesamt weniger Artikel und zum anderen mehr Produkte einer günstigen Walmart-Eigenmarke enthielt.
Trump sieht in Walmart ein Barometer für den amerikanischen Verbraucher. Im Mai vergangenen Jahres verlangte er deshalb von dem Einzelhandelsriesen, er müsse die Kosten der von ihm verhängten Zölle schlucken und nicht an die Kunden weitergeben.
Viele Verbraucher greifen aufgrund der unter Trump gestiegenen Lebenshaltungskosten auf die Filialen und die Website des Unternehmens zurück, das durch seine enorme Marktmacht eine Niedrigpreisstrategie fährt. Der Präsident sieht sich wegen der in seiner Amtszeit steigenden Inflation heftiger Kritik ausgesetzt. Die Preise schossen zunächst infolge seiner Zölle und später mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs in die Höhe.
Zwar hat sich die Teuerung seit den Rekordwerten der Joe-Biden-Jahre deutlich abgeschwächt. Doch die Preise sind nicht gefallen - sie steigen nur langsamer. Und dieser Anstieg beschleunigt sich unter Trump nun wieder. Seit Monaten sind Trumps Umfragewerte schwach. Gerade bei wirtschaftlicher Kompetenz - einst seine Stärke - verliert er an Zustimmung. Die Demokraten haben die steigenden Preise längst zum zentralen Wahlkampfthema für die Kongresswahlen im November gemacht.